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Effizienzsteigerung durch innovative Netztechnologien

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    Ein Pilotprojekt in Thüringen demonstriert, wie bestehende Stromnetze mit dem Mittelspannungslängsregler (MSLR) deutlich stärker für erneuerbare Energien genutzt werden können, ohne dass umfangreiche bauliche Maßnahmen nötig sind. Das Projekt liefert konkrete Zahlen, zeigt technische Details und beleuchtet sowohl Chancen als auch Risiken der neuen Technologie.

    Herausforderung: Engpässe im deutschen Verteilnetz

    Der rasante Zubau von Photovoltaik (PV) überfordert in vielen Regionen die vorhandenen Mittelspannungsnetze. In den Netzgebieten der TEN Thüringer Energienetze sind bereits 17 Mittelspannungsbereiche „voll“, das heißt, sie können keine zusätzliche PV-Einspeisung mehr aufnehmen. Diese strukturellen Engpässe behindern die Energiewende und erfordern innovative Lösungen, die über reinen Netzausbau hinausgehen.

    Der Mittelspannungslängsregler (MSLR) – Funktionsprinzip

    Der MSLR ist ein kompaktes Gerät, das das Spannungsband in bestehenden Leitungen korrigiert und dadurch deren Aufnahmefähigkeit erhöht. Entwickelt von der Thüga-Gruppe, TEN Thüringer Energienetze (Tochter der TEAG) und Hitachi Energy, lässt sich der Regler ohne zusätzliche Bauarbeiten in Trafostationen integrieren – etwa so groß wie ein großer Ortsnetztransformator. In Vorserien-Tests erwies er sich als robust, unempfindlich gegenüber Fehlbedienung und für Netztechniker praktisch identisch zu konventionellen Komponenten.

    Wie funktioniert der MSLR?

    • Gezielte Spannungsregelung erhöht die Kapazität bestehender Mittelspannungsleitungen.
    • Durch Korrektur des Spannungsbandes können bis zu 260 % mehr PV-Leistung eingespeist werden.
    • Der Regler ergänzt bestehende Ortsnetztrafos, Speicherlösungen und Redispatch-Maßnahmen.

    Pilotprojekt in Hopfgarten bei Weimar – Ergebnisse im Überblick

    Im Rahmen des Pilotprojekts wird weltweit erstmals ein Kompakt-MSLR in Hopfgarten bei Weimar in Betrieb genommen. Die wichtigsten Kennzahlen lauten:

    • 260 % Steigerung der integrierbaren PV-Leistung (Quelle S1, 2023).
    • 2.750 zusätzliche Balkonkraftwerke können ohne neuen Netzausbau angeschlossen werden (Quelle S1, 2023).
    • Bis 2035 könnten Netzausbaukosten bei einzelnen Netzbetreibern einen dreistelligen Millionenbetrag einsparen, wenn der MSLR flächendeckend eingesetzt wird (Zitat von Constantin H. Alsheimer, Thüga).
    • Im Jahr 2023 wurde ein Potenzial von 40 % für die effizientere Integration erneuerbarer Energien in bestehenden Netzen ermittelt.

    Die Installation erfolgt standardisiert nach Thüga-Spezifikationen und kann in Serie im Transformatoren-Werk in Lodz (Polen) von Hitachi Energy gefertigt werden, was eine schnelle Bereitstellung großer Stückzahlen ermöglicht.

    Wirtschaftliche und ökologische Vorteile

    Durch die Nutzung des MSLR ergeben sich mehrere Nutzen, die sowohl Betreiber als auch die Gesellschaft betreffen:

    • Kosteneinsparungen: Reduzierung von Netzausbauinvestitionen bis 2035.
    • Dezentrale Energiewende: Mehr Balkonkraftwerke können ohne neue Leitungen angeschlossen werden.
    • Ressourcenschonung: Verzicht auf umfangreiche Bauarbeiten und Materialeinsatz.
    • Modellcharakter: Das Projekt kann als Vorbild für andere Regionen dienen, die vor ähnlichen Engpässen stehen.

    Risiken und Gegenargumente

    Ein wichtiger Gegenpunkt ist die Abhängigkeit vom technologischen Fortschritt. Der langfristige Erfolg des MSLR hängt stark von kontinuierlicher Weiterentwicklung und weiteren Investitionen ab. Ohne fortlaufende Forschung und Skalierung könnten die erwarteten Einsparungen und Kapazitätsgewinne nicht realisiert werden.

    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Wie funktioniert der Mittelspannungslängsregler?Der MSLR steuert die Spannung in bestehenden Stromnetzen, um deren Kapazität für die Einspeisung von erneuerbaren Energien zu erhöhen.

    Zusammenfassung der wichtigsten Kennzahlen

    Metric Wert Einheit Jahr Quelle
    Prozentuale Steigerung der PV-Leistung 260 % 2023 S1
    Zahl integrierbarer Balkonkraftwerke 2 750 Einheiten 2023 S1
    Zugänglichkeit erneuerbarer Energien 40 % 2023

    Fazit

    Das Pilotprojekt in Thüringen zeigt, dass innovative Netztechnologien wie der Mittelspannungslängsregler erhebliche Potenziale zur Beschleunigung der Energiewende bieten. Durch die Möglichkeit, rund 260 % mehr PV-Leistung zu integrieren und 2 750 zusätzliche Balkonkraftwerke ohne neue Leitungen zu betreiben, können Netzbetreiber Kosten sparen und gleichzeitig die dezentrale Einspeisung fördern. Gleichzeitig bleibt die langfristige Wirksamkeit von der fortlaufenden technologischen Entwicklung abhängig. Insgesamt liefert das Projekt ein praxisnahes Modell, das für andere Regionen als Vorlage dienen kann, um bestehende Netze effizienter zu nutzen und die Integration erneuerbarer Energien zu beschleunigen.

    Carsten Steffen
    Autor: Carsten Steffen
    Carsten Steffen, Gründer von photovoltaik.sh, bringt sein tiefes Verständnis für Photovoltaik und seine Begeisterung für erneuerbare Energien ein, um Kunden in Schleswig-Holstein seit 2021 schneller und kostengünstiger zu ihrer eigenen Photovoltaikanlage zu verhelfen. Ermöglicht wird das Dank der Zusammenarbeit mit lokalen Solarteuren. Regelmäßige Schulungen runden unsere Expertise ab. Mit der Gründung von photovoltaik.sh sind wir Ihr vertrauenswürdigen Partner für alle, die ihren Stromverbrauch nachhaltig gestalten möchten.
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