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Entwicklung eines intelligenten Fensters mit integrierten PV-Zellen und PDLC-Technologie

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    Intelligente Fenstersysteme, die Photovoltaik ( PV ) mit polymer-dispergierten Flüssigkristallen (PDLC) kombinieren, versprechen eine erhebliche Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden und bieten zugleich eine nachhaltige Nutzung von Solarenergie. Die aktuelle Forschung aus dem Vereinigten Königreich demonstriert, dass ein solches System stabile Leistung bei hoher visueller Qualität liefert und gleichzeitig schaltbare Transparenz ermöglicht.

    Technologische Grundlagen von PDLC und BIPV

    Die Polymer-dispergierten Flüssigkristalle (PDLC) haben sich als vielversprechend für adaptive Fenstersysteme erwiesen. Durch Anlegen einer elektrischen Spannung werden die Kristalle ausgerichtet, sodass das Fenster transparent wird; ohne Spannung bleibt es undurchsichtig. Diese Fähigkeit verbessert nicht nur den Energieverbrauch, sondern erhöht auch den Innenkomfort der Nutzer.

    Funktionsweise der schaltbaren Fenster

    Die PDLC-Technologie verwendet eine elektrische Quelle, um Kristalle auszurichten, wodurch das Fenster entweder transparent oder undurchsichtig wird.

    • Bei angelegter Spannung (ca. 20 V AC) wird das PDLC-Film transparent.
    • Ohne Spannung bleibt das Material lichtstreuend (transluzent).

    Durch die Integration von PV-Modulen wird zusätzlich elektrische Energie erzeugt, ohne die optischen Eigenschaften wesentlich zu beeinträchtigen.

    Experimentelle Ergebnisse und Leistungskennzahlen

    Forscher der University of Exeter haben zwei Konfigurationen getestet: PDLC- BIPV (PDLC zuerst zur Sonne) und BIPV-PDLC (PV zuerst zur Sonne). Beide Anordnungen zeigen ähnliche Wärmeübergangs- und Solar-Heat-Gain-Coefficients, wobei die Platzierung der PV-Schicht leichte Unterschiede verursacht.

    Die Testproben bestanden aus Glas- und Acryl-Glasplatten (0,3 m × 0,21 m × 0,004 m) mit sechs 0,43 W-PV-Zellen, die in zwei parallelen Strängen zu je drei Zellen geschaltet waren. Ein Innen-Sonnensimulator lieferte 1 000 W/m², während Temperatur- und elektrische Messungen alle fünf Minuten erfolgten.

    Messwerte im ON-Zustand (Transparenz aktiviert)

    • Solar Transmission: 62 %
    • Reflexion: 18 %
    • Haze: 15 %
    • Solar Skin Protection Factor (SSPF): 78 %
    • Solar Material Protection Factor (SMPF): 43 %
    • Correlated Color Temperature (CCT): 5 983 K
    • Color Rendering Index (CRI): 97
    • Solar Heat Gain Coefficient (g-value): 0,54
    • Thermal Transmittance (U-value): 5,2 W/m²K

    Messwerte im OFF-Zustand (Undurchsichtigkeit)

    • Solar Transmission: 42 %
    • Reflexion: 17 %
    • Haze: 71 %
    • SSPF: 90 %
    • SMPF: 71 %
    • CCT: 5 273 K
    • CRI: 91
    • g-value: 0,43
    • U-value: 4,7 W/m²K

    Die Ergebnisse zeigen, dass das System sowohl im transparenten als auch im undurchsichtigen Modus hohe visuelle Qualität (CRI ≥ 91) und stabile thermische Eigenschaften liefert.

    Energieeffizienz und Einsparpotenzial

    Adaptive Fenster mit PDLC können den Stromverbrauch von Gebäuden signifikant senken. Laut den vorliegenden Daten wird eine Reduktion des Energieverbrauchs um bis zu 40 % gegenüber herkömmlichen Fenstern prognostiziert (Jahr 2025).

    • Reduzierung des Stromverbrauchs: 40 % (2025)
    • Solar Transmission im ON-Zustand: 62 %
    • Verbesserter Sonnenschutz im OFF-Zustand (SSPF 90 %)

    Durch die Kombination von Lichtdurchlässigkeit und Stromerzeugung lässt sich der Bedarf an externer Beleuchtung und Klimatisierung reduzieren, was insbesondere in urbanen Gebieten mit hohen Energiekosten von Vorteil ist.

    Marktpotenzial und Zukunftsaussichten

    Der globale Trend zu nachhaltigem Bauen stärkt die Nachfrage nach intelligenten Fenstersystemen. Prognosen zeigen, dass der Markt für solche Systeme bis 2027 jährlich um 12,5 % wachsen wird.

    • Jährliches Marktwachstum: 12,5 % (bis 2027)
    • Wachstum getrieben durch Nachhaltigkeitsziele und Energieeffizienz-Anforderungen

    Das Wachstumspotenzial unterstreicht nicht nur die technologische Innovation, sondern auch die wirtschaftliche Relevanz des entwickelten Fenstersystems.

    Herausforderungen und Kosten

    Ein wesentlicher Risikofaktor ist die potenziell hohe Implementierungskosten. Hohe Investitionen könnten die Akzeptanz in der Bauindustrie einschränken, obwohl langfristige Energieeinsparungen die Wirtschaftlichkeit verbessern können.

    Fazit

    Das kombinierte BIPV-PDLC-Fenstersystem demonstriert, dass schaltbare Transparenz, effektiver Sonnenschutz und Stromerzeugung in einem Bauelement realisierbar sind. Mit einer nachgewiesenen Solar Transmission von 62 % im transparenten Zustand, einer Stromverbrauchsreduktion von bis zu 40 % und einem erwarteten Marktwachstum von 12,5 % pro Jahr bis 2027 bietet die Technologie sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile. Trotz hoher Anfangskosten könnte die langfristige Reduktion des Energieverbrauchs und die Verbesserung des Nutzerkomforts die Investition rechtfertigen und einen wichtigen Beitrag zur Erreichung globaler Klimaziele leisten.

    Carsten Steffen
    Autor: Carsten Steffen
    Carsten Steffen, Gründer von photovoltaik.sh, bringt sein tiefes Verständnis für Photovoltaik und seine Begeisterung für erneuerbare Energien ein, um Kunden in Schleswig-Holstein seit 2021 schneller und kostengünstiger zu ihrer eigenen Photovoltaikanlage zu verhelfen. Ermöglicht wird das Dank der Zusammenarbeit mit lokalen Solarteuren. Regelmäßige Schulungen runden unsere Expertise ab. Mit der Gründung von photovoltaik.sh sind wir Ihr vertrauenswürdigen Partner für alle, die ihren Stromverbrauch nachhaltig gestalten möchten.
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