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Auswirkungen der Abschaffung der Einspeisevergütung und Direktvermarktung auf die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen

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    Die geplante Abschaffung der Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen bis 25 kWp könnte die Wirtschaftlichkeit kleiner Solaranlagen stark beeinträchtigen. Eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE (2026) zeigt, dass die Direktvermarktung die bisherigen EEG-Erlöse nicht vollständig ersetzen kann und damit die Amortisationszeiten deutlich verlängert. Diese Entwicklung gefährdet nicht nur private Investoren, sondern auch die Erreichung der deutschen Klimaziele.

    (Stand Oktober 2026: Der Regierungsentwurf zum EEG 2027, den das Bundeskabinett am 29.07.2026 beschlossen hat, sieht für neue Anlagen statt eines sofortigen Wegfalls eine befristete Übergangszahlung von rechnerisch 5,2 Cent/kWh für höchstens 36 Monate und danach die Direktvermarktung vor; die Umstellung soll nach Anlagengröße gestaffelt erfolgen. Das Gesetz ist noch nicht beschlossen. Bestehende Anlagen behalten ihre Vergütung.)

    Warum die Einspeisevergütung wichtig ist

    • Sie sichert für das Inbetriebnahmejahr plus 20 Jahre einen festen Vergütungssatz und reduziert das finanzielle Risiko für Anlagenbetreiber. Für Anlagen, die seit dem 25.02.2025 in Betrieb gehen, entfällt die Vergütung allerdings in Zeiten negativer Börsenpreise; Anlagen unter 100 kW sind davon ausgenommen, solange kein intelligentes Messsystem eingebaut ist.
    • Ohne die Vergütung sind kleinere PV-Dachanlagen häufig nicht mehr wirtschaftlich, weil die Direktvermarktung niedrigere Erlöse liefert.
    • Die Abschaffung könnte die Investitionsbereitschaft in private Solaranlagen stark senken.

    Direktvermarktung: Kosten und Erlöse

    Das Fraunhofer ISE hat konkrete Kostenmodelle für die Direktvermarktung veröffentlicht. Die wichtigsten Posten im Überblick:

    • Einmalige Einrichtungspauschale: 200 € (Jahr 2026)
    • Fixes Dienstleistungsentgelt: 90 €/Jahr (Jahr 2026)
    • Ausgleichskosten pro eingespeister Strommenge: 1,8 ct/kWh
    • Variables Dienstleistungsentgelt: 3 % der Börsenstromerlöse
    • Direktvermarktungserlöse (Marktwert Solar): 4,624 ct/kWh

    Zusätzlich entstehen Unsicherheiten, weil die Erlöse von Marktpreisen abhängen, die stark schwanken können.

    Verlängerte Amortisationszeiten bei Wegfall der Vergütung

    Laut Fraunhofer-ISE-Studie liegen die Amortisationszeiten von PV-Anlagen mit aktueller Einspeisevergütung zwischen 12,3 Jahren (günstigster Fall) und mehr als 20 Jahren (bei niedriger Eigenverbrauchsquote). Der Wechsel von EEG-Vergütung zur Direktvermarktung verlängert diese Zeiten um zwei bis drei Jahre. Die Studie betont, dass insbesondere Haushalte mit geringeren Eigenverbrauchsquoten von dieser Entwicklung betroffen sind.

    Eine Studie des Fraunhofer ISE zeigt auf, dass die Abschaffung der Einspeisevergütung erhebliche finanzielle Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit kleiner Photovoltaikanlagen haben könnte. Die Amortisationszeiten verlängern sich um zwei bis drei Jahre, was insbesondere für Haushalte mit geringeren Eigenverbrauchsquoten problematisch ist. In der aktuellen Marktsituation ist eine Eigenverbrauchsquote von 55 bis 70 % nötig, um wirtschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben (Fraunhofer ISE, 2026).

    Zusätzlich hat das Fraunhofer ISE spezifische Kosten für die Direktvermarktung ermittelt, die die Investitionsentscheidung potenzieller Käufer weiter erschweren. Die einmalige Einrichtungspauschale beträgt 200 Euro, und zusätzlich fallen jährliche Dienstleistungsentgelte von 90 Euro an. Diese finanziellen Hürden könnten die Unsicherheit und die finanzielle Belastung für zukünftige Investoren erhöhen.

