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Mieterstrom im Mehrfamilienhaus: Vorteile, Regeln, Zuschüsse

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    Stellen Sie sich vor, Sie wohnen im Mehrfamilienhaus und der Strom kommt nicht „irgendwoher“, sondern direkt vom Dach über Ihnen. Genau darum geht es beim Mieterstrommodell: Eine PV-Anlage am Gebäude erzeugt Solarstrom, der vor Ort genutzt und an die Mieter weitergegeben wird. Das fühlt sich nicht nur gut an, weil es die Klimabilanz verbessert – es kann sich auch ganz handfest im Geldbeutel bemerkbar machen.

    Gerade in Zeiten schwankender Energiepreise kann so eine lokale Lösung wie ein ruhiger Gegenpol wirken. Solarstrom hat oft deutlich niedrigere Gestehungskosten als klassischer Netzstrom. Gleichzeitig profitieren Vermieter, weil sich die PV-Anlage in vielen Fällen besser rechnet, wenn der Strom im Haus bleibt. Klingt simpel – ist es im Kern auch. In der Praxis entscheiden aber Details: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein (Stichwort 40% Wohnfläche )? Wie funktioniert der Mieterstromzuschlag nach EEG? Und warum spielt die Regel eine Rolle, dass Mieterstrom maximal 90% des Grundversorgungstarifs kosten darf?

    In diesem Artikel bekommen Sie einen klaren Überblick: von den Vorteilen für Mieter und Vermieter über Förderlogiken bis zu der Frage, wann Mieterstrom wirklich wirtschaftlich ist.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Deutlicher Preisvorteil möglich: Solarstrom vom Dach liegt oft bei ca. 7-10 ct/kWh (Erzeugung) – Netzstrom ist häufig deutlich teurer (im Vergleich teils 35-75 ct/kWh ).
    • Klare Regeln für den Mieterstrompreis: Der an Mieter gelieferte Strom darf höchstens 90% des Grundversorgungstarifs des lokalen Anbieters kosten – zusätzlich können Netzentgelte und Abgaben geringer ausfallen, wenn der Strom lokal verbraucht wird.
    • Mieterstromzuschlag als Wirtschaftlichkeits-Hebel: Förderung abhängig von der Anlagengröße, z.B. bis 10 kW: 2,86 ct/kWh, bis 40 kW: 2,66 ct/kWh, bis 100 kW: 1,79 ct/kWh – Voraussetzung u.a.: lokaler Verbrauch und mindestens 40% Wohnfläche im Gebäude.

    So funktioniert das Mieterstrommodell im Alltag

    Beim Mieterstrommodell wird der Strom nicht erst durchs öffentliche Netz „auf Reise geschickt“, sondern möglichst direkt im Haus verbraucht: Eine PV Mehrfamilienhaus -Anlage produziert tagsüber Solarstrom, der über ein Mess- und Abrechnungskonzept an die Haushalte verteilt wird. Für Mieter wirkt das meist erstaunlich unspektakulär – der Strom kommt weiterhin „aus der Steckdose“. Der Unterschied steckt im Hintergrund: Statt eines klassischen Versorgers tritt ein Mieterstromanbieter (häufig der Vermieter, eine Betreibergesellschaft oder ein Dienstleister) als Lieferant auf.

    Typisch ist diese Reihenfolge: lokale Stromversorgung zuerst für die Mieter, Überschüsse gehen ins Netz, und wenn die Sonne nicht reicht, wird Reststrom zugekauft. Genau dieses Zusammenspiel ist der Kern von Solarstrom für Mieter – und auch der Grund, warum sich das Modell für alle Seiten lohnen kann, wenn es sauber geplant ist und im Alltag wirklich „mitläuft“.

    Wer macht was? Rollen von Vermieter, Betreiber und Mietern

    In der Praxis gibt es drei zentrale Rollen: Der Anlagenbetreiber (oft der Vermieter), der Stromlieferant (kann identisch sein oder ausgelagert werden) und die Mieter als Letztverbraucher. Viele Vermieter starten mit der Idee „PV aufs Dach, Strom an Mieter“ – und merken dann schnell: Abrechnung, Messkonzept und Lieferantenpflichten sind kein Nebenjob. Genau hier kommen Dienstleister ins Spiel, die das Mieterstrom -Konstrukt als Rundum-Paket abwickeln, inklusive Abrechnung, Messstellenbetrieb und teils auch Mieterkommunikation.

