Die Entwicklung von Quantentechnologien eröffnet neue Perspektiven für die Solarenergie. Quantenmechanische Effekte spielen schon heute in Solarzellen eine Rolle, und die Forschung an Quantenmaterialien geht weit darüber hinaus. Ein Beispiel ist das Projekt QuEnergy, das das Land Hessen ab 2027 mit 4,8 Millionen Euro fördert. Es soll Konzepte für lichtbasierte Technologien entwickeln, die mit deutlich weniger Energie auskommen. Solarzellen stehen dabei nicht im Mittelpunkt.
Quanteneffekte in modernen Solarzellen
In den aktiv dünnen Schichten von Solarzellen – oft nur wenige Nanometer dick – gelten die Gesetze der Quantenphysik. Quanteneffekte wie Verschränkung, Tunneln und Überlagerung ermöglichen neue Funktionen, die mit klassischer Physik nicht erreichbar wären. Moderne Solarzellen nutzen bereits den Tunneleffekt, etwa in Tunneloxid-Kontakten oder in den Tunnelübergängen, die die Teilzellen von Tandemsolarzellen verbinden.
Effizienzsteigerung durch den Tunneleffekt
Beim Tunneln überwinden Ladungsträger eine sehr dünne Barriere, die sie nach klassischer Physik nicht passieren könnten. In Solarzellen lässt sich das nutzen, um Ladungsträger mit geringen Verlusten aus der Zelle zu führen oder mehrere Teilzellen elektrisch zu verbinden. Solche Konzepte tragen dazu bei, die Effizienz von Solarzellen zu steigern. Wie groß der Gewinn ausfällt, hängt vom Zelltyp ab.
Magnetische Halbleiter und Spintronik
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt von QuEnergy liegt auf magnetischen Halbleitern, die nur eine Atomschicht dick sind. Diese Materialien könnten als winzige Bauteile für die Speicherung und Verarbeitung von Informationen dienen. Die Technologie, die neben der Ladung auch den Spin der Elektronen nutzt, wird als Spintronik bezeichnet.
Förderung des QuEnergy-Projekts
Der Forschungsverbund um die TU Darmstadt, gemeinsam mit der Philipps-Universität Marburg, erhält ab 2027 vom Land Hessen eine Förderung von 4,8 Millionen Euro für vier Jahre. Ziel ist es, grundlegende Konzepte für lichtbasierte Kommunikations- und Sensortechnologien zu entwickeln, die deutlich weniger Energie verbrauchen als bestehende Verfahren.
Herausforderungen und Risiken
Obwohl die theoretischen Vorteile der Quantentechnik vielversprechend sind, bestehen praktische Herausforderungen. Die Umsetzung muss sowohl technisch als auch wirtschaftlich sinnvoll sein. Ohne geeignete Skalierung und Kostenreduktion könnten die quantenbasierten Lösungen im realen Markt nicht bestehen.
FAQ zu QuEnergy und magnetischen Halbleitern
Was sind die Hauptziele von QuEnergy?
QuEnergy zielt darauf ab, neue Konzepte für lichtbasierte Technologien zu entwickeln, die deutlich weniger Energie verbrauchen.
Welche Rolle spielen magnetische Halbleiter?
Magnetische Halbleiter könnten als grundlegende Bauteile für neue Informationsspeichertechnologien genutzt werden.
Fazit
Quanteneffekte sind in Solarzellen kein Zukunftsthema, sondern Teil heutiger Zelltechnik, etwa beim Tunneleffekt in Kontakten und Tandemzellen. Das hessische Projekt QuEnergy setzt an anderer Stelle an: bei energiesparenden lichtbasierten Kommunikations- und Sensortechnologien sowie bei magnetischen Halbleitern für die Spintronik. Die Förderung soll helfen, diese Grundlagenforschung in Richtung Anwendung zu bringen. Trotz bestehender Herausforderungen bei Skalierung und Kosten bleibt die Quantentechnik ein wichtiges Forschungsfeld für eine energieeffiziente Zukunft.

