Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat das Förderprogramm Erneuerbare Energien Plus gestartet, um den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland zu beschleunigen. Das Programm richtet sich speziell an Unternehmen, die neue Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen bauen oder bestehende Anlagen modernisieren wollen – und das ohne die klassische EEG-Förderung. Durch attraktive Kredite und die Unterstützung von Direktlieferverträgen (Power Purchase Agreements, PPAs) soll der Zugang zu grünem Strom für Industrie und Mittelstand erleichtert werden.
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Programmübersicht – Was wird gefördert?
- Neubau von Photovoltaik-, Wind- und anderen erneuerbaren Kraftwerken außerhalb des EEG
- Modernisierung bestehender Anlagen zur Steigerung von Effizienz und Leistung
- Investitionen in Energiespeicher, Wärme- und Kälteerzeugung aus regenerativen Quellen
- Vermarktung von erzeugtem Strom über Direktlieferverträge (PPAs)
Der Kredithöchstbetrag pro Vorhaben beträgt bis zu 150 Millionen Euro. Es gibt keine festgelegte Mindestkredithöhe – die Summe kann in Teilbeträgen abgerufen werden. Zusätzlich können Globaldarlehen an Landesförderinstitute oder Kombinationen mit anderen Fördermitteln beantragt werden.
Konditionen und Kreditbedingungen
- Effektiver Jahreszins: 3,37 % bis 3,88 %, abhängig von der Laufzeit
- Finanzierungspartner: Anträge werden über die eigenen Finanzierungspartner der KfW gestellt
- Förderfähige Investitionsorte: EU, Vereinigtes Königreich, Norwegen
- Ausschluss: Anlagen, die bereits EEG-Förderung, Bundesförderung für effiziente Wärmenetze, Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz oder vergleichbare staatliche Förderungen erhalten haben
Laut einer aktuellen Studie ist der Marktanteil erneuerbarer Energien in Deutschland im Jahr 2026 auf 48 % gestiegen. Dies verdeutlicht, dass der Förderbedarf für solche Projekte steigt und Initiativen wie das KfW-Programm „Erneuerbare Energien Plus“ entscheidend für die Unterstützung dieses Wachstums sind (S1, 2026).
Zusätzlich hat die Nutzung von Direktlieferverträgen (PPAs) in Deutschland 2025 um 65 % zugenommen. Diese wachsende Form der Stromvermarktung ist wichtig für die Durchführung nachhaltiger Projekte und wird direkt durch das KfW-Programm gefördert (S2, 2025).
Zielgruppe – Wer kann Kredite beantragen?
Kredite können von Unternehmen beantragt werden, die:
- Neue Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen installieren wollen
- Bestehende Anlagen modernisieren oder erweitern möchten
- Strom über Direktlieferverträge an Industrie- oder Gewerbebetriebe verkaufen wollen
- Im europäischen Wirtschaftsraum (EU, UK, Norwegen) ansässig sind
Damit richtet sich das Programm insbesondere an Industrieunternehmen und den Mittelstand, die ihre Energieversorgung dekarbonisieren und gleichzeitig Planungssicherheit für ihre Investitionen erhalten wollen.
Marktentwicklung – Warum das Programm jetzt besonders wichtig ist
Steigender Marktanteil erneuerbarer Energien
Die Studie des Deutschen Instituts für Normung (DIN) zeigt, dass der Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten Stromversorgung in Deutschland bis 2026 auf 48 % angewachsen ist. Dieses Wachstum schafft einen wachsenden Finanzierungsbedarf für neue Projekte, die nicht über das EEG gefördert werden.
Rasante Zunahme von Direktlieferverträgen
Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) dokumentiert, dass die Anzahl der PPAs im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 65 % gestiegen ist. PPAs bieten Unternehmen langfristige Preisstabilität und fördern die direkte Verbindung zwischen Erzeugern und Abnehmern – ein Kernziel des KfW-Programms.
Risiken und Gegenargumente
- Finanzierungsvolumen könnte nicht ausreichen: Bei einer höheren Nachfrage nach Krediten als erwartet könnte die KfW überlastet werden.
- Abhängigkeit von Marktbedingungen: Schwankende Strompreise und regulatorische Änderungen könnten die Wirtschaftlichkeit einzelner Projekte beeinflussen.
Diese Punkte sollten potenzielle Antragsteller bei der Projektplanung berücksichtigen und gegebenenfalls zusätzliche Finanzierungsquellen prüfen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wer kann Kredite beantragen?Kredite können von Unternehmen beantragt werden, die neue Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen installieren oder bestehende Anlagen modernisieren.Welche Projekte sind von der Förderung ausgeschlossen?Projekte, die bereits eine Förderung nach dem EEG, der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze, dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz oder einer vergleichbaren staatlichen Förderung erhalten haben, sind nicht förderfähig.Wie hoch ist der maximale Kreditbetrag?Bis zu 150 Millionen Euro pro Vorhaben.Wie wird der Zinssatz bestimmt?Der effektive Jahreszins liegt zwischen 3,37 % und 3,88 % und richtet sich nach der Laufzeit des Kredits.
Fazit
Das KfW-Förderprogramm Erneuerbare Energien Plus bietet Unternehmen in Deutschland ein leistungsstarkes Finanzierungsinstrument, um den Ausbau erneuerbarer Energien außerhalb des EEG voranzutreiben. Mit Krediten bis zu 150 Millionen Euro, attraktiven Zinskonditionen und gezielter Unterstützung von Direktlieferverträgen adressiert das Programm zentrale Hemmnisse des Marktes. Angesichts eines Marktanteils von 48 % erneuerbarer Energien im Jahr 2026 und einer 65 %igen Zunahme von PPAs im Vorjahr ist das Programm gut positioniert, um das bereits stark wachsende Segment nachhaltig zu stärken. Gleichzeitig sollten Antragsteller mögliche Engpässe im Finanzierungsvolumen und regulatorische Risiken im Blick behalten, um langfristig erfolgreiche Projekte zu realisieren.

