Im Rahmen des GreenTech-Innovationswettbewerbs entwickelt die VARTA Storage GmbH gemeinsam mit vier Partnern den digitalen Batteriepass DIGIBATT360. Das Projekt zielt darauf ab, einen dezentralen Datenraum zu schaffen, in dem Lebenszyklusdaten von Industrie- und Light-Means-of-Transport-Batterien (LMT) transparent und standardisiert bereitgestellt werden. Durch KI-gestützte Zustandsprognosen soll die Nutzungsdauer von Batterien verlängert und die Ressourceneffizienz im Sinne einer zirkulären Wirtschaft gesteigert werden.
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EU-Batterieverordnung als rechtlicher Rahmen
Die europäische Batterieverordnung (EU 2023/204), die 2023 in Kraft trat, fordert ein nachhaltiges Management von Batterien. Ziel ist es, bis 2027 den Anteil wiederverwendbarer Batterien auf 70 % zu erhöhen (Quelle S1). Der digitale Batteriepass wird als zentrales Instrument zur Erreichung dieses Ziels definiert, weil er standardisierte Informationen über den gesamten Lebenszyklus einer Batterie bereitstellt und damit Transparenz für Nutzung, Zweitverwendung und Recycling schafft.
Ziele und Kernkomponenten von DIGIBATT360
KI-gestützte Zustandsprognosen
Auf Basis der gesammelten Daten entwickelt das Konsortium KI-gestützte Modelle, die den Batteriezustand prognostizieren. Diese Zustandsprognosen unterstützen Entscheidungen über Weiterverwendung, Reparatur oder Recycling und tragen damit zur Verlängerung der Batterielebensdauer bei.
Second-Use-Strategien und Ressourceneffizienz
Im Projekt stehen vier zentrale Strategien im Fokus:
- Reuse – Wiederverwendung von Batterien in neuen Anwendungen.
- Repair – Reparatur und Instandsetzung zur Lebensdauerverlängerung.
- Remanufacturing – Aufbereitung und Wiederaufbereitung zu neuwertigen Komponenten.
- Recycling – Rückgewinnung von Rohstoffen am Ende des Lebenszyklus.
Durch die einheitliche Datenbasis sollen diese Maßnahmen besser geplant und gesteuert werden.
Marktentwicklung im Batterierecycling
Der globale Markt für Batterierecycling wird bis 2030 voraussichtlich ein Volumen von über 24 Milliarden Euro erreichen. Die jährliche Wachstumsrate liegt dabei bei 25 % (Quelle S2). Diese Dynamik verdeutlicht die ökonomische Dringlichkeit, digitale Lösungen wie den Batteriepass zu etablieren, um zukünftige Geschäftsmodelle im Recycling zu unterstützen.
Projektpartner und ihre Rollen
Das DIGIBATT360-Konsortium besteht aus fünf Akteuren, die jeweils spezifische Kompetenzen einbringen:
- VARTA Storage GmbH – Projektkoordination und Expertise im Second-Use-Segment.
- Circulor – Datenmanagement und Tracking-Lösungen.
- Fraunhofer Institute for Integrated Circuits IIS (Dr. Jan Hofmann) – Forschung zu KI-Methoden und Zustandsprognosen.
- NeuroControls – Entwicklung von Algorithmen für Batteriezustandsbewertung.
- VRI GmbH Batterie-Technik – Praxisnahe Tests und Integration von Batteriemodulen.
Bei der offiziellen Förderbescheiderteilung im Rahmen des GreenTech-Innovationswettbewerbs präsentierten die Vertreter Dr. Dennis Hein (VARTA), Dr. Rolf-Dieter Jungk (Staatssekretär BMFTR) und Nikolai D’Agostino (Circulor) das Projekt vor einer grünen Wand mit weiteren GreenTech-Förderprojekten.
Herausforderungen und Risiken
Ein dezentraler Datenraum erfordert hohe Standards in Bezug auf Datensicherheit und Interoperabilität. Technische Herausforderungen bei der Datenintegration können die Umsetzung verzögern und potenzielle Risiken für die Datensicherheit mit sich bringen. Das Projekt muss daher robuste Sicherheitsarchitekturen und einheitliche Datenformate etablieren, um diese Risiken zu minimieren.
FAQ zum digitalen Batteriepass
Was ist der digitale Batteriepass?
Der digitale Batteriepass ist ein Konzept, das transparente Informationen über den gesamten Lebenszyklus einer Batterie bereitstellt. Ziel ist es, Recycling und Wiederverwendung zu fördern, indem alle relevanten Akteure auf einheitliche Daten zugreifen können.
Fazit
Der digitale Batteriepass von DIGIBATT360 verbindet regulatorische Vorgaben der EU-Batterieverordnung, technologische Innovationen wie KI-gestützte Zustandsprognosen und einen dezentralen Datenraum, um die Transparenz und Effizienz im Batteriemanagement zu erhöhen. Angesichts des stark wachsenden Batterierecycling-Marktes und des ambitionierten Ziels, bis 2027 70 % der Batterien wiederzuverwenden, bietet das Projekt eine zentrale Lösung für die Herausforderungen der zirkulären Wirtschaft. Gleichzeitig gilt es, technische Hürden bei Datenintegration und Sicherheit zu meistern, um die langfristige Funktionsfähigkeit des dezentralen Datenraums sicherzustellen. Erfolgreich umgesetzt, könnte DIGIBATT360 als Vorbild für weitere EU-konforme Initiativen dienen und einen entscheidenden Beitrag zur Ressourcenschonung und Klimaneutralität leisten.

