Betreiber von Wind- und Photovoltaik-Freiflächenanlagen stehen zunehmend vor einer doppelten finanziellen Herausforderung: Einerseits müssen sie Kommunen an Strommengen beteiligen, andererseits erhalten sie nicht immer die dafür vorgesehenen Rückerstattungen von den Netzbetreibern. Diese Diskrepanz kann die Wirtschaftlichkeit von Projekten erheblich gefährden und zu unerwarteten Kosten führen.
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Ausmaß der kommunalen Beteiligung
Laut den Daten von Node Energy sind bereits mehr als 3.000 Anlagen mit kommunaler Beteiligung im System erfasst. Insgesamt 1.200 Kommunen sind daran beteiligt. Pro Anlage und Jahr werden im Durchschnitt 7.170 Euro an die Kommunen gezahlt. Die Analyse zeigt, dass im Schnitt 3,6 Gemeinden pro Windenergieanlage beteiligt werden und bei 93 % der Anlagen mehr als eine Kommune einbezogen ist.
Beispielhafte Zahlen zu Zahlungen und Rückerstattungen
- Zahlungen an Kommunen im Jahr 2025: 21,5 Millionen Euro (Quelle: Fraunhofer UMSICHT, S1)
- Erstattungen durch Netzbetreiber im selben Jahr: 17 Millionen Euro (Quelle: Fraunhofer UMSICHT, S1)
- Beteiligte Kommunen (2023): 1.200 (Quelle: Fraunhofer UMSICHT, S1)
Finanzielle Risiken durch fehlende Rückerstattung
Eine Analyse des Fraunhofer-Instituts UMSICHT hat ergeben, dass Betreiber durch nicht erstattete Strommengen bis zu 10 % ihrer Einnahmen verlieren können (2023). Dieser Verlust stellt ein erhebliches Risiko für die Tragfähigkeit von Projekten dar.
Ein konkretes Beispiel aus der Praxis verdeutlicht die Problematik: Ein 9-Megawatt-Windpark beteiligte seine Kommune an 15,7 Gigawattstunden Strom, was Kosten von 31.400 Euro verursachte. Rückerstattungsfähig waren jedoch nur 4 Gigawattstunden (entsprechend 8.000 Euro). Der Betreiber musste die Differenz von mehr als 23.000 Euro selbst tragen.
Der Grund liegt darin, dass Kommunen auch an fiktiven oder nicht geförderten Strommengen beteiligt werden können – etwa bei Abregelungen oder wenn wegen negativer bzw. hoher Börsenpreise nach § 51 EEG keine Marktprämie anfällt. Diese Mengen sind zwar beteiligungsfähig, jedoch nicht erstattungsfähig.
Gesetzliche Verpflichtungen und regionale Unterschiede
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat festgestellt, dass die gesetzliche Verpflichtung zur kommunalen Beteiligung in Deutschland nicht einheitlich geregelt ist. Von den 16 Bundesländern haben 9 verbindliche Regelungen eingeführt (2023). Die übrigen sieben Bundesländer besitzen keine spezifische Gesetzgebung, was zu einem föderalen Flickenteppich aus unterschiedlichen Fristen und Sanktionen führt.
Die Entwicklung der gesetzlichen Rahmenbedingungen lässt sich wie folgt zusammenfassen:
- EEG 2021: Einführung der Beteiligung als freiwilliges Angebot.
- 2023: Öffnungsklausel § 22b ermöglicht eigene Landesgesetze.
- Heute: Verpflichtende Beteiligung in neun Bundesländern, freiwillig bzw. unreguliert in sieben.
Die Konsequenzen variieren stark: In Niedersachsen können bei Fehlverhalten Sanktionen von bis zu eine Million Euro drohen, während in Brandenburg eine nicht anrechenbare Sonderabgabe zu einer reinen Kostenlast ohne Rückerstattung führt.
Zahlen und Kennzahlen im Überblick
| Metric | Wert | Einheit | Jahr | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Zahlungen an Kommunen | 21,5 | Millionen Euro | 2025 | S1 |
| Erstattungen durch Netzbetreiber | 17 | Millionen Euro | 2025 | S1 |
| Beteiligte Kommunen | 1.200 | Kommunen | 2023 | S1 |
| Verlust an Einnahmen durch fehlende Rückerstattung | 10 | Prozent | 2023 | Fraunhofer UMSICHT |
| Bundesländer mit spezifischer Gesetzgebung | 9 | Bundesländer | 2023 | BMWK |
Praktische Umsetzung und digitale Unterstützung
Node Energy hat mit seiner Abrechnungssoftware Opti.node einen automatisierten Prozess entwickelt, der Betreiber dabei unterstützt, die finanziellen Risiken zu minimieren:
- Automatisierte Beschaffung von Energie- und Marktpreisdaten inklusive § 51-EEG-Logik.
- Kommentierter Mustervertrag, der unbeabsichtigte Beteiligungen an nicht erstattungsfähigen Mengen vermeidet.
- Erstellung prüfbarer Gutschriften für die beteiligten Kommunen.
- Einheitlicher Rückerstattungsprozess zum 28. Februar über heterogene Netzbetreiber-Vorgaben hinweg.
Durch diese digitale Lösung können Betreiber transparent nachweisen, welche Mengen tatsächlich erstattungsfähig sind, und gleichzeitig die Anfragen der Kommunen effizient beantworten.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Warum ist die Rückerstattung von Strommengen wichtig für Betreiber?Die Rückerstattung ist entscheidend, da nicht erstattete Strommengen die Finanzlage der Betreiber stark belasten und zu unerwarteten Kosten führen können.
Fazit
Die finanzielle Beteiligung von Kommunen an Wind- und Photovoltaik-Freiflächenanlagen ist heute in vielen Bundesländern verpflichtend und birgt ein erhebliches Risiko, wenn Rückerstattungen nicht korrekt berücksichtigt werden. Betreiber können bis zu 10 % ihrer Einnahmen verlieren, Sanktionen von bis zu einer Million Euro riskieren und in Fällen von nicht erstattungsfähigen Mengen erhebliche Eigenkosten tragen. Die heterogene Gesetzeslage in den deutschen Bundesländern verschärft die Komplexität zusätzlich.
Digitale Werkzeuge wie die Opti.node-Plattform von Node Energy ermöglichen es, diese Risiken zu identifizieren, zu quantifizieren und proaktiv zu managen. Eine genaue Prüfung der kommunalen Beteiligungen sowie ein klarer Überblick über erstattungsfähige und nicht erstattungsfähige Strommengen sind unerlässlich, um die Wirtschaftlichkeit von Wind- und Solarparks langfristig zu sichern.