    Für Mieter ist wichtig: Die Teilnahme am Mieterstrom ist in der Regel freiwillig. Niemand sollte sich gedrängt fühlen. Es funktioniert am besten, wenn es wie ein fairer Deal rüberkommt: verständlicher Vertrag, nachvollziehbarer Preis, transparente Herkunft direkt vom eigenen Dach. Ein kurzer, klarer Infozettel im Hausflur bringt manchmal mehr als zehn Seiten Kleingedrucktes.

    Vorteile für Mieter: preiswerter, lokaler, greifbarer

    Der größte „Aha“-Moment ist oft der Preis – zumindest dann, wenn das Angebot sauber gerechnet ist. Strom vom Dach kann in der Erzeugung deutlich günstiger sein als klassischer Netzstrom. Als grobe Orientierung werden für PV-Strom häufig Gestehungskosten von etwa 7-10 ct/kWh genannt, während Strombezug über öffentliche Anbieter je nach Zeitpunkt und Tarif deutlich höher liegen kann (teils 35-75 ct/kWh ). Natürlich zahlen Mieter nicht einfach nur die Erzeugungskosten – es kommen Betrieb, Messung, Verwaltung und Reststrom hinzu. Aber: Das Fundament ist oft günstiger als das, was man aus dem Netz einkauft.

    • Mehr Preissicherheit: Ein Teil Ihres Strompreises hängt weniger am Großhandelsmarkt und an kurzfristigen Sprüngen.
    • Kurze Wege, weniger Verlust: Strom wird dort genutzt, wo er entsteht – ohne Umwege.
    • Mitmachen ohne eigene Investition: Kein Dach, kein Stress mit Handwerkern, trotzdem Solarstrom.
    • Gutes Gefühl im Alltag: Es ist etwas anderes, wenn man weiß: „Das kommt wirklich von hier – von unserem Haus.“

    Und ganz pragmatisch: Wenn Sie tagsüber zu Hause sind (Homeoffice, Familie, Schichtdienst), steigt Ihr Anteil am direkt genutzten Solarstrom – und damit in vielen Projekten auch der spürbare Vorteil. Wer dagegen hauptsächlich abends verbraucht, bezieht häufiger Reststrom. Das ist nicht „schlecht“, aber es erklärt, warum die Ersparnis von Haushalt zu Haushalt unterschiedlich ausfallen kann.

    Vorteile für Vermieter und Eigentümer: bessere Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage

    Für Vermieter ist das Modell oft interessant, weil der selbst erzeugte Strom im Haus häufig mehr Wert hat als eine reine Einspeisung. Statt „nur“ zu produzieren, wird der Strom im Gebäude als greifbares Produkt genutzt. Das kann die Kalkulation der PV Mehrfamilienhaus -Anlage stabiler machen, weil ein Teil der Erlöse planbarer wird.

    Hinzu kommt: Mieterstrom wird von vielen Mietern als Modernisierungs- und Attraktivitätsmerkmal wahrgenommen. In der Neuvermietung kann „Strom vom Dach“ ein echtes Plus sein – nicht als Slogan, sondern weil Nebenkosten bei Entscheidungen inzwischen ganz oben auf der Liste stehen. Und: Wer transparent rechnet und sauber abrechnet, baut Vertrauen auf. Das ist im Bestand oft Gold wert.

    Klimabilanz Mieterstrom: Warum lokal oft doppelt wirkt

    Die Klimabilanz Mieterstrom profitiert gleich auf zwei Ebenen: Erstens ersetzt der Solarstrom fossile Anteile im Strommix. Zweitens kann lokale Nutzung das System entlasten, weil weniger Strom über weite Strecken transportiert werden muss. Das ist kein romantischer Öko-Gedanke, sondern ziemlich praktisch: Wenn viele Gebäude lokal erzeugen und einen Teil direkt vor Ort verbrauchen, sinkt der Druck auf Netze – zumindest dort, wo Erzeugung und Verbrauch zeitlich halbwegs zusammenpassen.

    Ein kleines Beispiel aus dem Alltag: In einem Haus mit vielen Berufstätigen ist mittags oft weniger Verbrauch – dann geht mehr Überschuss ins Netz. Wenn aber E-Mobilität, eine Wärmepumpe, ein gemeinschaftlicher Trocknerraum oder auch einfach „Waschtage“ bewusst in die Sonnenstunden rutschen, steigt die Eigenversorgung. Dann wird Klimawirkung plötzlich spürbar: Man sieht den Zähler langsamer laufen und merkt, dass der Strom nicht nur „grün gekauft“, sondern direkt genutzt wird.

