Modulare Propan-Wärmepumpen ermöglichen eine flexible Gestaltung von Heizanlagen mit hoher Effizienz und gleichzeitig die Einhaltung strenger regulatorischer Vorgaben. Durch die Nutzung von weniger als 150 Gramm Propan (R290) pro Modul können die Systeme in Innenräumen ohne zusätzliche Sicherheitsinstallationen betrieben werden. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Fakten zu den technischen Leistungen, regulatorischen Rahmenbedingungen und Marktchancen zusammen.
Regulatorische Freigrenze für Propan (R290)
Propan wird nach DIN EN 378 als Brenngas der Sicherheitsklasse A3 eingestuft. Für geschlossene Räume gilt ein normativer Grenzwert von 150 g Kältemittel pro Modul. Überschreitet die Menge diesen Wert, sind zusätzliche Maßnahmen wie Gasdetektoren, mechanische Lüftungsanlagen und Mindestraumvolumina erforderlich. Das modulare Konzept nutzt diese Freigrenze gezielt, sodass die Wärmepumpen ohne weitere Sicherheitsvorkehrungen installiert werden können.
- Sicherheitsgruppe R290: A3 (nach EN 378, 2024)
- Maximale Füllmenge pro Modul: 150 g (normativer Grenzwert, 2026)
- Freistellung von Sicherheitsmaßnahmen: gilt bei Einhaltung der 150-g-Grenze
Die Einhaltung dieser Werte unterstreicht die technische und wirtschaftliche Vorteilhaftigkeit der modularen Architektur, weil keine zusätzlichen Installationskosten für Sicherheitsausrüstung anfallen.
Effizienz- und Umweltleistung der modularen Baukonzepte
Die beiden vorgestellten Systeme – VHPA von M-Tec und Cubic von Ovum – erreichen hohe saisonale Leistungskoeffizienten (SCOP) und besitzen ein äußerst geringes Treibhauspotenzial.
- SCOP M-Tec VHPA: bis zu 5,59 (nach EN 14825 gemessen, 2026)
- GWP von Propan (R290): 3 (IPCC AR6, 2024)
- Heizleistung pro Cubic-Modul: 7 kW (2026)
Im Vergleich zu fluorierten Kältemitteln wie R410A (GWP = 2088, 2024) bietet Propan eine deutlich geringere Umweltbelastung. Die Kombination aus hohem SCOP und niedrigem GWP macht die modularen Systeme besonders attraktiv für Gebäude mit hohem Wärmebedarf.
Modulare Bauweise und Anwendungsflexibilität
Die modulare Architektur erlaubt individuelle Anpassungen an den Wärmebedarf verschiedener Liegenschaften. Durch das Kaskaden- bzw; Stapelprinzip können Systeme skaliert werden, ohne dass eine komplette Neuanlage erforderlich ist.
- Maximale Module pro Kaskade (M-Tec): 4 (2026)
- Maximale Module im Stack (Ovum): 8 (2026, patentierte stapelbare Konstruktion)
- Gesamtmodulzahl VHPA-Serie: 4 Module (2026)
Beispielsweise lässt sich die VHPA-Serie mit Heizleistungen zwischen 2 kW und 7 kW pro Modul kombinieren, während die Ovum-Cubic-Serie durch stapelbare Bauweise bis zu 54,4 kW ermöglicht. Sowohl Neubauten als auch Sanierungsprojekte profitieren von dieser Flexibilität.
Strategischer Marktvorteil durch die EU-F-Gase-Verordnung
Die EU-Verordnung (EU 2024/573) verbietet schrittweise fluorierte Kältemittel mit hohem GWP. Der offizielle Einsatzbeginn ist für 2027 vorgesehen. Natürliche Kältemittel wie Propan bleiben davon unberührt und erhalten dadurch einen klaren Wettbewerbsvorteil.
- GWP alternativer Kältemittel (z. B. R410A): 2088 (2024)
- Einsatzbeginn der Verordnung: 2027 (Schrittweise Umsetzung, 2024)
Durch die frühzeitige Integration von Propan-basierten, modularen Wärmepumpen positionieren Hersteller sich zukunftssicher im Markt, da die neuen regulatorischen Anforderungen für fluorierte Kältemittel künftig die Konkurrenzfähigkeit traditioneller Systeme einschränken.
Risiken und Gegenmaßnahmen
Obwohl die modularen Systeme zahlreiche Vorteile bieten, gibt es zwei zentrale Gegenpunkte, die bei der Planung berücksichtigt werden sollten:
- Erhöhte Anschaffungskosten: Die höhere Komponentenzahl durch mehrere selbstständige Module kann die Herstellungskosten im Vergleich zu Großgeräten steigern.
- Erhöhter Regelungsaufwand: Die Synchronisation mehrerer Kältekreise im Teillastbetrieb erfordert komplexere Software und Regelungstechnik.
Beide Aspekte können durch gezielte Planung, modulare Beschaffungsstrategien und den Einsatz moderner Steuerungslösungen adressiert werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum nutzen die modularen Systeme nicht größere Kältemittelmengen?Weil unterhalb von 150 g R290 keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen wie Gaswarnmelder oder Zwangslüftung erforderlich sind (DIN EN 378, EN 60335-2-40).Können Module später nachgerüstet werden?Ja: Bei beiden Systemen (M-Tec VHPA und Ovum Cubic) ist eine Erweiterung im Rahmen vorhandener Baustrukturen durch zusätzliche Module möglich.Welche Wärmequellen kommen in Betracht?Die Systeme sind primär für Sole-Wärmepumpen ausgelegt, können aber mit vorgeschalteten Luft- oder Solarquellen kombiniert werden.
Zusammenfassung und Ausblick
Die modularen Propan-Wärmepumpen von M-Tec (VHPA) und Ovum (Cubic) nutzen gezielt die regulatorische Freigrenze von 150 g R290 pro Modul, um Innenaufstellungen ohne zusätzliche Sicherheitsinstallationen zu ermöglichen. Mit SCOP-Werten bis zu 5,59, einem GWP von nur 3 und skalierbaren Bauweisen bieten sie sowohl hohe Energieeffizienz als auch niedrige Umweltbelastung. Die bevorstehende EU-F-Gase-Verordnung verstärkt den strategischen Vorteil natürlicher Kältemittel, während die modulare Architektur Flexibilität bei Neubau und Sanierung gewährleistet. Trotz höherer Anschaffungskosten und erhöhter Regelungsanforderungen überwiegen die langfristigen ökonomischen und regulatorischen Vorteile, sodass diese Technologie als zukunftsfähige Lösung im Wärmepumpenmarkt positioniert ist.

