04343 4 33 94 21 info@photovoltaik.sh
Beratung. Planung. Projektierung. Aufbau.

Erlösoptimierung von Großbatteriespeichern: Multi-Markt-Strategien im deutschen Strommarkt

[formidable id=2]

In 1 Minute die Ersparnisse mit einer PV-Anlage berechnen (klicken)

    kWh
    Wir empfehlen: kWp Anlage sowie einen kWp Speicher.
    €/kWh
    Hinweis: Dies ist eine Beispielrechnung die bis 5000 kWh optimiert ist.
    Jetzt unverbindliches Angebot erhalten


    Mit dem Absenden erklären Sie sich mit der Datenverarbeitung einverstanden. Wir geben Ihre Daten nicht ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung an Dritte weiter. Wir verwenden Ihre Daten nicht zu Werbezwecken in Form von Newslettern oder sonstigen Werbeformaten.

    REGIONAL. PERSÖNLICH. TYPISCH NORDDEUTSCH.

    Sie erhalten einen Anruf von uns innerhalb von 48 Stunden. Getreu unser Markenpersönlichkeit behandeln wir Ihr Anliegen von der ersten Minute an mit den altbewährten norddeutschen kaufmännischen Tugenden.

    Aus der Region, für die Region. Daher arbeiten wir nur mit regionalen Partnern und exklusiv für unsere Kunden in Schleswig-Holstein.

    Ihre Daten in guten Händen:

    • keine Weitergabe an Dritte

    • sichere Datenübertragung

    • Datenlöschung nach Art. 17 DSGVO

    • Keine Newsletter oder Spam

    Der rasante Ausbau von Photovoltaik und Windenergie führt zu immer stärkeren untertägigen Preisschwankungen und zu einer Zunahme von Negativpreisphasen. Für Betreiber von Batteriespeichern (BESS) bedeutet das, dass reine Marktstrategien – etwa nur im Day-Ahead- oder ausschließlich im Regelenergiemarkt – zunehmend unter Margendruck geraten. Multi-Markt-Optimierung, also das gleichzeitige Nutzen von Großhandels-, Intraday- und Regelenergiemärkten, ist deshalb zu einem zentralen Erlösfaktor geworden.

    Struktureller Anstieg negativer Strompreisstunden am Spotmarkt

    Die Bundesnetzagentur dokumentiert einen kontinuierlichen Anstieg der Stunden mit negativen Day-Ahead-Preisen. Im Jahr 2025 wurden bundesweit 573 Stunden mit negativen Preisen gemeldet – ein deutlicher Sprung gegenüber 457 Stunden 2024 und 69 Stunden 2022. Diese Entwicklung spiegelt den Trend wider, den die Analyse von Lennard Wilkening für den Juli 2026 beschreibt: allein im Juli 2026 wurden 79 negative Preisstunden registriert.

    • 2022: 69 h
    • 2024: 457 h
    • 2025: 573 h (Bundesnetzagentur, SMARD)
    • Juli 2026: 79 h (Suena Energy Analyse)

    Der Anstieg ist eng gekoppelt an den steigenden Anteil erneuerbarer Erzeugung, der im ersten Halbjahr 2026 bei 61,8 % lag, sowie an die häufigen Mittags-Überschüsse, die Preise auf nahezu null drücken.

    Wachsender Zubau von Großbatteriespeichern und Sättigung im FCR-Segment

    Im vierten Quartal 2025 wurden im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur ca. 2,4 GW installierter Leistung von Großbatteriespeichern (> 1 MW) verzeichnet. Parallel dazu steigt die Gesamt-Kapazität stationärer Batteriespeicher auf 25,5 GWh (2025). Trotz dieses Zubaus stagniert das verfügbare Volumen im Primärregelleistungsmarkt (FCR) bei etwa 560-600 MW im Netzgebiet, wodurch reine FCR-Strategien an Attraktivität verlieren.

    • Installierte Leistung > 1 MW (2025): ca. 2,4 GW
    • Gesamtkapazität stationärer Speicher (2025): 25,5 GWh
    • FCR-Nachfragevolumen: 560-600 MW (stagnierend)
    • Projektpipeline: > 5 GW (Stand Q4 2025)

    Die Kombination aus wachsender Speicherkapazität und begrenztem FCR-Volumen führt zu sinkenden Erlöspotenzialen bei isolierten FCR-Strategien und zwingt Projektierer zu komplexen Multi-Market-Modellen, die auch aFRR und Intraday-Handel einbeziehen.

    Multi-Markt-Optimierung (Revenue Stacking) – Funktionsweise und Vorteile

    Multi-Markt-Optimierung, auch als Revenue Stacking bezeichnet, nutzt einen automatisierten Algorithmus, der in Echtzeit bewertet, in welchem Markt (Day-Ahead, 15-Minuten-Intraday, FCR oder aFRR) die verfügbare Speicherleistung den höchsten Deckungsbeitrag erzielt. Die Kapazität wird dann dynamisch den profitabelsten Zeitschlitzen zugewiesen.