    Voraussetzungen: Wann gilt Strom wirklich als Mieterstrom?

    Damit ein Projekt als EEG Mieterstrom im Sinne der Förderung funktioniert, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Zentral ist der Gedanke „vor Ort erzeugt und vor Ort verbraucht“. Es reicht also nicht, irgendwo PV zu bauen und irgendeinem Mieter günstigen Strom zu verkaufen. Der Strom muss im räumlichen Zusammenhang genutzt werden – in der Praxis heißt das: im selben Gebäude oder in der unmittelbaren Nähe, je nach Projektstruktur und Messkonzept.

    Ein weiterer, oft unterschätzter Punkt sind die Voraussetzungen 40% Wohnfläche: Mindestens 40% der Immobilie müssen Wohnfläche sein, damit das Modell (im Förderkontext) typischerweise greift. Das ist besonders relevant bei Mischobjekten mit großen Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss. Wer so ein Gebäude hat, sollte früh prüfen, ob die Wohnflächenquote erfüllt wird – sonst kippt die Förderlogik, und die Wirtschaftlichkeit sieht auf einmal ganz anders aus.

    Technische und organisatorische Basics, die Sie einplanen sollten

    • Geeignetes Dach und Statik: PV ist kein Hexenwerk, aber Statik, Dachzustand und Brandschutz müssen passen.
    • Messkonzept: Häufig mit Summenzähler, Unterzählern und klarer Zuordnung pro Wohnung – damit Abrechnung nicht zum Dauerärger wird.
    • Reststromlieferung: Wenn die Sonne fehlt, brauchen Mieter nahtlosen Strombezug, ohne „Umschalt-Chaos“.
    • Abrechnung & Verträge: Verständlich, transparent, mit sauberer Preislogik (Arbeitspreis, Grundpreis, Laufzeiten).

    Mein Rat aus der Praxis-Perspektive: Rechnen Sie nicht nur die PV-Anlage, sondern das ganze „System Mieterstrom“. Messung, Verwaltung und Kommunikation mit den Mietern sind keine Fußnote – sie entscheiden oft, ob das Projekt sich langfristig gut anfühlt oder ständig Energie zieht (im übertragenen Sinn).

    Mieterstromzuschlag: Was er ist und warum er die Rechnung drehen kann

    Der Mieterstromzuschlag ist eine Förderung, die die Wirtschaftlichkeit von Mieterstromprojekten verbessern soll. Die Logik dahinter ist schlicht: Weil Mieterstrom zusätzliche Komplexität hat (Messung, Abrechnung, Lieferrolle, Kundenservice), gibt es einen Zuschlag pro lokal verbrauchter Kilowattstunde, wenn die Anforderungen erfüllt sind (u.a. lokaler Verbrauch und die Voraussetzungen 40% Wohnfläche ).

    Die Höhe des Zuschlags ist nach Anlagengröße gestaffelt. Typische Werte sind:

    • bis 10 kW: 2,86 ct/kWh
    • bis 40 kW: 2,66 ct/kWh
    • bis 100 kW: 1,79 ct/kWh

    Diese Staffelung hat eine klare Botschaft: Kleinere Anlagen bekommen pro kWh mehr, größere weniger. Für die Planung heißt das: Dimensionieren Sie nicht nach dem Motto „Dach voll und fertig“, sondern passend zum Verbrauch im Haus. Denn der Zuschlag greift dort, wo Strom tatsächlich lokal genutzt wird – nicht bei Überschuss, der ins Netz geht. Und genau hier entscheidet sich oft, ob ein Projekt „auf Kante“ gerechnet ist oder Luft hat.

    Preisregeln: Warum Mieterstrom maximal 90% des Grundversorgungstarifs kosten darf

    Ein Kernpunkt beim Mieterstrommodell ist die Preisschutzregel: Der an Mieter gelieferte Strom darf höchstens 90% des Grundversorgungstarifs des lokalen Anbieters kosten. Das soll sicherstellen, dass Mieter wirklich profitieren – und nicht am Ende nur ein grünes Etikett bekommen.

