Elektrische Anschlüsse

Damit der Wirkungsgrad einer Photovoltaikanlage und damit die finanzielle Ausbeute am höchsten sind, müssen alle Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt werden und zusammenpassen. Die elektrische Verkabelung mit ihren Anschlüssen wird hier oftmals zu wenig Stellenwert bei gerechnet oder durch Unwissen falsch eingesetzt.

Witterungseinflüsse der Verkabelung

Eine Photovoltaikanlage ist ihre ganze Lebenszeit der Witterung ausgesetzt und hat die Aufgabe für mehrere Jahrzehnte wartungsarm zu funktionieren.
Dementsprechend müssen die Anforderungen an ihre Komponenten entsprechend hoch angesetzt werden. Besonders bei Kabeln, welche flexibel und zwingend intakt bleiben müssen, ist es wichtig zur Vermeidung von ständigen Wartungsarbeiten passende Produkte zu verwenden.

Um hier einen einheitlichen Standard der Solarleitungen zu etablieren wurde die Norm PV1-F (TÜV 2 PfG 1169/08.07), geprüft und akkreditiert unter anderem durch den TÜV Rheinland, eingeführt. Hier wurden alle erforderlichen mechanischen, thermischen sowie strahlungstechnischen Anforderungen zusammengetragen, um eine Sicherheit und Langlebigkeit zu garantieren. Als Nachfolger dieser Norm wurde im Oktober 2015 wurde die EN 50618 als aktualisierte Norm in Kraft gesetzt. Solarkabel mit dieser Zertifizierung tragen nun den Namen H1Z2Z2-K anstelle des üblichen PV1-F.

Korrekte Installation

Die Norm EN 50618 liefert mit ihren einheitlichen Standards und Anforderungen neben einer Qualitätsgarantie auch dem ungeschulten Verbraucher wertvolle Informationen und Sicherheit bei der Installation. Durch die Etikettierung mit der Bezeichnung H1Z2Z2-K oder PV1-F kann man sich auch als Laie sicher sein, dass diese Kabel den möglichen thermischen, chemischen und mechanischen Belastungen standhält.

Dadurch kann von einer sehr geringen Möglichkeit von Kabelfehlern ausgegangen werden und es kommt häufig bei der Installation und Montage der Kabel zu Fehlern. Hier spielt die Kabellänge einen großen Faktor, da zu kurze Kabel dauerhaft unter Zugspannung stehen und somit schneller spröde werden. Weiterhin sind falsche oder minderwertige Kabelverbindungen ein potenzieller Faktor, welche zu einem Wassereintrag und Korrosion führen können.
Alle Kabel sollten zum Schutz vor Marderbissen oder ähnlichem durch Kabelkanäle geschützt werden.

Leistungsverlust im Kabel

Je höher der Widerstand in einem Kabel ist, desto höher ist der Leistungsverlust. Der Widerstand wird hauptsächlich durch die Länge sowie den Querschnitt beeinflusst und muss somit in der Planung berücksichtigt werden.
Mit dem nachfolgenden Rechner kann der passende Querschnitt berechnet werden.

“Kabelrechner derzeit in Bau”

Brandschutz

Aufgrund der vielen elektrischen Komponenten kann ein Brand in oder bei einer Photovoltaikanlage verheerende Auswirkungen haben. Die größte Gefahr von Bränden geht von den verschiedenen Kabelanschlüssen und deren Kabel aus. Wenn Kabel etwa brüchig oder durch Wassereintrag das korrodieren beginnen, kommt es hohen Widerständen innerhalb dieser Leitungen. Dieser hohe Widerstand wird innerhalb der Kabel als thermische Energie freigesetzt und erhitzt diese Kabel im schlimmsten Fall bis zur Entflammung. Dies ist durch sachgemäße Installation und strukturierter Verkabelung weitestgehend auszuschließen.
In der Betrachtung der Brandschutzvorsorge muss sich auch mit dem Werkstoff und dem Verlauf der Kabel auseinandergesetzt werden. Kabel und Kabeltunnel können im Brandfall einen Ausbreitungsweg bieten und somit auch Brandschutzeinrichtungen und -barrieren durchqueren. Hier sollte auf schwer entflammbare oder flammhemmende beziehungsweise selbstlöschende Kabel gesetzt werden.
Weiterhin ist es sinnvoll bei einer Neuanschaffung mit halogenfreien Kabeln zu arbeiten, da diese im Brandfall keine toxischen Gase freisetzen.

Fazit

Der preisliche Unterschied von hochwertigen und minderwertigen Kabelkomponenten ist grundsätzlich relativ gering. Gleichzeitig trägt die komplette Verkabelung nur geringfügig zu dem Gesamtpreis einer Photovoltaikanlage bei.
Daher sollte hier in Anbetracht der möglichen Folgen nicht gespart werden und auf zertifizierte Qualität gesetzt werden.

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