    • Definition (FAQ): Ein Algorithmus verteilt die Speicherleistung über verschiedene Märkte, um den maximalen Erlös zu erzielen.
    • Vorteil von 15-Minuten-Intraday: Kurzfristige Prognoseabweichungen bei Wind- und Solarproduktion erzeugen stärkere Preisausschläge, die schnelle Batterien optimal nutzen können.
    • Ertragssteigerung: Kombinierte Multi-Markt-Optimierung erzielt laut Analyse signifikant höhere Erlöse als isolierte Einzelmarkt-Strategien – bis zu 33 % mehr gegenüber der kombinierten Großhandelsstrategie und zwischen 55 % und 2 400 % gegenüber reinen Einzelmarkt-Ansätzen.

    Ergebnisse aus der Juli-Analyse 2026

    Für einen repräsentativen 10 MW / 20 MWh Graustrom-Stand-alone-Speicher wurden im Juli 2026 verschiedene Marktstrategien simuliert.

    • Intraday-Handel (Einzelmarkt): 14.300 €/MW (-19 % gegenüber Juni)
    • Day-Ahead-Markt (Einzelmarkt): 12.300 €/MW (stabil)
    • Kombinierte Großhandelsstrategie (Day-Ahead + Intraday-Auktionen + kontinuierlicher Intraday): 17.200 €/MW (-8 % gegenüber Juni)
    • Primärregelleistung (FCR): 14.900 €/MW (unverändert)
    • Positive Sekundärregelleistung (aFRR): 11.000 €/MW (stabil)
    • Negative aFRR: 13.000 €/MW (stabil)
    • Kombinierte aFRR-Strategie: 12.000 €/MW (stabil)
    • aFRR-Energie-Erlös: 900 €/MW (Rückgang von 1.400 €/MW im Juni)
    • Prognosebasierte Markt-übergreifende Optimierung (Multi-Market): 23.100 €/MW – damit 33 % über der kombinierten Großhandelsstrategie und zwischen 55 % und 2 400 % über allen Einzelmarkt-Strategien.

    Der durchschnittliche Day-Ahead-Preis lag bei 104 €/MWh, also rund 6 €/MWh unter dem Juni-Niveau. Der Anteil erneuerbarer Energien erreichte einen Rekord von 71,5 %. Die Preisstruktur zeigte das typische Tagesprofil: Mittagspreise zwischen 1,6 ct/kWh (Median 0,3 ct/kWh) und Abend-/Morgenpreise rund 11-12 ct/kWh. Die Spreizung zwischen teuerster und günstigster Viertelstunde betrug im zweiten Quartal 21,83 ct/kWh, den zweithöchsten Wert seit 2020.

    Risiken und Gegenmaßnahmen

    Bei zunehmender Speicher-Kapazität treten zwei wesentliche Risiken auf:

    • Kannibalisierungseffekte: Mehr BESS-Kapazität, die gleichzeitig in Mittagsstunden lädt und abends entlädt, reduziert die untertägigen Preisspreads an Spot- und Regelmärkten.
    • Regulatorische Unsicherheiten: Mögliche Reformen der Netzentgeltbefreiung für Speicher (BNetzA-Verfahren „AgNes“) ab 2029 könnten die Grenzkosten für Lade-/Entladezyklen erhöhen und die Arbitragemargen schmälern.

    Eine gezielte Multi-Markt-Strategie kann diese Risiken mindern, indem sie stabile Erlöse aus Regelenergie mit den volatilen, aber potenziell hohen Arbitrage-Möglichkeiten des Intraday-Handels kombiniert.

    Fazit

    Der deutsche Strommarkt befindet sich im Spannungsfeld von massivem Ausbau erneuerbarer Energien und einem strukturellen Anstieg negativer Preisstunden. Während isolierte Marktstrategien an Attraktivität verlieren, zeigt die Juli-Analyse 2026 eindeutig, dass eine softwaregestützte Multi-Markt-Optimierung die Erlöse von Großbatteriespeichern signifikant steigert und gleichzeitig die Auswirkungen von Preis- und Regulierungsrisiken abfedert. Betreiber, die ihre Speicher flexibel über Day-Ahead, Intraday, FCR und aFRR vermarkten, sichern sich nicht nur höhere Einnahmen, sondern positionieren sich auch robust gegenüber zukünftigen Markt- und Regulierungsentwicklungen.

    Carsten Steffen
    Autor: Carsten Steffen
    Carsten Steffen, Gründer von photovoltaik.sh, bringt sein tiefes Verständnis für Photovoltaik und seine Begeisterung für erneuerbare Energien ein, um Kunden in Schleswig-Holstein seit 2021 schneller und kostengünstiger zu ihrer eigenen Photovoltaikanlage zu verhelfen. Ermöglicht wird das Dank der Zusammenarbeit mit lokalen Solarteuren. Regelmäßige Schulungen runden unsere Expertise ab. Mit der Gründung von photovoltaik.sh sind wir Ihr vertrauenswürdigen Partner für alle, die ihren Stromverbrauch nachhaltig gestalten möchten.
    Beratung
    Anrufen