Die geplante Reform des Photovoltaik-Fördersystems könnte den weiteren Ausbau der Solarenergie in Österreich entscheidend beeinflussen. Besonders private Investoren stehen im Fokus, weil die bisherige Förderung stark von Investitionszuschüssen abhängt. Im Folgenden werden aktuelle Nutzungszahlen, die Schwächen des bestehenden Systems, die europäischen Zielvorgaben und der geplante Zeitplan für das neue Fördersystem dargestellt.
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Aktuelle Zahlen zur Photovoltaik-Nutzung in Österreich (2022)
Im Jahr 2022 wurden in Österreich über 1,5 Millionen Photovoltaikanlagen installiert. Die installierten Anlagen erzeugen eine Gesamtleistung von 3,5 GW. Diese Kennzahlen verdeutlichen das rasche Wachstum der Solarenergie und die Bedeutung für die nationale Energiewende.
- Metric: Anzahl Photovoltaikanlagen – 1.500.000 (Jahr 2022)
- Metric: Gesamtleistung Photovoltaik – 3,5 GW (Jahr 2022)
Die Zahlen untermauern die Dringlichkeit eines verlässlichen Fördersystems, das den steigenden Bedarf an Solarenergie decken kann.
Probleme des bisherigen Fördersystems
Seit der Abschaffung der Mehrwertsteuerbefreiung für Investitionszuschüsse ist die Förderung privater Photovoltaik-Dachanlagen vollständig von diesen Zuschüssen abhängig. Das führt zu mehreren Kernproblemen:
- Die Fördermittel reichen nicht aus, um alle Anträge zu bewilligen.
- Das Prinzip „First come, first serve“ benachteiligt viele Interessenten.
- Der letzte Fördercall 2026 war innerhalb von 36 Sekunden vollständig ausgeschöpft.
Diese Punkte wurden von der Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner und Vertretern der Photovoltaik-Branche, insbesondere dem Unternehmen Hansesun, mehrfach betont.
Der letzte Fördercall 2026 – Fakten und Zahlen
- Gesamtzahl der Antragsteller: 25.000 (2026)
- Bewilligte Anträge: 3.000 (2026)
- Verfügbare Fördermittel: 20 Millionen Euro (2026)
Die Mittel reichten nur für 3.000 Anträge, während 25.000 Antragsteller leer ausgingen. Das schnelle Ausscheiden der Mittel verdeutlicht die unzureichende Kapazität des aktuellen Modells.
EU-Ziele für erneuerbare Energien und die Rolle Österreichs
Die Europäische Union hat das Ziel, bis 2030 mindestens 40 % der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zu beziehen. Österreich spielt dabei eine Schlüsselrolle, vor allem durch den Ausbau der Photovoltaik. Ein robustes Fördersystem ist nicht nur für nationale, sondern auch für europäische Klimaziele essentiell.
- Metric: Zielanteil erneuerbare Energien – 40 % (Jahr 2030)
Die Erreichung dieses Ziels erfordert ein zuverlässiges und skalierbares Fördermodell, das Investitionen in Solarenergie fördert.
Geplante Reform: Zeitplan und Inhalte des neuen Fördersystems
Ein Entwurf für das neue Fördersystem soll noch vor dem dritten Fördercall des Jahres, der am 8. Oktober 2026 startet, veröffentlicht werden. Das System soll dann möglichst ab 2027 gelten. Der Zeitrahmen sieht vor:
- Veröffentlichung des Entwurfs vor dem Fördercall im Oktober 2026.
- Inkrafttreten des neuen Systems ab 2027.
Der Entwurf soll die Beteiligung der Photovoltaik-Branche sicherstellen und ein Expertengremium etablieren, das unbürokratische Lösungen entwickelt.
Stimmen aus der Branche
Im Juli 2026 trafen sich die Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner mit Vertretern des Photovoltaik-Unternehmens Hansesun (Andreas Müller und Hannes Wultschnig). Die wichtigsten Aussagen lauteten:
- „Wir werden uns als Experten für eine unbürokratische Förderung einsetzen, die den Ausbau der Photovoltaik beschleunigt und für die vielen Interessierten Sicherheit bringt.“ – Andreas Müller, Hansesun-Sprecher.
- „Wir freuen uns, dass wir den Neustart jetzt aktiv mitgestalten dürfen. Diese Zusage zeigt, dass sich unser Einsatz lohnt.“ – Andreas Müller.
- „Als Stimme aus der Praxis werden wir uns weiterhin für eine vernünftige und unbürokratische Lösung einsetzen – im Sinne der Energiewende und für alle unsere Kundinnen und Kunden.“ – Hannes Wultschnig, Geschäftsführer Hansesun Tirol.
Die Energie-Staatssekretärin betonte zudem die Einrichtung eines Expertengremiums, um das System grundlegend zu ändern.
Risiken bei Verzögerungen
Eventuelle Verzögerungen bei der Implementierung des neuen Systems könnten den Ausbau erneuerbarer Energien behindern und bestehende Investoren abschrecken. Dieser Risikofaktor ist besonders relevant, weil die aktuelle Nachfrage das vorhandene Förderbudget bereits übersteigt.
FAQ zum neuen Fördersystem
- Frage: Was ist der Zeitrahmen für die Einführung des neuen Fördersystems?
Antwort: Das neue Fördersystem soll ab 2027 in Kraft treten, wobei ein Entwurf noch vor dem Fördercall im Oktober 2026 veröffentlicht werden soll.
Fazit
Die Reform des Photovoltaik-Fördersystems in Österreich ist ein zentraler Baustein, um die nationalen und europäischen Klimaziele zu erreichen. Aktuelle Zahlen zeigen ein starkes Wachstum der Solarenergie, gleichzeitig verdeutlichen die letzten Fördercalls die unzureichende Kapazität des bestehenden Modells. Die angekündigte Beteiligung der Branche, ein klarer Zeitplan bis 2027 und die Einrichtung eines Expertengremiums bieten Hoffnung auf ein verlässlicheres und unbürokratischeres Fördersystem. Ohne diese Reform drohen Verzögerungen, die den Ausbau erneuerbarer Energien bremsen und Investoren abschrecken könnten. Ein stabiler Förderrahmen ist daher nicht nur für private Investoren, sondern für die gesamte Energiewende in Österreich und die Erreichung der EU-Ziele von entscheidender Bedeutung.

