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Nanostrukturiertes Silizium und LEEM – Weg über die Shockley-Queisser-Grenze

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    Die Forschung an nanostrukturiertem Silizium eröffnet das Potenzial, die Effizienz von Solarzellen deutlich über die klassische Shockley-Queisser-Grenze zu heben. Das europäische LEEMONS-Projekt (Low-Energy Electron Multiplication on Nanostructured Solar Cells) demonstriert, wie die Nutzung von niederenergetischer Elektronenmultiplikation (LEEM) die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie revolutionieren kann. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Fakten, Daten und technischen Details zusammen, die aus den aktuellen Forschungsberichten und Marktanalysen hervorgehen.

    Grundlagen der Carrier-Multiplikation und LEEM

    Carrier-Multiplikation (CM) beschreibt den Prozess, bei dem ein einzelnes hochenergetisches Photon mehrere Elektron-Loch-Paare erzeugt. In konventionellen Solarzellen wird nur ein Paar pro Photon genutzt, während überschüssige Energie als Wärme verloren geht. LEEM ist eine spezielle Form der CM, die bereits bei niedrigen Überschussenergien einsetzt und damit thermische Verluste reduziert.

    Was ist LEEM?

    • LEEM steht für Low-Energy Electron Multiplication.
    • Ein hochenergetisches Photon erzeugt mehrere niederenergetische Elektronen.
    • Der Vorgang reduziert die Wärmeverluste, die in herkömmlichen Zellen auftreten.
    • LEEM benötigt im Vergleich zu anderen CM-Verfahren wie Multiple Exciton Generation (MEG) eine geringere Aktivierungsenergie und kann somit einen größeren Teil des Sonnenspektrums nutzen.

    Theoretische Effizienzpotenziale von LEEM

    Die detaillierte Bilanzrechnung von Shockley und Queisser geht von einem Maximum von einem Elektron-Loch-Paar pro absorbiertem Photon aus. Durch die Einführung von Carrier-Multiplikation ändern sich diese Annahmen grundlegend.

    • Maximale Effizienz ohne Carrier-Multiplikation (2026): 31,0 % (einzelner p-n-Übergang, Standardbedingungen).
    • Theoretische Effizienz mit Carrier-Multiplikation (2026): 44,7 % unter idealen Bedingungen.
    • Für stark konzentriertes Licht wurden in den Berechnungen sogar Werte von bis zu 85,9 % angegeben.

    Im Vergleich dazu liegt die aktuelle maximale Effizienz von kommerziellen Solarzellen bei 20,4 % (Stand 2022).

    Vergleich mit anderen Multiplikationsverfahren

    MEG (Multiple Exciton Generation) ist ein weiteres Konzept zur Erhöhung der Photovoltaik -Effizienz. Der theoretische Grenzwert für MEG liegt bei 43,6 % (2026), etwas niedriger als die von LEEM prognostizierten 44,7 %.

    • LEEM benötigt eine niedrigere Aktivierungsenergie als MEG.
    • Durch die geringere Schwelle kann LEEM einen größeren Teil des Sonnenspektrums aktivieren.
    • Die Technologie verändert das Silizium selbst und erfordert keine zusätzlichen Halbleiterschichten, wie sie bei Tandem-Zellen nötig sind.

    Technologische Umsetzung von LEEM

    Die Realisierung von LEEM erfolgt über eine präzise kontrollierte Ionenimplantation in kristallines Silizium, gefolgt von einer thermischen Behandlung. Die wichtigsten Schritte im Prozess sind:

    • Ionenimplantation: Energetische Ionen werden in das Silizium eingearbeitet, wodurch lokale amorphe Schichten entstehen.
    • Thermisches Annealing: Durch kontrolliertes Erhitzen wird das Kristallgitter teilweise rekristallisiert, während die ultra-dünnen amorphen Schichten erhalten bleiben.
    • Maskierungstechniken: Harte Masken aus ultra-dünnem Silizium oder Metallnetzen mit Öffnungen bis zu 7 µm ermöglichen ein strukturiertes Implantationsmuster ohne Photoresist.
    • Metallisierung bei niedrigen Temperaturen: Da Standard-Firing-Prozesse (> 400 °C) die Nanostrukturen zerstören könnten, wird an Silberkontakten per Magnetronsputtern bei < 100 °C gearbeitet.
    • Passivierung: Forschungsteams in Deutschland (ISC Konstanz) und der Schweiz (CSEM) untersuchen die Integration von Dielektrik- und Diffusionsschichten, um die Ladungsträger-Lebenszeit zu erhalten.

