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Wissenschaftliche Studien zu Perowskit-Solarzellen

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    Perowskit-Solarzellen gelten als vielversprechende Technologie für hocheffiziente Photovoltaik, doch ihre Anfälligkeit gegenüber Temperaturschwankungen stellt eine zentrale Hürde für den breiten kommerziellen Einsatz dar. Aktuelle Forschungsarbeiten, insbesondere von der Technischen Universität München (TUM) und Kooperationspartnern, zeigen, dass molekulare Anker die thermische Stabilität deutlich verbessern können. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Erkenntnisse, Messdaten und offenen Fragen zusammen.

    Thermische Herausforderungen und die Burn-in-Phase

    Perowskit-Materialien „atmen“ bei Temperaturwechsel: Das Kristallgitter dehnt sich aus und zieht sich wieder zusammen. Dieser Prozess führt zu einer frühen Degradationsphase, die als Burn-in-Phase bezeichnet wird. In dieser Phase können bis zu 60 % der relativen Leistungsfähigkeit verloren gehen. Die Burn-in-Phase wird durch mikroskopische Spannungen im Material ausgelöst, die das Kristallgitter destabilisieren.

    Ein zentrales Ergebnis der Studien ist, dass die maximale Betriebstemperatur von 85 °C (2022) kritische Materialdegradierung verursacht. Temperaturen oberhalb dieser Schwelle beschleunigen die Alterung und reduzieren die Lebensdauer der Zellen erheblich.

    Entwicklung molekularer Anker – Der „perfekte Anker“

    Forscher:innen der TUM haben mithilfe hochauflösender Röntgenmessungen am DESY die mikroskopischen Mechanismen der Degradation identifiziert. Auf Basis dieses Wissens wurde ein Ansatz entwickelt, bei dem organische Moleküle als Abstandshalter und Anker fungieren. Diese Moleküle stabilisieren die Kristallstruktur, indem sie ein molekulares Gerüst bilden, das das Material während schneller Erwärmungs- und Abkühlungszyklen zusammenhält.

    Nach einem Vergleich verschiedener Kandidaten erwies sich das voluminöse organische Molekül PDMA als besonders wirksam. PDMA erhöht die Lebensdauer von Perowskit-Solarzellen um bis zu 30 % unter Temperaturwechseln.

    Wesentliche Vorteile von PDMA

    • Reduktion des Leistungsabfalls in der Burn-in-Phase
    • Erhöhung der thermischen Belastbarkeit bis über 85 °C
    • Verbesserung der mechanischen Stabilität bei schnellen Temperaturzyklen

    Studienergebnisse im Überblick

    Die wichtigsten Kennzahlen aus den veröffentlichten Arbeiten werden in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst:

    Metric Wert Einheit Jahr Quelle
    Leistungsabfall in Burn-in-Phase 60 % 2023
    Maximale empfohlene Betriebstemperatur 85 °C 2022
    Lebensdauererhöhung durch PDMA 30 % 2023

    Langfristige Stabilität – Offene Fragen

    Obwohl die kurzfristigen Verbesserungen durch PDMA überzeugend sind, bleibt die langfristige Stabilität unter extremen Bedingungen unklar. Ein kritischer Punkt ist, ob die molekularen Anker über Jahre hinweg ihre Wirksamkeit behalten, insbesondere bei wiederholten Temperaturschocks und feuchten Umgebungen. Diese Unsicherheit wird in der Forschung als wesentlicher Risikofaktor hervorgehoben.

    FAQ

    Was sind Perowskit-Solarzellen?

    Perowskit-Solarzellen sind eine Art photovoltaischer Zellen, die auf einem speziellen Kristallmaterial basieren und für ihre hohe Effizienz bekannt sind.

    Wie wird die Stabilität von Perowskit-Solarzellen verbessert?

    Durch die Verwendung organischer Moleküle als Stabilatoren, die die Kristallstruktur während Temperaturschwankungen unterstützen.

    Ausblick: Tandem-Solarzellen und industrielle Anwendung

    Die stabilisierten Perowskit-Zellen werden vor allem in Tandem-Solarzellen eingesetzt, bei denen mehrere Zellen übereinander gestapelt werden, um das Sonnenlicht optimal zu nutzen. Durch die verbesserte thermische Robustheit können solche Module sowohl in kalten Winternächten als auch in heißen Sommerperioden zuverlässig arbeiten. Die Forschungsteam-Leitung von Peter Müller-Buschbaum betont, dass das Verständnis der mikroskopischen Mechanismen den Weg für eine neue Generation von Solarmodulen ebnet, die über Jahrzehnte im Außeneinsatz bestehen können.

    Fazit

    Die Kombination aus hochauflösenden Röntgenmessungen, dem Konzept molekularer Anker und dem gezielten Einsatz von PDMA liefert einen klaren Fortschritt in der Stabilisierung von Perowskit-Solarzellen. Während die Burn-in-Phase bislang bis zu 60 % der Leistung kosten konnte, reduziert die neue Methode den Verlust signifikant und erhöht die Lebensdauer um bis zu 30 %. Dennoch bleibt die langfristige Beständigkeit unter extremen Wetterbedingungen zu prüfen. Die vorliegenden Studien unterstreichen die Notwendigkeit weiterer Forschung, um die Technologie für den breiten kommerziellen Markt fit zu machen.

    Carsten Steffen
    Autor: Carsten Steffen
    Carsten Steffen, Gründer von photovoltaik.sh, bringt sein tiefes Verständnis für Photovoltaik und seine Begeisterung für erneuerbare Energien ein, um Kunden in Schleswig-Holstein seit 2021 schneller und kostengünstiger zu ihrer eigenen Photovoltaikanlage zu verhelfen. Ermöglicht wird das Dank der Zusammenarbeit mit lokalen Solarteuren. Regelmäßige Schulungen runden unsere Expertise ab. Mit der Gründung von photovoltaik.sh sind wir Ihr vertrauenswürdigen Partner für alle, die ihren Stromverbrauch nachhaltig gestalten möchten.
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