Die jüngste Forschung an perowskitbasierten Solarzellen mit einer 2D/3D-Heteroarchitektur eröffnet ein neues Kapitel in der Photovoltaik. Durch die neuartige Herstellungstechnik Selective Iodoplumbate Cold Casting (SICC) konnten sowohl die Energieumwandlungseffizienz als auch die Langzeitstabilität von Solarzellen und -modulen signifikant verbessert werden. Diese Entwicklungen könnten die Kosten für nachhaltige Energie senken und die Verbreitung von Solartechnologien beschleunigen.
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Neue Herstellungstechnik: Selective Iodoplumbate Cold Casting (SICC)
Der SICC-Prozess arbeitet bei Raumtemperatur und nutzt eine gezielte Steuerung der Vorläuferchemie. Durch die Kombination von Lösungsmitteln mit unterschiedlichen Donor-Zahlen – insbesondere Acetonitril und N-Methyl-2-Pyrrolidon (NMP) – werden vereinfachte Iodoplumbat-Spezies gebildet. Diese ermöglichen eine schnelle, phasereine Kristallisation ohne thermisches Nachglühen. Das Ergebnis sind homogene 2D-Schichten, die den vertikalen Ladungstransport in den 3D-Perowskiten verbessern und die Band-Alignment-Eigenschaften optimieren. Die Methode liefert zudem eine korrigierte MA₂PbI₄-Phase, die mit konventionellen Verfahren nur schwer zu erreichen ist.
Erreichte Effizienzwerte – Rekordzahlen für Zellen und Module
Kleine Solarzellen
- Maximale gemessene Effizienz: 25,14 % (Jahr 2026)
- Messbedingungen: Standard AM1.5G-Beleuchtung, 100 mW/cm²
- Aktive Fläche der Zelle: 0,094 cm²
Großformatige Mini-Module
- Maximale gemessene Effizienz: 22,36 % (Jahr 2026)
- Modulgröße: 25 cm² (7,1 cm × 7,1 cm Substrate)
- Geometrischer Füllfaktor: 94,36 %
- Interconnection durch P1-, P2- und P3-Laser-Scribing (532 nm Picosecond-Laser)
Beide Werte liegen deutlich über den meisten kommerziell erhaltenen Photovoltaik-Technologien und belegen das Potenzial der 2D/3D-Heterostruktur für hocheffiziente Solarlösungen.
Langzeitstabilität und Betriebszuverlässigkeit
Die Stabilitätsprüfungen zeigten, dass die Mini-Module nach mehr als 1.000 Stunden kontinuierlichem Betrieb unter standardisierten Ein-Sonnen-Bedingungen noch über 90 % ihrer Anfangsleistung beibehalten. Der gemessene Leistungsrückgang beträgt damit weniger als 10 % (Jahr 2026). Die Module wurden mit einer 1,1 mm dicken Glasschutzabdeckung und einem UV-härtenden Harz verkapselt, was die langfristige Zuverlässigkeit weiter erhöht.
Vorteile von 2D/3D-Heterostrukturen
- Verbesserter vertikaler Ladungstransport dank einheitlicher 2D-Schichten
- Erhöhte Effizienz sowohl für kleine Zellen als auch für großformatige Module
- Deutliche Steigerung der betrieblichen Stabilität (weniger als 10 % Leistungsverlust nach 1.000 h)
- Reduzierte Hysterese-Effekte und bessere Band-Alignment-Eigenschaften
Diese Vorteile wurden in der Fachpublikation Selective iodoplumbate cold casting for kinetically stabilized perovskites leading to high-efficiency photovoltaic modules (Nature Synthesis, 2026) detailliert nachgewiesen.
Herausforderungen und Skalierbarkeit
- Komplexität der Herstellungsmethode: Der SICC-Prozess erfordert spezielle Lösungsmittel und präzise Steuerung der Vorläuferchemie, was die industrielle Skalierbarkeit erschweren kann.
- Abhängigkeit von Lösungsmitteln: Acetonitril und NMP sind zentrale Bestandteile; ihre Verfügbarkeit und Handhabung müssen in großem Maßstab gewährleistet sein.
- Prozessparameter: Das Pressen der 2D- und 3D-Schichten bei 60 MPa und Temperaturen von 60 °C bis 85 °C erfordert robuste Produktionsanlagen.
Diese Punkte sind für Investoren und Hersteller von zentraler Bedeutung, da sie die wirtschaftliche Machbarkeit der Technologie beeinflussen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Was sind die Vorteile von 2D/3D-Heterostrukturen? Sie verbessern die Effizienz und Stabilität von Solarzellen durch besseren vertikalen Ladungstransport.
- Wie hoch ist die gemessene Effizienz von kleinen Zellen? 25,14 % unter Standard-AM1.5G-Bedingungen (2026).
- Wie stabil bleiben die Module über die Zeit? Sie behalten über 90 % ihrer Anfangsleistung nach mehr als 1.000 Stunden kontinuierlichem Betrieb.
- Welche Herausforderungen gibt es bei der Produktion? Die Komplexität des SICC-Verfahrens und die Notwendigkeit spezieller Lösungsmittel können die Skalierbarkeit einschränken.
Fazit
Die Entwicklung von perowskitbasierten Solarzellen und -modulen mit einer 2D/3D-Heteroarchitektur, hergestellt mittels des Selective Iodoplumbate Cold Casting -Verfahrens, markiert einen bedeutenden Fortschritt in der Photovoltaik. Mit einer Rekord-Zell-Effizienz von 25,14 % und einer Modul-Effizienz von 22,36 % sowie einer nachgewiesenen Langzeitstabilität von über 90 % nach 1.000 Stunden Betrieb, bieten diese Technologien ein starkes Fundament für kostengünstige, nachhaltige Energiequellen. Gleichzeitig zeigen die identifizierten Fertigungs- und Skalierbarkeits-Herausforderungen, dass weitere Optimierungen nötig sind, bevor die Methode breit industriell eingesetzt werden kann. Die vorliegenden Daten aus der Studie (Quelle S1) bestätigen jedoch das enorme Potenzial der 2D/3D-Heterostrukturen für die nächste Generation hocheffizienter Solarmodule.

