Photovoltaik gilt in Deutschland als Schlüsseltechnologie für die private Energiewende. Hausbesitzer:innen wollen ihre Abhängigkeit von schwankenden Verbraucherpreisen reduzieren und gleichzeitig aktiv zum Klimaschutz beitragen. Aktuelle Zahlen zeigen, dass sowohl das Interesse an Solaranlagen stark wächst als auch die politischen Rahmenbedingungen – insbesondere die geplante Abschaffung der Einspeisevergütung ab 2027 – einen Wendepunkt markieren.
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Wachstum der Photovoltaik-Nutzung in Deutschland – Zahlen und Fakten
Das Marktforschungsunternehmen BDEW hat festgestellt, dass der Anteil der in Deutschland installierten Photovoltaik-Anlagen bis Ende 2022 um 20 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Dieser Zuwachs spiegelt das zunehmende Interesse privater Haushalte an erneuerbaren Energien wider.
Laut einer Statista-Umfrage, durchgeführt im Auftrag des Energiekonzerns Eon, besitzen bereits 37 % der Hausbesitzer:innen im Jahr 2023 eine Solaranlage. Insgesamt geben mehr als drei Viertel (über 75 %) der Befragten an, entweder bereits eine PV-Anlage zu besitzen oder den Kauf zu planen.
- 2022: Installationsanteil +20 % gegenüber 2021 (BDEW)
- 2023: 37 % der Hausbesitzer:innen besitzen eine PV-Anlage (Statista, S1)
- 2023: >75 % besitzen oder planen eine PV-Anlage (Eon-Umfrage)
- 2025-Prognose: 40 % planen den Kauf einer Solaranlage (Eon-Umfrage)
Marktanteil und geplante Investitionen
Die Umfrage von Eon befragte 2.000 Hausbesitzer:innen, die im eigenen Haus leben. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
- 40 % planen den Kauf einer Solaranlage innerhalb der nächsten zwei Jahre.
- Rund 35 % würden die Investition auch ohne feste Einspeisevergütung definitiv tätigen, weitere 39 % eher ja.
- Nur 4 % lehnen eine Investition ohne Einspeisevergütung strikt ab, 10 % eher nicht, 12 % sind unentschieden.
- Mehr als 90 % der bereits Anlagenbesitzer planen oder besitzen einen Batteriespeicher, um den Eigenverbrauch zu maximieren.
Abschaffung der Einspeisevergütung ab 2027 – Was bedeutet das?
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWSK) plant, die Einspeisevergütung für neue Photovoltaik-Anlagen ab dem Jahr 2027 abzuschaffen. Stattdessen soll nicht selbst genutzter Solarstrom künftig an der Strombörse verkauft werden – ein Modell, das als „Direktvermarktung“ bezeichnet wird.
Die geplante Regelung hat das Potenzial, die Preisgestaltung für Solarstrom und die Rentabilität von PV-Anlagen grundlegend zu verändern. Ohne die garantierten Rückflüsse aus der Einspeisevergütung müssen Hausbesitzer:innen vermehrt auf Eigenverbrauch, Speicherlösungen und ergänzende Energielösungen setzen.
- Geplantes Abschaffungsjahr: 2027 (BMWSK, S2)
- Ersetzung durch Direktvermarktung an der Strombörse.
- Risiko: Projektfinanzierungen könnten erschwert werden (Counterpoint).
Herausforderungen und Chancen für Hausbesitzer
Der Wegfall der Einspeisevergütung stellt Hausbesitzer:innen vor neue finanzielle Entscheidungen. Gleichzeitig eröffnet er Chancen für innovative Geschäftsmodelle:
- Erhöhter Fokus auf die Dimensionierung der PV-Anlage und smarte Steuerung.
- Integration von Batteriespeichern, E-Autos und Wärmepumpen zur Steigerung des Eigenverbrauchs.
- Entwicklung von Direktvermarktungs-Plattformen, die kleinere Erzeuger:innen am Strommarkt teilnehmen lassen.
Interesse der Hausbesitzer trotz Wegfall der Einspeisevergütung
Die Eon-Umfrage zeigt, dass das Interesse an Photovoltaik-Anlagen auch ohne Einspeisevergütung stark bleibt. Rund 35 % der Befragten würden eine Solaranlage definitiv kaufen, weitere 39 % eher ja, wenn die Einspeisevergütung wegfallen würde. Nur ein kleiner Teil (4 %) lehnt die Investition unter diesen Bedingungen ab.
Ein zentrales Kriterium für die Wirtschaftlichkeit ist ein hoher Eigenverbrauch des erzeugten Solarstroms. Ohne feste Vergütung wird die Rentabilität maßgeblich von der Fähigkeit bestimmt, den selbst erzeugten Strom im Haushalt zu nutzen – idealerweise unterstützt durch Batteriespeicher.
- Hoher Eigenverbrauch = Schlüssel zur Rentabilität ohne Einspeisevergütung.
- Mehr als 90 % der bestehenden PV-Anlagen-Besitzer besitzen oder planen einen Batteriespeicher.
- Zusätzliche Technologien (E-Auto, Wärmepumpe) erhöhen den Eigenverbrauch weiter.
Zusammenhang von Eigenverbrauch, Batteriespeicher, E-Auto und Wärmepumpe
Die Umfrage verdeutlicht, dass Hausbesitzer:innen, die bereits eine PV-Anlage besitzen, häufig weitere Energielösungen im Haus integrieren:
- 42 % besitzen eine Wärmepumpe.
- Rund ein Drittel hat ein Elektroauto.
- PV-Anlagen-Besitzer:innen sind im Durchschnitt 12 Prozentpunkte häufiger im Besitz eines E-Autos und 17 Prozentpunkte häufiger im Besitz einer Wärmepumpe als der Gesamtdurchschnitt.
- Jüngere Eigentümer:innen (< 40 Jahre) zeigen besonders hohe Affinität: +4 % bei Photovoltaik, +17 % bei Wärmepumpe, +13 % beim E-Auto gegenüber dem Gesamtdurchschnitt.
FAQ – Rentabilität von PV-Anlagen ohne Einspeisevergütung
Frage: Wie ist die Rentabilität von PV-Anlagen ohne Einspeisevergütung?
Antwort: Die Rentabilität hängt von der Dimensionierung und der Nutzung des Eigenstroms ab. Mit einem höheren Eigenverbrauch – unterstützt durch Batteriespeicher, smarte Steuerung und ergänzende Systeme wie E-Auto oder Wärmepumpe – kann die Investition auch ohne feste Einspeisevergütung lohnenswert bleiben.
Fazit
Die Zahlen aus den letzten Jahren zeigen ein deutliches Wachstum der Photovoltaik-Nutzung in deutschen Privathaushalten. Trotz der geplanten Abschaffung der Einspeisevergütung ab 2027 bleibt das Interesse der Hausbesitzer:innen hoch, weil die Wirtschaftlichkeit zunehmend über Eigenverbrauch und integrierte Speicher- bzw. Verbrauchslösungen erreicht wird. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie gut sich der Markt an die Direktvermarktung anpasst und welche innovativen Modelle entstehen, um die private Energiewende weiter voranzutreiben.

