Hybrid- Repowering -Projekte kombinieren Windkraft, Photovoltaik und Batteriespeicher, um die Energieeffizienz zu maximieren und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Durch die gleichzeitige Nutzung mehrerer erneuerbarer Energiequellen an einem Standort können sowohl die Stromproduktion als auch die Auslastung vorhandener Netzinfrastruktur deutlich erhöht werden. Das aktuelle Projekt der VSB Gruppe im Windpark Löberitz veranschaulicht, wie technische Innovation und strategische Hybridisierung zusammenwirken, um die europäischen Klimaziele schneller zu erreichen.
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VSB Gruppe setzt auf Hybrid-Repowering im Windpark Löberitz
Im März 2026 hat die VSB Gruppe, eine Tochtergesellschaft von Total-Energies, den Spatenstich für das Repowering-Projekt im Windpark Löberitz in Sachsen-Anhalt durchgeführt. Im Rahmen dieses Vorhabens werden fünf Bestands-Windenergieanlagen aus dem Jahr 2003 durch drei neue Turbinen des Typs Vestas V172-7.2 ersetzt. Die installierte Leistung steigt von 4,25 Megawatt auf 21,6 Megawatt – ein Anstieg von mehr als dem Fünffachen.
Der prognostizierte Jahresertrag des modernisierten Windparks liegt bei rund 65,7 Gigawattstunden, was etwa dem Zehnfachen des bisherigen Ertrags entspricht. Zusätzlich wird eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit einer Leistung von knapp 20 Megawatt installiert und ein Batteriespeicher integriert. Alle Komponenten sollen über einen gemeinsamen Netzverknüpfungspunkt betrieben werden, wodurch die vorhandene Netzinfrastruktur optimal genutzt wird. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2027 geplant.
Felix Grolman, CEO der VSB Gruppe, betont: „Repowering ist einer der effizientesten Hebel für den beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren in Europa. Durch die Modernisierung bestehender Standorte steigern wir die Stromproduktion deutlich und nutzen vorhandene Netzinfrastruktur optimal.“ Thomas Winkler, Geschäftsführer VSB Deutschland, ergänzt, dass rund die Hälfte der deutschen Projektpipeline von VSB auf Repowering basiert und die Kombination mit Photovoltaik und Speichern ein zukunftssicheres, integriertes Energiesystem schafft.
Wirtschaftlicher Nutzen der Hybridisierung
Die Kombination verschiedener Erzeugungsarten in einem Projekt führt zu einer signifikanten Kostensenkung pro erzeugter Kilowattstunde. Laut Angaben aus dem Jahr 2026 kann die Kostenreduktion zwischen 15 % und 30 % liegen. Diese Einsparungen ergeben sich aus der gemeinsamen Nutzung von Infrastruktur, optimierten Betriebs- und Wartungsprozessen sowie einer höheren Auslastung des Netzanschlusses.
Kostensenkung pro Kilowattstunde (2026)
- Reduktion: 15 % – 30 %
- Ursache: Kombination von Wind, Solar und Speicher in einem Projekt
- Zeitraum: Prognose für das Jahr 2026
Durch die niedrigeren Installationskosten pro erzeugter Kilowattstunde können Investoren und Betreiber schneller rentable Projekte realisieren und gleichzeitig die gesetzten Klimaziele erreichen.
Technische Vorteile: Auslastung des Netzanschlusses und Flexibilität
Hybridanlagen verbessern die Nutzung des bestehenden Netzanschlusses erheblich. Die komplementären Erzeugungsprofile von Windkraft und Photovoltaik führen zu einer gleichmäßigeren Stromproduktion über den Tag hinweg. In Zeiten hoher Nachfrage oder schwacher Erzeugung einer Technologie kann die andere Quelle die Versorgung stabilisieren. Der integrierte Batteriespeicher ermöglicht zusätzlich das Zwischenspeichern von überschüssigem Strom, wodurch die Flexibilität und Resilienz des Energiesystems weiter erhöht wird.
Diese technische Synergie trägt dazu bei, die Klimaziele schneller zu erreichen, da die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringert wird. Die verbesserte Netzstabilität ist insbesondere für Regionen von Bedeutung, in denen die Netzinfrastruktur bereits stark ausgelastet ist.
Herausforderungen und Genehmigungsaufwand
Trotz der zahlreichen Vorteile müssen Planer bei Hybrid-Repowering-Projekten die erhöhten Planungs- und Genehmigungsanforderungen berücksichtigen. Die Kombination verschiedener Technologien kann den Genehmigungsprozess verlängern und zusätzliche regulatorische Hürden mit sich bringen. Dieser erweiterte Aufwand kann die wirtschaftliche Rentabilität des Projekts beeinflussen, wenn die Durchlaufzeiten nicht effizient gemanagt werden.
Ein bewusster Umgang mit diesen Risiken ist notwendig, um die Vorteile der Hybridisierung voll auszuschöpfen, ohne die Projektlaufzeit unverhältnismäßig zu verlängern.
FAQ
Was ist Hybrid-Repowering?
Hybrid-Repowering bezeichnet die gleichzeitige Nutzung verschiedener erneuerbarer Energiequellen (z. B. Wind und Sonne) an einem Standort, um die Energieeffizienz zu steigern.
Wie hoch ist der erwartete Jahresertrag des repowerten Windparks Löberitz?
Der prognostizierte Jahresertrag liegt bei 65,7 Gigawattstunden (Jahr 2027).
Welche Leistung wird durch das neue Hybridprojekt erzielt?
Die installierte Leistung beträgt 21,6 Megawatt für die Windanlagen plus knapp 20 Megawatt für die Photovoltaikanlage.
Welche wirtschaftlichen Vorteile bietet die Hybridisierung?
Eine Kostensenkung von 15 % bis 30 % pro Kilowattstunde wird bis 2026 erwartet.
Welche Risiken sind mit Hybrid-Repowering verbunden?
Ein erhöhter Planungs- und Genehmigungsaufwand kann zu längeren Durchlaufzeiten und potenziellen Rentabilitätsverlusten führen.
Fazit
Hybrid-Repowering-Projekte wie das Vorhaben der VSB Gruppe im Windpark Löberitz zeigen, dass die Kombination von Windkraft, Photovoltaik und Batteriespeichern ein effektiver Hebel zur Steigerung der Energieproduktion und zur Senkung der Kosten pro Kilowattstunde ist. Die technische Synergie verbessert die Auslastung des Netzanschlusses und erhöht die Flexibilität des Stromsystems, was entscheidend für die Erreichung der europäischen Klimaziele ist. Gleichzeitig erfordern die zusätzlichen Planungs- und Genehmigungsanforderungen ein sorgfältiges Projektmanagement, um die wirtschaftlichen Vorteile voll auszuschöpfen. Insgesamt verdeutlicht das Projekt, dass Hybrid-Repowering ein zentraler Baustein für eine nachhaltige und resiliente Energiezukunft sein kann.

