Im Mai 2026 zeigte sich der Solarenergiemarkt besonders dynamisch. Der Marktwert für Solarenergie stieg deutlich gegenüber dem Vormonat und lag auch über dem Vorjahresmonat, was Konsequenzen für Investitionen, die Förderkosten und die gesamte Energiewende hat. Gleichzeitig verdeutlichten negative Börsenstrompreise die Volatilität des Marktes. Dieser Artikel fasst die relevanten Kennzahlen zusammen, vergleicht sie mit dem Vorjahr und mit der Windenergie und diskutiert die damit verbundenen Risiken.
Marktentwicklung im Mai 2026
Die von den Übertragungsnetzbetreibern auf netztransparenz.de veröffentlichten Zahlen belegen einen starken Anstieg des Marktwerts für Solarenergie im Mai 2026:
- Marktwert Solar Mai 2026: 3,163 Cent/kWh (gegenüber 1,317 Cent/kWh im Vormonat April 2026)
- Durchschnittlicher Spotmarktpreis: 9,754 Cent/kWh
- Negative Börsenstrompreise: 315 von 2.976 Viertelstunden (315 ÷ 2.976 ≈ 10,6 % der Zeit) lagen unter 0 Cent/kWh
Der Höchstwert von fast 47 Cent/kWh wurde am 28. Mai zwischen 20:30 und 21:00 Uhr erreicht, während in den verbrauchsintensiven Abendstunden Preise von 18 Cent/kWh und mehr erzielt wurden (pv magazine, 8. Juni 2026).
Vergleich mit 2025 und anderen erneuerbaren Energien
Im Vergleich zum Mai 2025, in dem der Marktwert für Solarenergie nur 1,997 Cent/kWh betrug, ist der Mai 2026 ein Ausreißer nach oben: 3,163 ÷ 1,997 ≈ 1,58, also rund 58 % mehr. Gleichzeitig lagen die Marktwerte für Windenergie (Land und See) im Mai 2026 über 9 Cent/kWh und damit deutlich höher als der Solarwert; beide lagen über dem Niveau des Vorjahresmonats.
- Marktwert Solar Mai 2025: 1,997 Cent/kWh
- Marktwert Wind an Land (Mai 2026): 9,534 Cent/kWh
- Marktwert Wind auf See (Mai 2026): 9,235 Cent/kWh
Diese Zahlen verdeutlichen, dass der Solarwert im Mai 2026 zwar stark gestiegen ist, aber weiterhin deutlich unter dem Wert für Windstrom liegt. Der Grund: Solaranlagen erzeugen ihren Strom gleichzeitig in den Mittagsstunden, in denen die Börsenpreise am niedrigsten und teils negativ sind.
Was der Marktwert Solar für Betreiber bedeutet
Der Marktwert Solar ist der durchschnittliche Börsenwert des eingespeisten Solarstroms in einem Monat. In der Direktvermarktung bestimmt er die Höhe der Marktprämie: Sie gleicht die Differenz zwischen dem anzulegenden Wert der Anlage und dem Marktwert aus. Steigt der Marktwert, sinkt die Marktprämie, und das EEG-Konto wird entlastet. Für Betreiber kleiner Dachanlagen mit fester Einspeisevergütung ändert sich durch den Monatsmarktwert nichts, ihr Vergütungssatz bleibt gleich.
Risiken und Volatilität des Strommarktes
Die hohe Anzahl negativer Börsenstrompreise (315 Viertelstunden) im Mai 2026 illustriert die Volatilität des Strommarktes. Diese Schwankungen haben mehrere Auswirkungen:
- Planungsunsicherheit für Investoren in erneuerbare Energien
- Risiko für die Rentabilität von Solarprojekten
- Herausforderungen für Verbraucher, die von schwankenden Strompreisen betroffen sind
Der Punkt “Volatilität der Strompreise” wird als relevanter Risikofaktor hervorgehoben, weil er die Planbarkeit und Rentabilität von Investitionen in erneuerbare Energien beeinträchtigen kann. Für neue Anlagen kommt hinzu: Seit dem Solarspitzengesetz vom Februar 2025 entfällt die Vergütung bei negativen Preisen, für Anlagen unter 100 kW allerdings erst nach dem Einbau eines intelligenten Messsystems.
Was sind die Hauptursachen für die Schwankungen der Solarmarktwerte?
Die wichtigsten Einflussfaktoren sind:
- Das allgemeine Preisniveau an der Strombörse (im Mai 2026 durchschnittlich 9,754 Cent/kWh)
- Die gleichzeitige Einspeisung vieler Solaranlagen zur Mittagszeit
- Die Zahl der Stunden mit negativen Preisen
- Die Nachfrage in den Abendstunden, wenn kaum Solarstrom erzeugt wird
Fazit
Der Mai 2026 markiert einen bemerkenswerten Anstieg des Marktwerts für Solarenergie auf 3,163 Cent/kWh, nach 1,317 Cent/kWh im April und 1,997 Cent/kWh im Mai 2025. Während der Anstieg die Erlöse von Solarprojekten in der Direktvermarktung verbessert, verdeutlichen die häufigen negativen Börsenstrompreise die Notwendigkeit einer sorgfältigen Risikoanalyse. Entscheidungsträger, Investoren und Verbraucher sollten diese Entwicklungen genau beobachten, um fundierte Entscheidungen im Kontext der Energiewende zu treffen.