    Erste experimentelle Ergebnisse aus Januar 2026 zeigten, dass die amorphen Schichten während des Firing-Schrittes stabil bleiben, wenn geeignete Dummy-Wafer-Konfigurationen und laser-unterstützte Kontaktoptimierung (LECO) eingesetzt werden.

    Aktueller Stand und Effizienz-Roadmap

    Die bisherige Forschung liefert folgende Eckdaten:

    • Im Jahr 2022 wurden weltweit 25 GW neue Solarkapazitäten installiert.
    • Die derzeitige maximale Effizienz von Solarzellen liegt bei 20,4 % (2022).
    • Detailberechnungen zeigen, dass mit Carrier-Multiplikation Effizienzen von 44,7 % (Ein-Sonnen-Bedingungen) und bis zu 85,9 % (stark konzentriert) möglich sind.
    • Die LEEM-Technologie soll in etablierten Zellarchitekturen wie PERC und HJT integriert werden, wobei ein erstes Nachweis-Device für 2026 geplant ist.

    Die Projektlaufzeit von LEEMONS erstreckt sich von November 2024 bis Oktober 2027, finanziert durch das EU-Programm Horizon Europe. Das Konsortium besteht aus sechs Partnern: Segton Advanced Technology, CEA-Leti, ISC Konstanz, CSEM, Roltec und der Universität Franche-Comté.

    Herausforderungen und Risiken

    Obwohl das Potenzial groß ist, gibt es technologische Abhängigkeiten, die die Umsetzung erschweren können:

    • Integration neuer Nanostrukturen in bestehende Fertigungsprozesse erfordert Anpassungen bei Metallisierung und Passivierung.
    • Hohe Temperaturprozesse können die implantierten Schichten beschädigen, weshalb niedrige-Temperatur-Metallisierung erforscht wird.
    • Optimierung der Ladungsträger-Lebenszeit ist noch nicht abgeschlossen; erste Tests im Januar 2026 lieferten nicht die erwarteten Verbesserungen.
    • Skalierbarkeit der Ionenimplantation und Maskierung muss für industrielle Serienfertigung nachgewiesen werden.

    FAQ

    Wie wird die LEEM-Technologie in der Praxis umgesetzt?

    Die LEEM-Technologie wird durch kontrollierte Ionenimplantation in Silizium realisiert, gefolgt von einer thermischen Behandlung, um die strukturellen Eigenschaften zu optimieren.

    Fazit

    Nanostrukturiertes Silizium, kombiniert mit der Low-Energy Electron Multiplication, bietet eine vielversprechende Möglichkeit, die Effizienz von Solarzellen weit über die herkömmliche Shockley-Queisser-Grenze zu heben. Mit theoretischen Werten von bis zu 44,7 % unter Ein-Sonnen-Bedingungen und potenziell 85,9 % bei konzentriertem Licht könnte LEEM die nächste Generation photovoltaischer Technologien maßgeblich beeinflussen. Gleichzeitig zeigen die aktuellen Daten, dass die praktische Umsetzung noch vor Herausforderungen steht – insbesondere in Bezug auf Fertigungsintegration und Lebenszeitoptimierung. Die laufenden Arbeiten des LEEMONS-Konsortiums bis 2027 werden entscheidend dafür sein, ob das enorme theoretische Potenzial in marktreife Produkte überführt werden kann.

    Carsten Steffen
    Autor: Carsten Steffen
    Carsten Steffen, Gründer von photovoltaik.sh, bringt sein tiefes Verständnis für Photovoltaik und seine Begeisterung für erneuerbare Energien ein, um Kunden in Schleswig-Holstein seit 2021 schneller und kostengünstiger zu ihrer eigenen Photovoltaikanlage zu verhelfen. Ermöglicht wird das Dank der Zusammenarbeit mit lokalen Solarteuren. Regelmäßige Schulungen runden unsere Expertise ab. Mit der Gründung von photovoltaik.sh sind wir Ihr vertrauenswürdigen Partner für alle, die ihren Stromverbrauch nachhaltig gestalten möchten.
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