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Laminate-freie Solarmodule mit Polycarbonat: Nachhaltigkeit, Robustheit und Wirtschaftlichkeit

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    Forscher der University of Western Ontario haben ein neuartiges Solarmodul vorgestellt, das vollständig auf eine Laminierung verzichtet und stattdessen Polycarbonat (PC) als Encapsulant nutzt. Durch den Verzicht auf EVA- und Glaslaminierung wird die Demontage stark vereinfacht, die Wiederverwendung von Solarzellen ermöglicht und ein Open-Source-Design bietet, das dezentrale, lokale Fertigung unterstützt. Das Konzept adressiert zentrale Recycling -Herausforderungen, senkt potenzielle Produktionskosten und stärkt die Kreislaufwirtschaft.

    Laminate-freies Design mit Polycarbonat-Encapsulation

    Im vorgeschlagenen Modul ersetzt das PC-Blatt das herkömmliche Glas-EVA-System. Die beiden äußeren PC-Schichten werden mit einem 3D-gedruckten PC-Dichtungsring bei Temperaturen nahe dem Glasübergangspunkt und unter Druck verschmolzen. Der Ring beinhaltet eine Öffnung für die Anschlussdrähte, die durch Verbreiterung des Rings während des Encapsulation-Prozesses abgedichtet wird. Nach dem Vorgang wird Ethyl-Cyanoacrylat-Kleber verwendet, um verbleibende Lücken zu schließen. Durch diese Methode können die Module leicht zerlegt, das PC-Gehäuse mechanisch getrennt und die Solarzellen anschließend sortiert und wiederverwendet werden.

    Das Design ist vollständig open-source und damit für DIY-Hersteller und lokale Produktionsstätten ohne teure, zentralisierte Anlagen verfügbar. Die Möglichkeit, mit recyceltem PC zu arbeiten, eröffnet zusätzliche Kosteneinsparungen und reduziert den ökologischen Fußabdruck der Fertigung.

    Transparenz und Ertragsverlust

    Ein entscheidender Unterschied zum konventionellen Glas-EVA-System liegt in der Lichttransmission. Während typische Glas-EVA-Module etwa 95 % des einfallenden Lichts durchlassen, liegt die gemessene Transmission des getesteten PC-Blattes bei 80,38 %.

    Obwohl die geringere Transparenz die Energieausbeute mindert, kompensieren die Vorteile der Wiederverwendung und der lokalen Fertigung den Verlust langfristig, insbesondere wenn recycelte Zellen in neuen Modulen eingesetzt werden.

    Mechanische Robustheit und Dauerhaftigkeit

    Die Prototypen zeigen trotz fehlender Laminierung eine bemerkenswerte mechanische Stabilität. Tests belegen eine IP68-ähnliche Wasserdichtigkeit, was für den Einsatz im Freien, etwa in Pavement-PV-Anlagen, entscheidend ist. Finite-Elemente-Analysen bestätigen, dass die Module Radlasten standhalten können, und erste Feldmessungen zeigen einen Tagesertrag von 699 Wh aus einem 30 × 30 cm Pavement-PV-Panel bei sieben Sonnenstunden.

    Der Leistungsoutput des einzelnen Prototyp-Moduls beträgt 2,12 W.

    Testdaten und Belastbarkeitsnachweise

    • IP68-ähnliche Dichtigkeit ohne Laminierung – bestätigt Feldtauglichkeit.
    • Finite-Elemente-Analysen: Belastbarkeit unter Radlasten nachgewiesen.
    • Leistung pro Tag: 699 Wh aus 30 × 30 cm Pavement-PV-Panel (2014, 7 h Sonne).
    • Prototyp-Leistung: 2,12 W (2026).

    Umweltvorteile dezentraler Fertigung

    Lebenszyklusanalysen (LCA) zeigen, dass kleinere, dezentrale PV-Systeme im Vergleich zu Großanlagen deutlich geringere CO₂-Emissionen verursachen. Die Reduktion liegt zwischen 18 % und 59 %.