    Für Vermieter bedeutet das: Die Marge ist begrenzt, und die Kalkulation muss sauber sein. Für Mieter bedeutet es: Es gibt eine klare Messlatte, ob das Angebot fair ist. Trotzdem lohnt sich ein Blick ins Kleingedruckte: Entscheidend ist nicht nur der Arbeitspreis, sondern auch Grundpreis, Laufzeit, Preisänderungsklauseln und die Frage, wie Reststrom bepreist wird. Ein Angebot kann „90%“ erfüllen und sich trotzdem unangenehm anfühlen, wenn zum Beispiel der Grundpreis hoch oder die Laufzeit sehr lang ist.

    Netzentgelte sparen: Wo die echten Hebel oft versteckt sind

    Der Satz “ Netzentgelte sparen “ klingt nach Papierkram – ist aber einer der handfesten wirtschaftlichen Treiber. Wenn Strom lokal im Gebäude verbraucht wird, fallen bestimmte Netzentgelte und Abgaben häufig geringer aus als beim klassischen Strombezug über das öffentliche Netz. Genau hier kann Mieterstrom attraktiv werden, weil ein Teil der üblichen „Netz-Kosten-Schicht“ dünner wird.

    Wichtig ist dabei: Diese Entlastung entsteht nicht automatisch nur durch das bloße Vorhandensein einer PV-Anlage, sondern durch die konkrete Ausgestaltung der Lieferung und Messung. Deshalb sollte die Planung immer mit Blick auf das Mess- und Abrechnungsmodell erfolgen. Ein ungünstiges Setup kann dazu führen, dass Sie zwar Solarstrom produzieren, aber kaum Vorteile aus der lokalen Nutzung ziehen – und sich später fragen, wo der versprochene Hebel geblieben ist.

    Wirtschaftlichkeit: So rechnen Sie Mieterstrom realistisch (und ohne Schönrechnen)

    Ob sich Mieterstrom lohnt, hängt selten an einem einzigen Parameter. Es ist ein Zusammenspiel aus Erzeugungskosten, lokalem Verbrauch, Förderlogik ( Mieterstromzuschlag ), Reststromkosten und laufendem Aufwand. Die gute Nachricht: PV-Strom als Basis ist günstig. Die anspruchsvolle Nachricht: Der Betrieb als Liefermodell braucht Struktur – und die kostet entweder Zeit oder Geld (oder beides).

    Die wichtigsten Stellschrauben in der Praxis

    • Direktverbrauchsquote: Je mehr Strom im Haus bleibt, desto besser. Leerstand oder sehr geringer Tagesverbrauch drücken die Quote.
    • Anlagengröße passend dimensionieren: Eine zu große Anlage produziert viele Überschüsse, die oft weniger wert sind als lokal gelieferter Strom.
    • Professionelle Abwicklung: Wenn Abrechnung und Messung dauerhaft „nerven“, frisst das Rendite – oder Motivation.
    • Reststrom clever einkaufen: Ein guter Reststromtarif stabilisiert den Gesamtpreis für Mieter und die Marge für den Betreiber.

    Ein Beispiel, das viele aus der Praxis kennen: In einem 12-Parteien-Haus ist die Begeisterung am Anfang groß, aber die Kommunikation holpert. Dann ist nicht klar, wie Preisänderungen laufen, wer Ansprechpartner ist oder warum im Winter mehr Reststrom anfällt. Ein paar Mieter wechseln wieder – und plötzlich fehlt die Verbrauchsmenge, auf die die Kalkulation gebaut war. Mieterstrom ist deshalb nicht nur Technik, sondern auch Vertrauen, Verständlichkeit und saubere Prozesse.

    Typische Fallstricke (und wie Sie sie vermeiden)

    Viele Probleme entstehen nicht, weil das Modell grundsätzlich schlecht wäre, sondern weil Erwartungen und Realität auseinanderlaufen. Diese Klassiker sollten Sie früh auf dem Zettel haben:

    • „Alle machen automatisch mit“: Nein. Sie brauchen ein Angebot, das wirklich überzeugt – und die Freiheit, Nein zu sagen, muss sich auch so anfühlen.
    • Unklare Kommunikation: Wenn Mieter nicht verstehen, was sie unterschreiben, entsteht Widerstand. Klarheit schlägt Fachsprache.
    • Zu komplexe Tarifstruktur: Einfach schlägt kompliziert. Ein transparenter Preis wirkt stärker als ein Rechenkunstwerk mit vielen Fußnoten.
    • Unterschätzter Verwaltungsaufwand: Ohne Dienstleister kann das viel Zeit binden – mit Dienstleister kostet es Geld. Beides gehört ehrlich in die Rechnung.

