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Perowskit-Solarzellen: Natürliche Domänenwände erklären außergewöhnliche Effizienz

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    Forscher des Institute of Science and Technology Austria (ISTA) haben ein natürliches Netzwerk aus ladungstrennenden Domänenwänden nachgewiesen, das in Bleihalogenid-Perowskiten wie ein Autobahn-System für Elektronen und Löcher wirkt. Die Entdeckung erklärt, warum diese Solarzellen trotz zahlreicher struktureller Defekte sehr hohe Wirkungsgrade erreichen und damit Silizium-Zellen in Effizienz und Preis herausfordern können.

    Wie Domänenwände Ladungsträger trennen

    Perowskite werden lösungsbasiert gezüchtet und enthalten von Natur aus zahlreiche Defekte. ISTA-Physiker Dmytro Rak und Zhanybek Alpichshev haben gezeigt, dass an sogenannten Domänenwänden ein lokales elektrisches Feld entsteht, das entgegengesetzte Ladungen auseinanderzieht. Sobald ein Elektron-Loch-Paar in der Nähe einer Wand entsteht, werden die Teilchen auf gegenüberliegende Seiten der Wand geschoben und können dort über große Distanzen wandern, ohne sofort zu rekombinieren. Dieses Prinzip schafft im Material „Autobahnen“ für Ladungsträger und ermöglicht den Langstreckentransport, der für hohe Solarzellen-Effizienz nötig ist.

    Um das unsichtbare Netzwerk sichtbar zu machen, entwickelte Rak eine elektrochemische Färbetechnik: Silberionen wurden in den Kristall diffundiert, sammelten sich an den Domänenwänden und wurden dort zu metallischem Silber reduziert. Unter dem Mikroskop erscheint das Netzwerk als silbernes Gitter – ein Bild, das die Forscher mit einer Angiographie in lebendem Gewebe vergleichen.

    • Domänenwände bilden ein volumetrisches Netzwerk im gesamten Perowskit-Kristall.
    • Lokale elektrische Felder an den Wänden trennen Elektron-Loch-Paare.
    • Die Trennung verhindert sofortige Rekombination und ermöglicht langen Transport.

    Aktuelle Laborwirkungsgrade und Tandemrekorde

    Die mechanistische Erklärung von ISTA unterstützt die beeindruckenden Leistungszahlen, die in den letzten Jahren erzielt wurden:

    • Einzelzellen aus Perowskit erreichen im Labor Wirkungsgrade von über 25 %.
    • Perowskit-Silizium-Tandemzellen haben einen Rekordwirkungsgrad von 31,4 %.

    Im Vergleich liegt der Industriestandard für Silizium-Solarzellen bei etwa 22-25 %. Die Daten zeigen, dass Perowskite trotz ihrer Defekt-Dichte nicht nur konkurrenzfähig, sondern in Kombination mit Silizium sogar überlegen sein können.

    Stabilitätsverbesserungen und Defektmanagement

    Ein häufig genanntes Hindernis für die Kommerzialisierung ist die Langzeitstabilität. Aktuelle Forschung liefert jedoch vielversprechende Ansätze:

    • Passivierung mit Fluor-Verbindungen steigert den Wirkungsgrad auf 27 %.
    • Unter standardisierter Sonneneinstrahlung bleibt die Zelle 1.200 Stunden (entspricht einem Jahr Außenbetrieb) ohne merklichen Wirkungsgrad-Abfall.

    Die Studien zeigen, dass tiefe Defekte in Perowskiten selten sind, sodass die Rekombination gering bleibt. Diese Eigenschaft, kombiniert mit der Domänenwand-Mechanik, erklärt die hohe Effizienz trotz lösungsbasierter Herstellung.

    Modulskalierung und Weltrekorde

    Der Übergang vom Labormuster zur industriellen Modulgröße ist ein entscheidender Schritt. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) demonstrierte 2021 einen Weltrekord für perowskitbasierte Module:

    • Wirkungsgrad von 18 % auf einer Fläche von 4 cm² bei Vakuum-Prozessierung.

    Das Ziel ist, Effizienzen von über 20 % auf größeren Flächen zu erreichen – ein Fortschritt, der den ISTA-Mechanismus für die Industrie besonders relevant macht.

    Risiken und Gegenargumente: Stabilität und jahreszeitliche Schwankungen

    Obwohl die Laborergebnisse vielversprechend sind, gibt es nach wie vor kritische Punkte:

    • Perowskite degradieren unter realen Bedingungen schneller als Silizium, was die Langzeitzuverlässigkeit in Frage stellt.
    • Jahreszeitliche Effizienzschwankungen wurden beobachtet, was die erwartete Feldleistung beeinflussen kann.

    Diese Gegenpunkte betonen, dass umfassende Feldtests und weitere Stabilitätsoptimierungen notwendig sind, bevor Perowskit-Solarzellen breit kommerziell eingesetzt werden können.

    FAQ

    Welchen Wirkungsgrad erreichen Perowskit-Solarzellen aktuell?

    Im Labor über 25 %; Tandemzellen mit Silizium bis zu 31,4 % (2024). Der Silizium-Industriestandard liegt bei ca. 22-25 %.

    Warum sind Perowskite trotz Defekten effizient?

    Domänenwände trennen Ladungen; tiefe Defekte fehlen häufig, wodurch Rekombination minimiert wird.

    Wie stabil sind Perowskit-Zellen?

    Mit neuer Fluor-Passivierung erreichen sie 1.200 Stunden Sonneneinstrahlung ohne Abbau (2024); ohne Passivierung kann bereits nach 300 Stunden ein Verlust von 20 % auftreten.

    Fazit

    Die ISTA-Forschung liefert die bislang fehlende physikalische Erklärung für die außergewöhnliche Effizienz von Perowskit-Solarzellen: ein natürliches Netzwerk aus ladungstrennenden Domänenwänden wirkt als Autobahn für Elektronen und Löcher und verhindert deren Rekombination. Kombiniert mit aktuellen Labor-Wirkungsgraden von über 25 % (Einzelzellen) und Rekorden von 31,4 % für Perowskit-Silizium-Tandems, zeigen die Daten ein enormes Potenzial gegenüber etablierten Silizium-Technologien. Gleichzeitig verdeutlichen Stabilitäts- und Schwankungs-Probleme, dass weitere Forschung nötig ist, um die Langzeitzuverlässigkeit zu sichern. Erfolgreiche Passivierungs-Ansätze und die Skalierung von Modulen auf über 20 % Effizienz deuten jedoch darauf hin, dass Perowskite kurz davor stehen, von Labor-Prototypen zu einer marktreifen, kostengünstigen Alternative für die Photovoltaik zu werden.

    Carsten Steffen
    Autor: Carsten Steffen
    Carsten Steffen, Gründer von photovoltaik.sh, bringt sein tiefes Verständnis für Photovoltaik und seine Begeisterung für erneuerbare Energien ein, um Kunden in Schleswig-Holstein seit 2021 schneller und kostengünstiger zu ihrer eigenen Photovoltaikanlage zu verhelfen. Ermöglicht wird das Dank der Zusammenarbeit mit lokalen Solarteuren. Regelmäßige Schulungen runden unsere Expertise ab. Mit der Gründung von photovoltaik.sh sind wir Ihr vertrauenswürdigen Partner für alle, die ihren Stromverbrauch nachhaltig gestalten möchten.
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