    Der Wasserverbrauch pro installierter Kilowatt-Peak (kWp) sinkt um 1 % bis 12 % dank des geringeren Materialbedarfs und der lokalen Produktion. Das PC-Design trägt durch die Vermeidung von Glas und EVA zu einer Reduktion des Ressourcenverbrauchs bei.

    Wirtschaftliche Perspektiven und Skalierung

    Ein vorläufiger techno-ökonomischer Überblick gibt an, dass das aktuelle Prototyp-Modul zu einem Preis von etwa 3,11 USD/W produziert wird – deutlich über dem durchschnittlichen US-Marktpreis, was jedoch auf den Einsatz von Einzelhandels-Materialien und Kleinserienfertigung zurückzuführen ist.

    Unter Annahme von recyceltem PC und industriellen Zellpreisen könnte die Skalierung die Produktionskosten auf 0,06 USD bis 0,30 USD pro Watt senken. Diese Kostenstruktur würde das laminat-freie Design konkurrenzfähig zu kommerziellen Modulen machen und gleichzeitig Transportkosten sowie den CO₂-Fußabdruck durch lokale Fertigung reduzieren.

    Offene Fragen (FAQs)

    Wie wirkt sich die geringere Transparenz von PC auf die Wirtschaftlichkeit aus?

    Über 20 Jahre verliert ein Single-Cell-Modul mit PC-Encapsulation etwa 16 kWh im Vergleich zu einem Glas-Modul. Die langfristige Wirtschaftlichkeit wird jedoch durch die Möglichkeit der Wiederverwendung von Zellen und die stark reduzierten Produktionskosten (0,06-0,30 USD/W) ausgeglichen.

    Sind solche Module für den Heimgebrauch geeignet?

    Ja. Durch das offene Design und die Möglichkeit der DIY-Fertigung können Hausbesitzer eigene Module herstellen. Bei Verwendung recycelter Materialien könnten die Kosten auf 0,06-0,30 USD/W sinken, was den Heimgebrauch wirtschaftlich attraktiv macht.

    Fazit

    Solarmodule mit Polycarbonat-Encapsulation stellen einen vielversprechenden Ansatz dar, um zentrale Recycling-Probleme der PV-Branche zu lösen. Trotz eines Ertragsverlustes von rund 16 % durch geringere Lichttransmission bieten mechanische Robustheit (IP68-ähnlich), einfache Demontage und die Möglichkeit zur lokalen, offenen Fertigung erhebliche ökologische und ökonomische Vorteile. Lebenszyklusanalysen bestätigen signifikante CO₂-Reduktionen und verkürzte Payback-Zeiten für dezentrale Systeme. Skalierbare Produktionskosten von 0,06-0,30 USD/W könnten das Design wettbewerbsfähig zu herkömmlichen Modulen machen, vorausgesetzt, langfristige Tests (Thermische Zyklen, UV-Beständigkeit, Feuchte) werden erfolgreich abgeschlossen. Das Konzept verbindet Nachhaltigkeit, technische Robustheit und Wirtschaftlichkeit – ein wichtiger Schritt hin zu einer zirkulären Photovoltaik-Wirtschaft.

    Carsten Steffen
    Autor: Carsten Steffen
    Carsten Steffen, Gründer von photovoltaik.sh, bringt sein tiefes Verständnis für Photovoltaik und seine Begeisterung für erneuerbare Energien ein, um Kunden in Schleswig-Holstein seit 2021 schneller und kostengünstiger zu ihrer eigenen Photovoltaikanlage zu verhelfen. Ermöglicht wird das Dank der Zusammenarbeit mit lokalen Solarteuren. Regelmäßige Schulungen runden unsere Expertise ab. Mit der Gründung von photovoltaik.sh sind wir Ihr vertrauenswürdigen Partner für alle, die ihren Stromverbrauch nachhaltig gestalten möchten.
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