    Wer diese Punkte offen adressiert, spart sich später die zähen Diskussionen im Treppenhaus oder in der Eigentümerversammlung. Und ganz nebenbei: Eine gute, ruhige Kommunikation sorgt oft dafür, dass Mieterstrom nicht als „Projekt vom Vermieter“, sondern als sinnvoller Hausstandard wahrgenommen wird.

    So starten Sie sinnvoll: Schritt-für-Schritt von der Idee zur Umsetzung

    Wenn Sie Mieterstrom ernsthaft prüfen, hilft eine klare Reihenfolge. Nicht zu theoretisch – eher wie ein Projektplan, der auch in einem vollen Vermieter-Alltag funktioniert.

    • Gebäudecheck: Dachfläche, Statik, Zählerplatz, Leitungswege, und ganz wichtig: Voraussetzungen 40% Wohnfläche.
    • Verbrauch verstehen: Lastprofile grob erfassen (Hausstrom, Mieter, ggf. Gewerbe). Das entscheidet über Dimensionierung und Erwartungsmanagement.
    • Konzept wählen: Eigenbetrieb oder Dienstleister? Welches Messkonzept? Wer übernimmt Support, wenn ein Mieter Fragen hat?
    • Wirtschaftlichkeit rechnen: Mit konservativen Annahmen (nicht mit „best case“). Lieber überrascht werden als enttäuscht.
    • Mieterkommunikation vorbereiten: Eine Seite, die alles erklärt: Preis, Herkunft, Laufzeit, Wechsel – und ein Ansprechpartner, der erreichbar ist.
    • Umsetzen & nachsteuern: Nach den ersten Monaten Verbrauchsdaten prüfen und ggf. nachjustieren (Tarif, Kommunikation, Prozesse).

    Gerade der Kommunikationspunkt wird unterschätzt. Dabei ist er oft der Unterschied zwischen „läuft“ und „ständig Diskussion“. Je normaler, fairer und nachvollziehbarer das Angebot wirkt, desto eher machen Mieter mit – ohne dass man lange überzeugen muss.

    Eine ehrliche Einordnung: Für wen passt Mieterstrom besonders gut?

    Mieterstrommodell -Projekte funktionieren besonders gut, wenn viele Parteien im Haus einen spürbaren Tagesverbrauch haben oder wenn zusätzliche Verbraucher geplant sind (z.B. gemeinschaftliche Wärmepumpe, Ladepunkte, Hausstrom). Ebenfalls hilfreich: ein Vermieter, der Lust hat, das Thema aktiv zu betreuen – oder von Anfang an einen Partner einbindet, der den Betrieb zuverlässig abwickelt.

    Weniger passend ist Mieterstrom, wenn ein Gebäude stark gewerblich geprägt ist (Achtung Voraussetzungen 40% Wohnfläche ), wenn die Mieterstruktur extrem wechselhaft ist oder wenn niemand die Rolle des Betreibers sauber übernehmen will. Das heißt nicht „Finger weg“ – aber dann muss die Lösung besonders robust und leicht verständlich sein, damit sie nicht im Alltag stolpert.

    Schlussakkord mit Sonnenlicht: Was Sie jetzt konkret mitnehmen sollten

    Mieterstrom ist kein Luftschloss. Wenn eine PV Mehrfamilienhaus -Anlage sinnvoll dimensioniert ist, der Strom wirklich lokal genutzt wird und die Rahmenbedingungen stimmen, kann das Modell gleichzeitig den Geldbeutel entlasten und die Klimabilanz Mieterstrom sichtbar verbessern. Der Charme liegt in der Nähe: Strom vom eigenen Dach ist plötzlich kein abstraktes Energiethema mehr, sondern Teil des Wohnens – so normal wie Warmwasser, nur eben mit Sonne im Hintergrund.

    Für Vermieter ist der Mieterstromzuschlag oft der entscheidende Hebel, um die Zusatzaufwände wirtschaftlich zu tragen. Gleichzeitig schützt die Preisregel (maximal 90% des Grundversorgungstarifs ) Mieter davor, dass „Solar“ zur teuren Etikette wird. Und ja: Wer es klug aufsetzt, kann durch lokale Nutzung auch Netzentgelte sparen bzw. insgesamt weniger netzbezogene Kosten auslösen.

