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ITRPV‑Roadmap 2025: Wie Skaleneffekte, Technologie und Preisverfall die Photovoltaik revolutionieren

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    Die 16. International Technology Roadmap for Photovoltaics (ITRPV)-Ausgabe 2025 zeigt eindrucksvoll, dass die Photovoltaik-Branche 2024 einen historischen Wendepunkt erreicht hat. Mit einem Rekord von 703 GW neu ausgelieferten Modulen, einer globalen Produktionskapazität von über 1 500 GW und einem Spotmarktpreis von nur 0,08 USD/W – ein Rückgang von 33 % gegenüber dem Vorjahr – wird Solarenergie zur dominierenden Säule der globalen Energiewende. Gleichzeitig treiben technologische Innovationen wie TOPCon-Zellen, busbarlose Zellarchitekturen und die bevorstehende Massenfertigung von Tandemzellen die Effizienz und Kostensenkung weiter voran.

    Massiver Marktaufschwung 2024 – Zahlen und Fakten

    • 703 GW neu ausgelieferte Solarmodule weltweit (2024)
    • Über 1 500 GW installierte Produktionskapazität (2024)
    • Kumulativ installierte PV-Leistung bis Ende 2024: ca. 2 156 GWp (IEA-PVPS)
    • Kristallines Silizium (c-Si) hält 98 % des globalen Marktanteils (2024)
    • Dünnschichttechnologien machen nur 2-3 % des Marktes aus (2024)
    • 90 % der hergestellten Module sind bifazial

    Preisrückgang und Lernrate – Warum Solarmodule günstiger werden

    Der durchschnittliche Spotmarktpreis für kristalline Siliziummodule sank Ende 2024 auf 0,08 USD/W, was einem Preisverfall von mehr als einem Drittel gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die ITRPV-Roadmap berechnet eine Lernrate von 25,6 %: Bei jeder Verdopplung der globalen Produktionsmenge sinken die Herstellungskosten um mehr als ein Viertel. Dieser Effekt entsteht durch:

    • Massive Überproduktion, die den Preisdruck erhöht
    • Skaleneffekte in immer größer werdenden Fabriken (≥5 GW Kapazität)
    • Technologische Fortschritte, die Materialeinsatz und Energieverbrauch reduzieren

    Technologischer Führungswechsel: Von PERC zu n-Typ und TOPCon

    Seit 2024 hat sich die TOPCon-Technologie (Tunnel Oxide Passivated Contact) als marktführend etabliert und ersetzt nach und nach die langjährige PERC-Dominanz. TOPCon-Zellen erreichen durchschnittliche Wirkungsgrade von 23,2 %, während Silizium-Heterojunction-Zellen (SHJ) sogar 23,6 % erzielen. Der Wechsel zu n-Typ-Technologien beschleunigt den Marktanteilszuwachs von Mono-Si von 98 % (2024) auf prognostizierte 89 % im Jahr 2035.

    • TOPCon-Zellen: 23,2 % Effizienz (2024)
    • SHJ-Zellen: 23,6 % Effizienz (2024)
    • Mono-Si-Marktanteil: 98 % (2024) → 89 % (2035, konservatives Szenario)
    • n-Typ-Technologien (TOPCon, IBC, SHJ) treiben den Shift von PERC voran

    Materialreduktion: Silberverbrauch sinkt drastisch

    Silber ist einer der kostenintensivsten Rohstoffe in der Zellproduktion. Durch optimierte Pasten, neue Druckverfahren und den vermehrten Einsatz von Kupfer-Metallisierungen bei SHJ-Zellen wird der Silberverbrauch signifikant reduziert. Die ITRPV-Roadmap gibt an:

    • Silberverbrauch TOPCon/SHJ: 19 mg/W (2024)
    • Prognostizierter Silberverbrauch: 9 mg/W (2035)

    Diese Reduktion entkoppelt die Kosten von schwankenden Rohstoffpreisen und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der PV-Industrie.

