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Furcht vor sozialer Spaltung und sinkende Zustimmung: Ergebnisse des Sozialen Nachhaltigkeitsbarometers 2026 zur deutschen Energiewende

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    Furcht vor sozialer Spaltung und sinkende Zustimmung: Ergebnisse des Sozialen Nachhaltigkeitsbarometers 2026 zur deutschen Energiewende

    Das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer der Transformation, ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung und des Forschungsinstituts für Nachhaltigkeit (RIFS) am Deutschen Geoforschungszentrum, liefert 2026 ein differenziertes Bild der deutschen Gesellschaftsbasis für die Energiewende. Während die grundsätzliche Unterstützung für Klimaschutz nach wie vor hoch ist, zeigen die neuesten Zahlen einen deutlichen Rückgang der Zustimmung zur Energiewende, wachsende finanzielle Sorgen, ein ausgeprägtes Misstrauen gegenüber politischen Entscheidungen und die Angst vor einer gesellschaftlichen Spaltung. Zusätzlich verdeutlichen regionale Unterschiede, dass Akzeptanz nicht homogen über das Land verteilt ist.

    Gesamttrend: Rückgang der Zustimmung zur Energiewende

    Vor fünf Jahren lag die Zustimmung zur Energiewende bei 69 %, vor drei Jahren bei 65 %. Im Jahr 2026 ist dieser Wert auf 60 % gesunken – ein klarer Abwärtstrend (Quelle: S1). Trotz dieses Rückgangs sprechen sich 78 % der Befragten weiterhin für einen höheren Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung aus (S1). Gleichzeitig empfinden 56 % die Energiewende-Politik als tendenziell unverständlich, 63 % als bürgerfern, und 55 % vertrauen der Bundesregierung nicht, dass sie den Wandel im Interesse der Allgemeinheit gestaltet (S1).

    Finanzielle Belastungen und Wahrnehmung von Ungerechtigkeit

    Finanzielle Sorgen prägen die öffentliche Meinung stark. 53 % der Befragten befürchten, dass Klimaschutzmaßnahmen ihre persönliche finanzielle Situation belasten. 79 % halten den privaten Umstieg auf klimafreundliche Technologien ohne staatliche Förderung für nicht machbar (S1). Konkret nennen 41 % finanzielle Gründe als Hindernis für die Anschaffung einer Wärmepumpe, 52 % für die energetische Gebäudesanierung und 26 % sehen keine Möglichkeit, künftig umweltfreundlicher zu mobilisieren. Darüber hinaus fürchten 39 % einen gesamtwirtschaftlichen Wohlstandsverlust im Zuge der aktuellen Klimapolitik (S1).

    Sozialpsychologische Dimension: Angst vor gesellschaftlicher Spaltung

    Die Panelbefragung von Bertelsmann Stiftung und RIFS (2026) zeigt, dass 50 % der Bevölkerung befürchten, die Transformation könnte die gesellschaftliche Spaltung vertiefen (S2). Diese Angst wird durch die bereits erwähnten Wahrnehmungen von Unverständlichkeit (56 %) und Bürgerferne (63 %) verstärkt und stellt ein zentrales Risiko für die politische Umsetzung dar.

    Hohe Grundsatzakzeptanz erneuerbarer Energien trotz Krisen

    Unabhängige Erhebungen bestätigen, dass das Grundsatzbewusstsein für erneuerbare Energien nach wie vor stark ist. Eine YouGov-Umfrage im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) aus dem Jahr 2024 ergab eine Befürwortungsrate von 81 % für den Ausbau erneuerbarer Energien (S3). Gleichzeitig bewerten 54 % der Deutschen Umwelt- und Klimaschutz als sehr wichtig (UBA-Studie 2024), obwohl dieser Wert im Vergleich zu 2020 um 11 % gesunken ist (S4). Die Diskrepanz zwischen hoher Grundsatzunterstützung und geringerer Zahlungsbereitschaft – das sogenannte Attitude-Action-Gap – wird als zentrale Herausforderung identifiziert.

    Regionale Unterschiede in der Akzeptanz

    Regionale Divergenzen prägen die Akzeptanz von Energieprojekten. Die AEE-Akzeptanzumfrage von 2024 zeigt, dass der Widerstand gegen Windparks in Ostdeutschland bei 14 % liegt, während er in Westdeutschland nur 6 % beträgt (S4). Diese Unterschiede spiegeln lokale Wirtschaftsstrukturen, ökologische Empfindlichkeiten und soziale Entwicklungen wider und verdeutlichen, dass nationale Klimapolitik allein nicht ausreicht, um lokale Akzeptanz zu sichern.