    Meine Empfehlung: Starten Sie mit einem ehrlichen Vorcheck (Dach, Verbrauch, Wohnflächenquote), lassen Sie eine konservative Rechnung erstellen und entscheiden Sie dann, ob Eigenbetrieb oder Dienstleister besser zu Ihnen passt. Wenn das Fundament steht, wird Solarstrom für Mieter zu einer dieser seltenen Lösungen, die im Alltag wirklich funktionieren.

    Welche Hürde erscheint Ihnen bei Ihrem Gebäude am größten: die Technik auf dem Dach, die Abrechnung – oder die Zustimmung der Mieter?

    FAQ zum Thema Mieterstrommodell

    Was ist ein Mieterstrommodell – und was ist daran „anders“?

    Beim Mieterstrommodell kommt ein Teil Ihres Stroms direkt von der PV-Anlage auf dem Mehrfamilienhaus. Im Alltag merkt man davon fast nichts – außer beim Gefühl (und oft beim Preis). Der Strom wird zuerst im Haus genutzt, Überschüsse gehen ins Netz, Reststrom wird zugekauft. „Anders“ ist vor allem die Lieferkette: Ihr Stromvertrag läuft nicht über irgendeinen anonymen Mix, sondern hat einen sichtbaren Ursprung direkt am Gebäude.

    Welche Vorteile haben Mieter konkret?

    Viele Mieter mögen vor allem die Mischung aus lokaler Stromversorgung und planbarerem Preis. PV-Strom ist in der Erzeugung oft günstiger (grobe Hausnummer 7-10 ct/kWh ) als klassischer Netzstrom (teils 35-75 ct/kWh ). Dazu kommt: Sie müssen nichts investieren, kein Dach besitzen, kein Technikprojekt managen. Praktisch ist auch: Wenn Sie tagsüber Strom verbrauchen, nutzen Sie häufig mehr vom Solaranteil direkt.

    Wie funktioniert der Mieterstromzuschlag?

    Der Mieterstromzuschlag unterstützt die Wirtschaftlichkeit pro lokal verbrauchter kWh. Er wird nur für den Anteil gezahlt, der tatsächlich im Gebäude bei Mietern ankommt (und nicht für eingespeiste Überschüsse). Die Höhe hängt von der Anlagengröße ab: bis 10 kW: 2,86 ct/kWh, bis 40 kW: 2,66 ct/kWh, bis 100 kW: 1,79 ct/kWh.

    Welche Voraussetzungen gelten (Stichwort 40% Wohnfläche)?

    Wichtig sind lokaler Verbrauch und bei Mischobjekten die Faustregel: Mindestens 40% Wohnfläche. Wird diese Quote nicht erreicht, kann die Förderlogik wackeln – und damit die gesamte Rechnung. Gerade bei großen Gewerbeeinheiten lohnt sich deshalb ein früher Check, bevor man zu viel Zeit in die Detailplanung steckt.

    Warum darf Mieterstrom nur 90% des Grundversorgungstarifs kosten?

    Das ist der Preisschutz: Mieterstrom muss für Sie spürbar günstiger sein, maximal 90% des Grundversorgungstarifs. Prüfen Sie trotzdem Grundpreis, Laufzeit, Preisänderungsklauseln und wie der Reststrom bepreist wird. Am Ende zählt das Gesamtpaket – nicht nur eine Zahl im Arbeitspreis.

    Kann man mit Mieterstrom wirklich Netzentgelte sparen?

    Oft ja – weil lokal genutzter Strom weniger „Netz-Kosten-Schichten“ auslöst. Aber: Das hängt am Mess- und Abrechnungskonzept und an der konkreten Lieferstruktur. Ein sauberer Aufbau entscheidet, ob der Vorteil wirklich bei den Mietern (und in der Projektkalkulation) ankommt oder im administrativen Nebel verpufft.

    Carsten Steffen
    Autor: Carsten Steffen
    Carsten Steffen, Gründer von photovoltaik.sh, bringt sein tiefes Verständnis für Photovoltaik und seine Begeisterung für erneuerbare Energien ein, um Kunden in Schleswig-Holstein seit 2021 schneller und kostengünstiger zu ihrer eigenen Photovoltaikanlage zu verhelfen. Ermöglicht wird das Dank der Zusammenarbeit mit lokalen Solarteuren. Regelmäßige Schulungen runden unsere Expertise ab. Mit der Gründung von photovoltaik.sh sind wir Ihr vertrauenswürdigen Partner für alle, die ihren Stromverbrauch nachhaltig gestalten möchten.

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