    Diese Unsicherheit wird in Kombination mit der geringeren Wirtschaftlichkeit der Direktvermarktung vermutlich zu einem Rückgang der Investitionen in kleine PV-Dachanlagen führen. Eine adaptive Strategie zur Beibehaltung der Einspeisevergütung bis zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Direktvermarktung könnte ein sinnvoller Schritt sein, um die Investitionsbereitschaft in der Solarbranche zu fördern.

    Eigenverbrauchsquote als Schlüsselfaktor

    Die Studie gibt an, dass eine Eigenverbrauchsquote von 55-70 % für einen wirtschaftlich sinnvollen Betrieb notwendig ist. Für Direktvermarktung kleiner Anlagen bis 30 kWp sei eine um etwa 15 % höhere Eigenverbrauchsquote nötig, um den gleichen Ertrag wie unter EEG-Vergütung zu erzielen. Ohne diese Quote fallen die Erlöse aus der Direktvermarktung deutlich niedriger aus, während die zusätzlichen Kosten weiter ansteigen.

    Kritische Einschätzungen und Gegenargumente

    Ein möglicher Gegenpunkt lautet, dass Marktanpassungen und sinkende Kosten die Wirtschaftlichkeit der Direktvermarktung langfristig verbessern könnten. Das Fraunhofer ISE weist jedoch darauf hin, dass die Kosten für die Direktvermarktung derzeit noch hoch sind und die Unsicherheit für Investoren groß bleibt. Dennoch wird erwartet, dass mit zunehmender Marktreife die Ausgleichskosten und Servicegebühren sinken könnten.

    Wie wird die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen im Kontext der Direktvermarktung eingeschätzt?

    Die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen könnte durch die niedrigeren Erlöse und zusätzlichen Kosten in der Direktvermarktung erheblich beeinträchtigt werden, was die Amortisationszeiten verlängert.

    Fazit

    Eine Abschaffung der Einspeisevergütung für Anlagen bis 25 kWp wäre ein erhebliches Risiko für die Wirtschaftlichkeit kleiner Photovoltaikanlagen. Die Direktvermarktung allein kompensiert die garantierten EEG-Erlöse nicht; sie bringt zusätzliche Fix- und Variable Kosten mit sich und verlängert die Amortisationszeit um bis zu drei Jahre. Ohne eine ausreichend hohe Eigenverbrauchsquote von mindestens 55 % bis 70 % können viele private Investoren die Wirtschaftlichkeit nicht mehr erreichen. Während zukünftige Marktanpassungen potenziell Kosten senken könnten, bleibt die aktuelle Situation eine Hürde für den weiteren Ausbau der dezentralen Solarenergie und gefährdet die Erreichung der deutschen Klimaziele. Ein beibehaltenes Einspeisevergütungssystem oder ein gestufter Übergang bis etwa 2030 erscheint aus Sicht der Studie als sinnvoll, um die Investitionsbereitschaft zu sichern und die Energiewende nicht zu gefährden.

    Quelle: Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE, “Dezentrale PV als Säule der Energiewende – Analyse und Perspektiven für kleine Dachsolaranlagen”, 25.04.2026.

    Carsten Steffen
    Autor: Carsten Steffen
    Carsten Steffen, Gründer von photovoltaik.sh, bringt sein tiefes Verständnis für Photovoltaik und seine Begeisterung für erneuerbare Energien ein, um Kunden in Schleswig-Holstein seit 2021 schneller und kostengünstiger zu ihrer eigenen Photovoltaikanlage zu verhelfen. Ermöglicht wird das dank der Zusammenarbeit mit lokalen Solarteuren. Regelmäßige Schulungen runden unsere Expertise ab. Mit der Gründung von photovoltaik.sh sind wir Ihr vertrauenswürdiger Partner für alle, die ihren Stromverbrauch nachhaltig gestalten möchten.
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