    Geforderte Maßnahmen für mehr Akzeptanz

    Die Befragten verlangen konkrete politische Rahmenbedingungen, um die Energiewende sozial verträglich zu gestalten:

    • Verlässliche staatliche Förderprogramme – 79 % halten den Umstieg ohne Förderung für nicht machbar (S1).
    • Ausbau öffentlicher Infrastruktur, insbesondere des Personennahverkehrs (FAQ).
    • Klare Preissignale und gesetzliche Vorgaben, die den privaten Handlungsspielraum erweitern (FAQ).
    • Transparente und planungssichere Rahmenbedingungen, die lokale Akzeptanz erhöhen (FAQ).

    Risiken für die Umsetzung der Energiewende

    • Attitude-Action-Gap: Hohe Zustimmungswerte für Erneuerbare können schnell erodieren, sobald direkte Kosten oder Nutzungseinschränkungen spürbar werden.
    • Politische Instrumentalisierung von Unsicherheit: Unklare Lastenverteilung kann populistische Narrative begünstigen, die den Klimaschutz blockieren.
    • Koordinationsprobleme zwischen Bundesländern: Regionale Unterschiede und divergierende Prioritäten können die nationale Energiewende hemmen und Verunsicherung verstärken.

    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    • Wer hat das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer erhoben und wie repräsentativ ist es? Die Studie wurde von der Bertelsmann Stiftung und dem Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit (RIFS) durchgeführt. Im Jahr 2026 befragte das Institut Forsa im März und April 6.566 Personen in einer bevölkerungsrepräsentativen Panelstudie (FAQ).
    • Warum sinkt die Zustimmung zur Energiewende trotz anhaltender Sorge vor dem Klimawandel? Hauptgründe sind die wahrgenommene finanzielle Überlastung der Haushalte, mangelnde Nachvollziehbarkeit politischer Entscheidungen und das Misstrauen gegenüber einer sozial gerechten Lastenverteilung (FAQ).
    • Welche Maßnahmen fordern die Bürger für mehr Akzeptanz? Eine breite Mehrheit verlangt verlässliche staatliche Förderprogramme (79 %), den Ausbau öffentlicher Infrastruktur wie den Nahverkehr sowie transparente und planungssichere Rahmenbedingungen (FAQ).
    • Warum gibt es Unterschiede in der Akzeptanz regional? Lokale Wirtschaftsstrukturen, ökologische Empfindlichkeit und soziale Entwicklung erklären die regionalen Differenzen; im Nordosten ist der Windparkwiderstand besonders hoch (FAQ).

    Fazit

    Das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer 2026 zeichnet ein ambivalentes Bild: Während die grundsätzliche Unterstützung für erneuerbare Energien und Klimaschutz nach wie vor stark ist, schwächt ein Mix aus finanziellen Sorgen, Vertrauensverlust und der Angst vor gesellschaftlicher Spaltung die politische Durchsetzbarkeit der Energiewende. Regionelle Unterschiede verstärken diese Tendenzen und erfordern maßgeschneiderte, lokal verankerte Kommunikations- und Förderstrategien. Ohne transparente Lastenverteilung, verlässliche staatliche Unterstützung und eine stärkere Einbindung der Bürgerinnen und Bürger riskieren Entscheidungsträger, die notwendige gesellschaftliche Mehrheit zu verlieren – ein Szenario, das den Erfolg der deutschen Klimapolitik ernsthaft gefährden könnte.

    Carsten Steffen
    Autor: Carsten Steffen
    Carsten Steffen, Gründer von photovoltaik.sh, bringt sein tiefes Verständnis für Photovoltaik und seine Begeisterung für erneuerbare Energien ein, um Kunden in Schleswig-Holstein seit 2021 schneller und kostengünstiger zu ihrer eigenen Photovoltaikanlage zu verhelfen. Ermöglicht wird das Dank der Zusammenarbeit mit lokalen Solarteuren. Regelmäßige Schulungen runden unsere Expertise ab. Mit der Gründung von photovoltaik.sh sind wir Ihr vertrauenswürdigen Partner für alle, die ihren Stromverbrauch nachhaltig gestalten möchten.
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