Die Bundesregierung diskutiert, die Einspeisevergütung für neue Photovoltaik-Anlagen unter 25 kW ab 2027 abzuschaffen. Da 90 % aller PV-Systeme in Deutschland in diese Leistungsgruppe fallen, könnte die Maßnahme die kleinsten Betreiber stark treffen. Besonders in städtischen Gebieten, wo fast ausschließlich Kleinanlagen installiert sind, stellt dies ein zentrales Risiko für den weiteren Ausbau der Solarenergie dar.
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Aktuelle Marktstruktur der Photovoltaik in Deutschland
Bis Ende 2022 waren mehr als 2,2 Millionen Photovoltaik-Anlagen in Betrieb. Diese Zahl verdeutlicht das enorme Potenzial kleiner Systeme:
- 90 % aller PV-Systeme haben eine Leistung von weniger als 25 kW.
- Nur 0,5 % der Installationen in Berlin erreichen die 25-kW-Grenze.
- Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 3,5 % größerer Anlagen.
Die Daten stammen aus einer Analyse von fünf Millionen Datensätzen des Marktstammdatenregisters, ausgewertet von Aroundhome.
Geplante Abschaffung der Einspeisevergütung für Neuanlagen unter 25 kW
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat angekündigt, die Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen kleiner 25 kW ab 2027 zu entfernen. Wichtig ist, dass bestehende Anlagen ihr Anrecht auf die EEG-Vergütung behalten – die Änderung betrifft ausschließlich Neuanlagen.
Regionale Unterschiede bei der Größe von PV-Anlagen
Die Analyse von Aroundhome zeigt deutliche Unterschiede zwischen Städten und ländlichen Regionen:
- Berlin: 0,5 % über 25 kW
- Dresden und Bonn: je 0,6 %
- Leipzig und Jena: je 0,8 %
- München, Duisburg, Potsdam: je 0,9 %
- Ravensburg: 7,2 %
- Ahlen: 6,6 %
- Dorsten: 6,4 %
- Hamburg (Stadtstaat): 1,1 %
- Bremen (Stadtstaat): 1,4 %
- Sachsen: 2,1 %
- Saarland: 2,2 %
- Bayern: 7,8 %
- Schleswig-Holstein: 6,6 %
- Niedersachsen: 6,0 %
Der bundesweite Durchschnitt von nur 3,5 % größerer Installationen unterstreicht die Dominanz kleiner Systeme im gesamten Land.
Warum kleine Anlagen entscheidend sind
Die Bedeutung kleiner Solarinstallationen wird durch die aktuelle Anzahl von über 2 Millionen Anlagen deutlich. Sie tragen erheblich zur Energiewende bei, insbesondere in dicht besiedelten Städten, wo sie den Großteil der PV-Fläche ausmachen. Ein Verzicht auf die Einspeisevergütung könnte viele dieser Betreiber entmutigen und die Erreichung der Klimaziele gefährden.
Politische Ziele versus geplante Maßnahmen
Die Bundesregierung hat das Ziel, die installierte PV-Leistung bis 2030 auf mindestens 100 GW zu erhöhen. Dieses ambitionierte Ziel erfordert Anreize für sowohl große als auch kleine Anlagen. Während größere Systeme schnell hohe Leistungen liefern, sichern kleine Anlagen die flächendeckende Verbreitung von Solarenergie in urbanen Räumen. Die geplante Abschaffung der Vergütung für neue Kleinanlagen steht im Widerspruch zu diesem Ziel.
Risiken und mögliche Gegenmaßnahmen
- Risiko der Einspeisegarantie-Einschränkungen: Die Abschaffung könnte kleinere Betreiber entmutigen und den Ausbau der Solarenergie bremsen.
- Notwendigkeit einer ausgewogenen Politik, die sowohl große als auch kleine Installationen unterstützt, um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen.
FAQ zur Einspeisevergütung
- Was ist die Einspeisevergütung? Die Einspeisevergütung ist eine finanzielle Unterstützung, die Betreiber von PV-Anlagen für den in das öffentliche Netz eingespeisten Strom erhalten.
- Wie viele PV-Anlagen gibt es in Deutschland? Bis Ende 2022 waren mehr als 2 Millionen Photovoltaikanlagen in Deutschland in Betrieb.
Fazit
Die geplante Abschaffung der Einspeisevergütung für neue Anlagen unter 25 kW würde potenziell 90 % des bestehenden PV-Bestands betreffen, weil die überwiegende Mehrheit der deutschen Photovoltaik-Anlagen in diese Kategorie fällt. Regionale Analysen zeigen, dass insbesondere Großstädte fast ausschließlich kleine Systeme nutzen. Gleichzeitig strebt die Bundesregierung ein PV-Ziel von 100 GW bis 2030 an – ein Ziel, das ohne Anreize für Kleinanlagen kaum erreichbar ist. Eine Politik, die beide Seiten berücksichtigt, ist entscheidend, um den Ausbau der Solarenergie nachhaltig zu sichern.

