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Herausforderungen der Netzanschlüsse für erneuerbare Energien in Deutschland – Forderungen des BNE

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    Der Anschluss von Windenergie, Photovoltaik und Batteriespeichern an das deutsche Stromnetz gilt als zentraler Engpass der Energiewende. Ohne ein flexibles, rechtlich gesichertes Netzzugangsmodell drohen Verzögerungen, höhere Kosten und das Scheitern von Investitionen. Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE) analysiert die aktuelle Lage, präsentiert kritische Zahlen und formuliert konkrete Reformvorschläge für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

    Aktuelle Ausbauzahlen erneuerbarer Energien

    Im Jahr 2022 betrug der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch in Deutschland etwa 42 %. Diese Statistik verdeutlicht die wachsende Bedeutung erneuerbarer Technologien und die Dringlichkeit, Netzanschlussprobleme zu lösen.

    Rechtslage zum Thema Netzanschlüsse

    Eine Studie des Fraunhofer ISE aus dem Jahr 2023 zeigt, dass 55 % der Projektentwickler rechtliche Unsicherheiten bei der Genehmigung von Netzanschlüssen berichten. Diese Unsicherheiten führen zu Verzögerungen und gefährden die Finanzierung von Projekten.

    • Metric: Rechtssicherheit bei Netzanschlüssen
    • Value: 55 %
    • Year: 2023
    • Source: Fraunhofer ISE

    Warum flexible Netznutzung entscheidend ist

    Der BNE sieht die flexible Netznutzung als wesentlich für die Energiewende. Individuell verhandelte Netzanschlussverträge (FCA) führen laut BNE zu Blockaden im Ausbau erneuerbarer Energien. Die meisten FCA-Verträge kommen kaum zustande, weil ein fundamentales Risiko-, Informations- und Machtgefälle zwischen Netzbetreibern und Anlagenbetreibern besteht. Ohne einheitliche Regeln akzeptieren Projektierer oft unzumutbare Bedingungen, die Projekte unfinanzierbar machen.

    • Blockade durch individuelle FCA-Verträge
    • „Kleinstaaterei“ bei über 850 Verteilnetzbetreibern
    • Abgelehnte Redispatch-Reservation, die laut BNE europarechtswidrig ist

    Die Kernforderungen des BNE

    Der BNE fordert, dass ein gesetzlicher Anspruch auf flexible Netznutzung direkt im EEG verankert wird. Die wichtigsten Punkte des Positionspapiers lauten:

    • Ein Recht auf beschleunigte Netzauskunft innerhalb von maximal vier Wochen nach Anschlussbegehren.
    • Ein gesetzlich verankertes Recht auf Überbauung von Netzverknüpfungspunkten, solange die maximale Wirkleistungseinspeisung technisch begrenzt wird.
    • Klare Kostenregel: Wirtschaftliche Unzumutbarkeit liegt vor, wenn Optimierungs- und Ausbaukosten mehr als 15 % der Errichtungskosten der EE-Anlage betragen. Anlagenbetreiber können diese Mehrkosten tragen, um den Zugang zu sichern.
    • Durchsetzung mittels Sanktionen – z. b. eine Strafzahlung von 10 Euro pro Kilowatt bei Überschreitung der Einspeisegrenzen, viertelstundenscharf berechnet.

    Vorgeschlagene Gesetzesänderungen im Detail

    Beschleunigte Netzauskunft

    Der Bund soll Netzbetreiber verpflichten, innerhalb von spätestens vier Wochen nach einem Anschlussbegehren Auskunft über die verfügbare Anschlusskapazität zu erteilen. Diese Transparenz ermöglicht eine frühzeitige Bewertung der flexiblen Netznutzung.

    Recht auf Überbauung

    Anlagenbetreiber erhalten das ausdrückliche Recht, einen Netzverknüpfungspunkt zu wählen und diesen zu „überbauen“, sofern sie die maximale Wirkleistung dauerhaft auf die verfügbare Kapazität begrenzen.

    Kostenschwelle von 15 %

    Die wirtschaftliche Unzumutbarkeit für den Netzbetreiber ist erreicht, wenn die Kosten für Optimierung, Verstärkung und Ausbau des Netzes mehr als 15 % der Errichtungskosten der EE-Anlage betragen. In diesem Fall können Anlagenbetreiber die Mehrkosten übernehmen, um den Netzanschluss zu sichern.

    Sanktionen bei Pflichtverstößen

    Bei Verstößen gegen die flexiblen Netznutzungsregeln schlägt das BBH-Gutachten eine viertelstundenscharfe Strafzahlung von 10 Euro pro Kilowatt vor. Dies soll die Durchsetzung vereinfachen und die Verhandlungskosten reduzieren.

    Risiken und Gegenargumente

    Ein möglicher Gegenpunkt ist die mangelnde Akzeptanz standardisierter Lösungen bei betrieblichen Akteuren. Diese Ablehnung könnte die Umsetzung der BNE-Vorschläge behindern und den Ausbau erneuerbarer Energien weiter bremsen.

    FAQ – Häufig gestellte Fragen

    Wie wird die BNE die Umsetzung ihrer Forderungen sicherstellen?Die BNE plant, eng mit dem Gesetzgeber zusammenzuarbeiten und Öffentlichkeit sowie Medien zu mobilisieren, um Druck für die Reformen auszuüben.

    Fazit

    Die Zahlen von 2022 (42 % erneuerbare Energien) und 2023 (55 % rechtliche Unsicherheit) verdeutlichen die Dringlichkeit, die Netzanschlusskrise zu lösen. Der BNE argumentiert überzeugend, dass ein bundeseinheitlicher, im EEG verankerter Rechtsrahmen für flexible Netznutzung Planungssicherheit schafft, Finanzierung erleichtert und die Netzausbaukosten langfristig senkt. Ohne klare gesetzliche Regelungen drohen weiterhin Blockaden, steigende Projektkosten und ein Verlangsamen der deutschen Energiewende.

    Carsten Steffen
    Autor: Carsten Steffen
    Carsten Steffen, Gründer von photovoltaik.sh, bringt sein tiefes Verständnis für Photovoltaik und seine Begeisterung für erneuerbare Energien ein, um Kunden in Schleswig-Holstein seit 2021 schneller und kostengünstiger zu ihrer eigenen Photovoltaikanlage zu verhelfen. Ermöglicht wird das Dank der Zusammenarbeit mit lokalen Solarteuren. Regelmäßige Schulungen runden unsere Expertise ab. Mit der Gründung von photovoltaik.sh sind wir Ihr vertrauenswürdigen Partner für alle, die ihren Stromverbrauch nachhaltig gestalten möchten.
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