    Busbar-Entwicklung: Der Aufstieg busbarloser Zellen

    Die Zellarchitektur wandelt sich grundlegend. Im Jahr 2024 waren noch rund 49 % der Zellen mit zwölf oder weniger Busbars ausgestattet. Bis 2035 wird dieser Anteil auf lediglich 6 % sinken, während busbarlose Designs stark an Marktanteil gewinnen:

    • Busbarlose Zellen: 6 % Marktanteil (2024) → 47 % (2035)
    • Zellen mit 13-18 Busbars: Zwischenschritt, bevor innovative Formate dominieren

    Durch den Verzicht auf klassische Sammelschienen können Materialkosten reduziert und Verschattungsverluste minimiert werden.

    Modul- und Fabrikgrößen: Skaleneffekte in der Produktion

    Die Größe von Modulen und die Kapazität von Fertigungsanlagen entwickeln sich parallel zu den Kostensenkungen:

    • Module größer als 3 m² erreichen bis 2035 einen Marktanteil von 25 % im Großanlagen-Segment
    • Fabriken mit einer Jahreskapazität von >5 GW dominieren den Markt bis 2035, während kleinere Anlagen (<1 GW) Nischen bedienen
    • Neue Wafer-Formate (M10, G12) ermöglichen Module mit bis zu 720 W Leistung

    Zukunftsausblick: Tandemzellen und weitere Effizienzsprünge

    Ab 2027 beginnt die Massenfertigung von Tandemzellen, die zwei lichtaktive Schichten – meist Perowskit und Silizium – kombinieren. Die Roadmap prognostiziert:

    • Wirkungsgrad zu Beginn: ca. 27 % (Perowskit/Silizium)
    • Steigerung auf über 30 % bis 2035
    • Marktanteil von Tandemzellen: >10 % bis 2035
      • Perowskit/Silizium: ca. 9 % Marktanteil (2035)
      • Perowskit/Perowskit: ca. 1 % Marktanteil (2035)

    Diese Effizienzsteigerungen eröffnen neue Möglichkeiten, insbesondere in dicht besiedelten Regionen mit begrenztem Platzangebot, da mehr Energie pro Quadratmeter gewonnen werden kann.

    Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse

    • Rekordhafte Auslieferungen von 703 GW und über 1 500 GW Produktionskapazität zeigen die rasante Skalierung der Branche.
    • Spotmarktpreis von 0,08 USD/W (-33 % YoY) verdeutlicht den Preisverfall dank Lernrate von 25,6 %.
    • TOPCon-Zellen führen mit 23,2 % Effizienz und beschleunigen den Shift zu n-Typ-Technologien.
    • Silberverbrauch wird bis 2035 fast halbiert (19 mg/W → 9 mg/W).
    • Busbarlose Zellarchitekturen sollen bis 2035 fast die Hälfte des Marktes ausmachen.
    • Modulgrößen >3 m² und Fabriken >5 GW prägen die Produktionslandschaft.
    • Tandemzellen erreichen ab 2027 die Massenfertigung und sollen bis 2035 über 10 % Marktanteil besitzen.

    Fazit

    Die ITRPV-Roadmap 2025 liefert ein klares Bild einer Photovoltaik-Industrie, die durch massive Skaleneffekte, technologische Durchbrüche und konsequente Kostenreduktion an die Schwelle einer neuen Ära stößt. Während die Preise weiter fallen und die Effizienz von Zellen und Modulen steigt, sichern neue Materialien, reduzierte Silbereinsätze und innovative Zellarchitekturen die langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Der bevorstehende Durchbruch von Tandemzellen erweitert das Potenzial der Solarenergie zusätzlich. All diese Entwicklungen bestätigen, dass Solarenergie nicht mehr nur eine Alternative, sondern bereits ein zentraler Pfeiler der globalen Energiewende ist.

    Carsten Steffen
    Autor: Carsten Steffen
    Carsten Steffen, Gründer von photovoltaik.sh, bringt sein tiefes Verständnis für Photovoltaik und seine Begeisterung für erneuerbare Energien ein, um Kunden in Schleswig-Holstein seit 2021 schneller und kostengünstiger zu ihrer eigenen Photovoltaikanlage zu verhelfen. Ermöglicht wird das Dank der Zusammenarbeit mit lokalen Solarteuren. Regelmäßige Schulungen runden unsere Expertise ab. Mit der Gründung von photovoltaik.sh sind wir Ihr vertrauenswürdigen Partner für alle, die ihren Stromverbrauch nachhaltig gestalten möchten.
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