Auf dem Solar Quality Summit Europe 2026 in Barcelona diskutierten über 250 Fachvertreter aus Projektentwicklung, Betriebsführung, Finanzierung und Monitoring, wie Künstliche Intelligenz (KI) die gesamte Wertschöpfungskette von Photovoltaik-Anlagen verändern kann. Die zweitägige Konferenz vom 17. bis 18. Februar im Hyatt Regency Barcelona Tower, organisiert von SolarPower Europe und Intersolar Europe, stellte KI in den Mittelpunkt – von der Planung über den Bau bis zum langfristigen Betrieb. Dabei kristallisierte sich ein zentrales Leitmotiv heraus: Ohne hochwertige Daten liefert KI nur „Garbage in, garbage out“.
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KI beschleunigt Planung, Bau und Betrieb von PV-Anlagen – Bedeutung der Datenqualität
Die Eröffnungssession zeigte, dass KI Prozesse deutlich schneller machen kann, wenn die zugrundeliegenden Daten strukturiert und verlässlich sind. Sensoren, Drohnenaufnahmen und digitale Zwillinge liefern die Basis für prädiktive Wartung und frühzeitige Mängelerkennung. Gleichzeitig wurde betont, dass mangelhafte Datenqualität zu kostspieligen Fehlentscheidungen führt. Ein häufig zitierter Satz lautete: „Garbage in, garbage out“ – im Deutschen: „Müll rein, Müll raus“.
- Strukturierte Daten aus Sensoren, Drohnen und digitalen Zwillingen ermöglichen frühzeitige Erkennung von Anlagenmängeln.
- Hohe Datenqualität reduziert das Risiko, dass KI-Modelle Fehler reproduzieren und in großem Maßstab verbreiten.
- Menschliche Plausibilitätsprüfung bleibt unverzichtbar, um KI-Ergebnisse zu validieren.
Praxisbeispiel: Mangelmanagement bei Freiflächenanlagen
Ein Szenario aus der Diskussion zeigte, dass fünf Tage vor der Übergabe einer Freiflächenanlage ein potenzieller Mangel entdeckt wird. Ohne strukturierte Erfassung (Ort, Evidenz, Schweregrad, Status) kann das Problem leicht übersehen oder nur informell an das O&M-Team gemeldet werden. KI-gestützte Dokumentation würde solche Lücken schließen, indem Bilddaten aus Drohnen mit dem digitalen Zwilling abgeglichen werden.
Cybersecurity in PV-Anlagen – neue EU-Regelungen und Praxisbeispiel Polen
Parallel zur KI-Debatte nahm das Thema Cybersicherheit einen prominenten Platz ein. Der Hackerangriff auf eine polnische Erzeugungsanlage, bei dem eine mutmaßlich russische Gruppe in Parkregler eindrang, verdeutlichte die wachsende Angriffsfläche vernetzter PV-Systeme (Wechselrichter, SCADA, Cloud-Monitoring).
- Vier neue EU-Regelungen (2024-2026): NIS2, Cybersecurity Act, Cyber Resilience Act, Network Code on Cybersecurity.
- Regelungen fordern iterative Sicherheitsmaßnahmen: kontinuierliches Patchen, Updates, Monitoring und Incident-Response.
- Geopolitische Abhängigkeiten bleiben bestehen – das Vermeiden eines Herstellers allein schützt nicht vor Angriffen.
Die Diskussion betonte, dass Cyberchecks früh im Projekt verankert werden müssen, nicht erst kurz vor Inbetriebnahme. Ohne regelmäßige Wartung und klare Verantwortlichkeiten können Sicherheitslücken schnell zu kritischen Vorfällen führen.
Iterative Natur der Cybersicherheit
Der Ansatz erfordert kontinuierliche Risikoanalysen, automatisierte Updates und enge Zusammenarbeit zwischen Betreibern und Herstellern, um neue Bedrohungen zeitnah zu adressieren.
Fazit
KI kann die Planung, den Bau und den Betrieb von PV-Anlagen deutlich beschleunigen, vorausgesetzt, die Datenqualität ist hoch und Sicherheitsaspekte werden von Anfang an integriert. Nur durch strukturierte Daten, regelmäßige Cyber-Checks und menschliche Plausibilitätsprüfungen lässt sich das volle Potenzial der Technologie ausschöpfen.
FAQ
Wie wichtig ist Datenqualität für KI in der PV-Branche?
Sehr wichtig – schlechte Daten führen zu falschen Modellergebnissen, was kostspielige Fehlentscheidungen zur Folge haben kann.
Welche EU-Regelungen betreffen die Cybersecurity von PV-Anlagen?
Zu den wichtigsten gehören NIS2, der Cybersecurity Act, der Cyber Resilience Act und der Network Code on Cybersecurity.
Wie können Betreiber die Cybersecurity kontinuierlich verbessern?
Durch regelmäßiges Patchen, automatisierte Updates, kontinuierliches Monitoring und klare Verantwortlichkeiten im O&M-Team.

