Die Energiewende ist der zentrale Baustein, um die Klimaziele Deutschlands und Europas zu erreichen und langfristige Energiestrategien zu sichern. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und das Beratungsunternehmen EY haben im Fortschrittsmonitor Energiewende 2026 die aktuelle Lage analysiert. Während die Photovoltaik nach wie vor das Rückgrat der Energiewende bildet, zeigen sich beim Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft und bei der Verkehrswende deutliche Defizite. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Fakten, Zahlen und Herausforderungen zusammen und gibt einen Überblick über die notwendigen nächsten Schritte.
Photovoltaik – das Rückgrat der deutschen Energiewende
Photovoltaik (PV) bleibt eine treibende Kraft im deutschen Strommix. 2025 erzeugten PV-Anlagen in Deutschland rund 92 TWh Strom, etwa 17 % der Stromerzeugung. Zusammen mit der Windkraft stellt die PV den größten Teil der erneuerbaren Stromerzeugung.
Beitrag der Photovoltaik zum Strommix
- 2025: rund 92 TWh Solarstrom, etwa 17 % der Stromerzeugung.
- Installierte PV-Leistung Ende 2025: rund 117 GW, davon 16,4 GW im Jahr 2025 neu hinzugekommen.
- Photovoltaik und Windkraft sind die Haupttreiber dieses Anteils.
- Der Fortschrittsmonitor betont, dass die PV weiterhin das Rückgrat der Energiewende ist.
Der steigende Anteil erneuerbarer Energien stärkt die Wettbewerbsfähigkeit, das Wirtschaftswachstum und die Dekarbonisierung des Landes. Ein zunehmend auf erneuerbarem Strom basierendes Energiesystem wird als effizienter, kostengünstiger und resilienter beschrieben.
Wasserstoffwirtschaft – langsamer Markthochlauf trotz steigender Produktion
Die Wasserstoffproduktion in Deutschland stammt bislang nur zu einem sehr kleinen Teil aus erneuerbarem Strom. Der Großteil wird weiterhin aus fossilen Quellen hergestellt.
Herausforderungen und notwendige Maßnahmen
- Langsamer Hochlauf der Wasserstoffstrategie gefährdet die Klimaziele.
- Finanzierungshemmnisse: Ohne klare finanzielle Rahmenbedingungen bleiben Investitionen zurückhaltend.
- Fehlende Nachfrageinstrumente, komplexe Regulierung und unzureichende Infrastruktur bremsen den Markt.
- Das Ziel von 10 GW Elektrolysekapazität bis 2030 gilt als schwer erreichbar, weil bislang nur ein kleiner Teil davon gebaut oder im Bau ist.
- Bis zu 13 GW an Projekten sind finanziell gesichert, jedoch fehlt die praktische Umsetzung.
Um den Wasserstoffsektor zu stärken, fordert der Fortschrittsmonitor verlässliche Nachfrageinstrumente, pragmatische Regulierung, den Ausbau von Import-, Transport- und Speicherinfrastruktur sowie den zügigen Bau von H₂-fähigen Kraftwerken.
Verkehrswende – positive Entwicklungen bei der Ladeinfrastruktur, aber strukturelle Defizite
Beim Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge verzeichnet der Fortschrittsmonitor deutliche Fortschritte.
Notwendige Rahmenbedingungen für einen schnellen Ausbau
- Verlässliche Flottengrenzwerte und langfristige steuerliche Leitplanken.
- Eine bezahlbare Modellpalette für Elektrofahrzeuge.
- Schnellere Genehmigungsverfahren und verfügbare Flächen, insbesondere für schwere Nutzfahrzeuge.
- Förderprogramme und gesetzliche Rahmenbedingungen, die den Ausbau unterstützen.
Obwohl die Ladeinfrastruktur bereits Fortschritte zeigt, bleibt die Verkehrswende hinter den klimapolitischen Ambitionen zurück. Der Fortschrittsmonitor mahnt an, dass konkrete Umsetzungen nötig sind, um die gesteckten Ziele zu erreichen.
FAQ – häufig gestellte Fragen zur Energiewende
Was sind die Hauptursachen für den langsamen Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft?
Die langsame Umsetzung ist auf mangelnde Nachfrageinstrumente, komplexe Regulierung und unzureichende Infrastruktur zurückzuführen.
Wie wird die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge gefördert?
Förderprogramme und gesetzliche Rahmenbedingungen sollen den schnellen Ausbau der Ladeinfrastruktur vorantreiben.
Zusammenfassung der wichtigsten Fakten (Statistiken)
- Solarstrom 2025: rund 92 TWh, etwa 17 % der Stromerzeugung.
- Installierte PV-Leistung Ende 2025: rund 117 GW.
- Elektrolyse: Ziel 10 GW bis 2030, bislang nur ein kleiner Teil gebaut oder im Bau.
Fazit
Die deutschen Fortschritte bei Photovoltaik und Windkraft zeigen, dass die erneuerbaren Energien bereits einen bedeutenden Anteil am Strommix ausmachen. Gleichzeitig verdeutlichen die Entwicklungen bei Wasserstoff und Verkehr, dass weitere Anstrengungen nötig sind, um die Wasserstoffwirtschaft zu beschleunigen und die Verkehrswende vollständig umzusetzen. Ohne klare finanzielle Rahmenbedingungen, vereinfachte Regulierungen und gezielte Investitionen könnten die Klimaziele gefährdet werden. Der Fortschrittsmonitor Energiewende 2026 liefert damit einen klaren Handlungsrahmen: schnellerer Ausbau, digitalisierte Netze, skalierbare Speicherlösungen und ein stimmiges Wärmepaket sind entscheidend, um die Energiewende nachhaltig und resilient zu gestalten.

