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Zweirichtungszähler für Photovoltaikanlagen

Als Stromproduzent mithilfe einer Photovoltaikanlage ist die genaue Bestimmung des netto eingespeisten Stroms, welche somit für den eigenen Gewinn zuständig ist, von immenser Bedeutung.
Dies wird anhand eines Zweirichtungszählers, bzw. einem Zwei-Wege-Zähler, erzielt. Dieser misst sowohl die Einspeisung des erzeugten Solarstroms in das öffentliche Netz sowie den Strombezug zur Eigennutzung.

In diesem Artikel werden die technische Aufbauweise, die Funktionsweise sowie die Vor- und Nachteile dieses Bauteils beleuchtet, um Ihnen ein erweitertes Verständnis darüber zu vermitteln. Dies ist wichtig um das bestmögliche aus ihrer Anlage zu ziehen.

AspektBeschreibung
DefinitionZweirichtungszähler misst Energiefluss in beide Richtungen (Einspeisung und Bezug)
ZweckAbrechnung der selbst erzeugten und ins Netz eingespeisten Energie
InstallationTeil der PV-Anlage, üblicherweise im Anschluss an Wechselrichter installiert
EinspeisevergütungErlaubt die Erfassung der eingespeisten Energie zur Berechnung der Vergütung
EigenverbrauchErfassung des selbst verbrauchten Stroms, Ermittlung des Anteils am Gesamtverbrauch
Netzentgelte und SteuernBasis für die Berechnung von Netzentgelten, Steuern und Umlagen
EnergieeffizienzOptimierung des Eigenverbrauchs und Reduzierung des Energiebezugs
Smart Grid-IntegrationKommunikation mit dem Stromnetz zur Optimierung des Energieflusses
Übersicht über Verbrauch und ErzeugungErmöglicht detaillierte Einblicke in Energieerzeugung und -verbrauch
Gesetzliche AnforderungenErfüllung von gesetzlichen Vorgaben und technischen Standards

Technische Aufbauweise

Ein Zweirichtungszähler besteht aus zwei Zählwerken, welche unabhängig voneinander arbeiten. Dies bedeutet, dass es zu keiner elektronischen Überlagerung und Ausgleichsrechnung kommt, womit sich Messfehler einschleichen und es ultimativ zu einer verfälschten Einspeisezahl kommt.
Eingesetzt werden sogenannte “Ferraris-Zähler”, ein elektromechanisches Messgerät, dass bei mehrphasiger Wechselspannung arbeitet und damit den erzeugten Strom sowie den bezogenen Strom misst.

Funktionsweise

Die entsprechende Einspeisevergütung berechnet sich aus der Menge an produzierten Strom der PV Anlage, welche in das öffentliche Netz eingespeist wird. Um diese eingespeiste Strommenge zu messen ist ein Einspeisezähler zuständig. Der Bezugszähler, welcher auch in jedem Haushalt ohne PV Anlage vertreten ist, misst die Menge an Strom welche bei dem zuständigen Stromanbieter erworben und verbraucht wird.

Zur Messung von dem von der eigenen Photovoltaikanlage erzeugte Solarstrom ist ein Ertragszähler notwendig. Dieser ist für die Eigenverbrauchsvergütung wichtig aber auch um die gesetzlichen Vorschriften des Mindest-Selbstverbrauchs zu erfüllen.

Die Aufgaben des Einspeisezählers und des Bezugszählers werden in der Funktionsweise eines Zweirichtungszählers zusammengefasst um so dem Verbraucher stimmige und verlässliche Ergebnisse zu liefern. Somit sind mehrere einzelne Zähler obsolet und werden gegen eine Mietpauschale zur Verfügung gestellt. Dadurch wird die Instandhaltung und regelmäßige Eichung seitens des zuständigen Netzbetreibers sichergestellt.

Vor- und Nachteile

Der größte Vorteil eines Zweirichtungszählers ist die Möglichkeit einer Fernabfrage der elektronischen Zähler. Dies bedeutet, dass auch Anlagen welche nicht direkt und einfach erreicht werden, regelmäßig abgelesen und überprüft werden können.
Weiterhin besteht ein klarer Vorteil in der Größe des Produkts. Durch die Vereinigung von zwei Zählern ist dieser sehr viel platzsparender als zwei separate Zähler. 

Bei einem Stromanbieterwechsel muss jedoch dieser durch Mehrkosten von dem Anbieter gewechselt werden, da diese Einspeise- und Bezugszähler meistens Eigentum des Anbieters sind. Weiterhin sind die jährlichen Kosten durch die Miete zu beachten.
Dennoch sind diese Nachteile von Zweirichtungszählern gegenüber den Vorteilen als vernachlässigbar einzustufen.

Einrichtung eines Zweirichtungszählers

Für den Betrieb einer Photovoltaik-Anlage wird häufig durch den Netzbetreiber ein Zweirichtungszähler installiert. Dieses Gerät vereint den Bezugszähler, der den aus dem Netz bezogenen Strom erfasst (Register 1.8.0), und den Einspeisezähler, der den ins Netz eingespeisten Strom misst (Register 2.8.0). Es ist erforderlich, den Zweirichtungszähler beim Netzbetreiber zu mieten, wobei die Gebühr üblicherweise zwischen etwa 40 und 80 Euro pro Jahr liegt.

Sollte kein Liefervertrag für den Strombezug abgeschlossen werden, wird der Anlagenbetreiber nach der Installation des Zweirichtungszählers vom Grundversorger kontaktiert und über das Inkrafttreten eines Grundversorgungsvertrags informiert. Daraus resultiert, dass der Anlagenbetreiber für einen – aus seiner Sicht nicht stattfindenden – Strombezug aus dem Netz bzw. einen relativ geringen Stromverbrauch eine vergleichsweise hohe jährliche Grundgebühr zu entrichten hat, was oft als ungerecht wahrgenommen wird. Die dazu befragte Bundesnetzagentur vertritt jedoch grundsätzlich die Ansicht, dass jede Stromentnahme aus dem Netz und jede Einspeisung in das Netz eines Netzbetreibers gemäß dem EnWG messtechnisch erfasst werden muss.

Über photovoltaik.sh
photovoltaik.sh ist ein renommiertes Beratungs- und Vertriebsunternehmen, das sich auf den Markt der Photovoltaik in Schleswig-Holstein spezialisiert hat. Wir unterbreiten unseren Kunden bedarfsgerechte und maßgeschneiderte Angebote diverser regionaler Solarteure mit dem Ziel, diese an Vertrags-Solarteure zu vermitteln. Für Privatkunden ist dieser Service zu 100% unverbindlich und kostenlos. Mehr über uns.