Die Hongkong-basierte Xilia Group hat im Februar 2026 ein neuartiges Rahmen-System für Photovoltaik-Module vorgestellt. Der Rahmen besteht aus glasfaserverstärktem Polyurethan (GF-PU) und verspricht eine Gewichtsreduktion von rund 25 %, eine Kostenersparnis von bis zu 30 % gegenüber herkömmlichen Aluminiumrahmen sowie eine Reduktion des CO₂-Fußabdrucks um bis zu 85 % pro Gigawatt installierter Leistung. Die Innovation adressiert die starke Aluminiumabhängigkeit der PV-Branche, reduziert den CO₂-Ausstoß und bietet Korrosionsbeständigkeit – insbesondere für salz- und ammoniakbelastete Umgebungen.
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Innovative GFRP-Technologie für Solarmodule
Die Rahmen basieren auf TÜV-zertifizierter Glasfaser-verstärkter Polymer-Technologie (GFRP). Das Material kombiniert Glasfasern mit einer Polyurethan-Matrix, wodurch ein leichter, nicht-metallischer Verbund entsteht, der elektrisch isolierend ist und damit das traditionelle Erdungs-Hardware überflüssig macht.
Pultrusion als Fertigungsverfahren
Die Herstellung erfolgt über den kontinuierlichen Pultrusions-Extrusionsprozess. Dabei werden die Glasfasern durch das flüssige Harz geführt, gehärtet und zu Profilen mit hoher Festigkeit extrudiert. Dieser etablierte Prozess ermöglicht präzise, wiederholbare Profile und unterstützt die Skalierbarkeit, insbesondere in Asien.
Leistungsdaten und Umweltvorteile
- Gewichtsreduktion: 25 % gegenüber Aluminiumrahmen (Xilia-Daten, 2026)
- Kostenreduktion: bis zu 30 % bei gleichen Modulgrößen (Xilia-Daten, 2026)
- CO₂-Reduktion: bis zu 85 % pro GW installierter Kapazität (Xilia-Daten, 2026)
- CTI (Comparative Tracking Index): 600 V – Hinweis auf flammhemmende Eigenschaften
- LOI (Limiting Oxygen Index): 56,7 % – bestätigt Feuer- und Isolationsfähigkeit
Die Labor-Tests zeigen zudem eine hohe Oberflächen- und Volumen-Resistivität, wodurch das Risiko von Potential-Induced-Degradation (PID) im Vergleich zu Metallrahmen deutlich sinkt.
Mechanische Belastbarkeit und Korrosionsbeständigkeit
- Druckbelastung: 5.400 Pa (nach simulierten Wind-/Schneelasten)
- Auftriebslast: 2.400 Pa (nach simulierten Wind-/Schneelasten)
- Geringere Durchbiegung als Aluminiumrahmen bei gleichen Belastungen
- Beständig gegen Salznebel, Ammoniak, UV-Strahlung, feuchte Hitze sowie saure und alkalische Chemikalien
- Thermische Ausdehnung entspricht nahezu der von Glas, wodurch thermo-mechanische Spannungen reduziert werden
Markt- und Branchenrelevanz
Die PV-Industrie ist stark von Aluminium abhängig. Xilia-Gründer René Moerman betont, dass diese Abhängigkeit zu einer „Liability“ wird und Innovationen hemmt. Durch die leichtere Bauweise können Transport- und Installationskosten gesenkt werden, was besonders für Dach- und Freiflächenanlagen von Vorteil ist. Die Rahmen sind für verschiedene Modultypen geeignet – Glass-Glass, Glass-Backsheet und leichte Konfigurationen – und wurden TÜV-zertifiziert (pv magazine, 05.02.2026).
Unternehmensprofil Xilia Group
- Gründungsjahr: 2013 (Hongkong, mit Produktionssitz in Qingdao, China)
- Fokus: Verbundrahmen für die PV-Ökonomie
- Produkt: GF-PU-Rahmen für Solarmodule, TÜV-zertifiziert und für den internationalen Handel als Nicht-Metall klassifiziert
- Recycling: Mechanisch-chemische Verfahren sind technisch machbar, jedoch noch nicht flächendeckend etabliert (IndexBox, 2026)
Kritische Punkte und offene Fragen
- Herstellerangaben basieren bislang auf Labor- und Simulationsdaten; unabhängige Feldstudien und Langzeitdaten (z. B. 25-Jahres-Lebensdauer) fehlen.
- Recycling von GF-PU-Kompositen ist technisch möglich, jedoch fehlt eine umfassende Infrastruktur, was die Nachhaltigkeitsbilanz beeinflussen kann.
FAQ
Was ist Pultrusion?
Pultrusion ist ein kontinuierlicher Extrusionsprozess für faserverstärkte Profile, bei dem Fasern durch Harz geführt und gehärtet werden (Xilia Group, 2026).
Sind die Rahmen für alle Modultypen geeignet?
Ja, sie sind für Glass-Glass, Glass-Backsheet und leichte Konfigurationen geeignet und TÜV-zertifiziert (pv magazine, 05.02.2026).
Wie wirkt sich die Isolation auf PID aus?
Die elektrische Isolation verhindert den Potentialausgleich und reduziert das PID-Risiko im Vergleich zu Metallrahmen (Moerman/Xilia, 2026).
Fazit
Die von Xilia Group entwickelten glasfaserverstärkten Polyurethan-Verbundrahmen bieten laut Herstellerangaben signifikante Vorteile: ein um 25 % leichteres Produkt, bis zu 30 % geringere Anschaffungskosten und ein um bis zu 85 % reduzierter CO₂-Fußabdruck pro Gigawatt installierter Leistung. Die TÜV-Zertifizierung, die nachgewiesene Korrosions- und PID-Resistenz sowie die mechanische Belastbarkeit unter simulierten Wind- und Schneelasten unterstreichen das technische Potenzial. Gleichzeitig bleiben unabhängige Langzeit-Feldtests aus, und die Recycling-Infrastruktur ist noch nicht flächendeckend etabliert. Für Investoren und Projektentwickler, die nach leichteren, kosteneffizienteren und umweltfreundlicheren Lösungen suchen, stellt das GF-PU-Rahmensystem von Xilia einen vielversprechenden Ansatz dar – vorausgesetzt, zukünftige Feldstudien bestätigen die Laborergebnisse.

