Die Einspeisevergütung nach dem EEG ist heute niedrig, trotzdem kann sich eine Photovoltaikanlage gut rechnen. Der Grund: Selbst erzeugter Solarstrom ist deutlich günstiger als Strom aus dem Netz. Ob und wie stark sich die Anlage lohnt, hängt aber vom Einzelfall ab, vor allem von Anschaffungspreis, Eigenverbrauch und Strompreis (Stand: Oktober 2026).
Um eine möglichst hohe Rendite zu bekommen, also einen möglichst hohen Ertrag auf das eingesetzte Kapital, müssen alle Komponenten gut aufeinander abgestimmt sein.
Einflussfaktoren
Anlagengröße
Die Größe der verbauten Photovoltaikanlage ist einer der Schlüsselfaktoren für eine hohe Rendite. Für Anlagen, die vom 01.08. bis 31.12.2026 in Betrieb gehen, beträgt die Einspeisevergütung bis 10 kW 7,70 Cent pro kWh bei Teileinspeisung. Haushaltsstrom kostet dagegen im Schnitt 37 Cent pro kWh (BDEW 2026). Deshalb lautet die Devise, einen möglichst hohen Eigenverbrauchsanteil zu erreichen, denn jede selbst genutzte Kilowattstunde muss nicht teuer zugekauft werden. Um den Eigenverbrauchsanteil weiter zu erhöhen, ist oft ein Stromspeicher sinnvoll, mit Speicher sind laut Verbraucherzentrale Hamburg bis zu 70 % Eigenverbrauch möglich. Ob ein Speicher so lange hält wie die Module, deren Nutzungsdauer bei knapp 30 Jahren liegt (Fraunhofer ISE), hängt von Technik und Nutzung ab. Planen Sie einen möglichen Austausch in der Wirtschaftlichkeitsrechnung ein.
Mit steigender Größe der Anlage sinkt der Preis pro Kilowatt Leistung. Dies hängt damit zusammen, dass die Kosten für diverse Leistungen wie beispielsweise Montagegerüst, Netzanschluss, Wechselrichter oder Verkabelung bei kleineren Anlagen ähnlich hoch ausfallen wie bei einer größeren Anlage. Weitere laufende Kosten wie Wartung oder Reinigung steigen mit zunehmender Modulanzahl dagegen kaum. Die Module selbst machen nur noch einen Teil der Gesamtkosten aus, auch wenn ihre Preise 2026 wieder gestiegen sind (pvXchange: seit Januar um 19 bis 27 %).
Standortwahl
Auf die Standortwahl einer Photovoltaikanlage hat man in der Regel keinen Einfluss. Entscheidend ist allerdings, wie hoch die jährliche Sonneneinstrahlung ist. Sie nimmt in Deutschland von Süden nach Norden ab, Anlagen in Schleswig-Holstein erzeugen pro kW Leistung deshalb im Schnitt weniger Strom als Anlagen in Süddeutschland.
Ausrichtung und Neigungswinkel der Module beeinflussen den Ertrag zusätzlich. Eine gute Ausrichtung holt das Beste aus dem Standort heraus, kann den Unterschied in der Einstrahlung aber nicht vollständig ausgleichen.
Wann sich die Anlage rechnet
Ob sich eine Photovoltaikanlage rechnet und wie hoch die Rendite ausfällt, hängt von mehreren Parametern ab: Anschaffungspreis, Ertrag am Standort, Eigenverbrauchsanteil, Strompreis und Einspeisevergütung.
Ein hoher Eigenverbrauchsanteil wirkt sich am stärksten aus, weil selbst erzeugter Strom aus einer kleinen Dachanlage nur etwa 6 bis 14 Cent pro kWh kostet. Ein Stromspeicher erhöht den Eigenverbrauch, kostet aber selbst Geld. Ob er sich rechnet, hängt vor allem vom Speicherpreis und vom Verbrauchsprofil ab.
Konkrete Renditezahlen sollten Sie immer mit dem aktuellen Stand prüfen. Ältere Abschätzungen, etwa die des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) vom Dezember 2021 mit Renditen bis zu 5 % für kleinere Anlagen bei 25 % Eigenverbrauch, beruhen auf damaligen Anlagenpreisen, Vergütungssätzen und Strompreisen. Seitdem haben sich alle drei Größen deutlich verändert: Die Vergütung wurde 2022 angehoben und sinkt seit 2024 wieder, Haushaltsstrom wurde 2022 und 2023 teurer und ist seitdem wieder günstiger geworden. Vorteilhaft für Käufer: Seit 2023 fällt beim Kauf von Anlagen und Speichern für Wohngebäude keine Umsatzsteuer an, und die Erträge kleiner Anlagen sind einkommensteuerfrei.
Ist die Unabhängigkeit vom Netz kein besonderes Ziel, kann es sinnvoll sein, zuerst die verfügbare Dachfläche gut auszunutzen und einen Speicher nur dann zu ergänzen, wenn er sich für Ihr Verbrauchsprofil rechnet. Lassen Sie sich dazu mehrere Angebote mit einer Wirtschaftlichkeitsrechnung erstellen.
Renditensteigerung durch ein optimiertes Lastprofil
Um die Rendite zu steigern, ist ein hoher Eigenverbrauchsanteil notwendig. Um diesen Anteil zu steigern, empfiehlt es sich, den Stromverbrauch möglichst auf die sonnenintensiven Tageszeiten zu verlagern. Wenn flexible Stromverbraucher wie Waschmaschinen oder Trockner mittags gestartet werden, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass der Verbrauch des selbst erzeugten Stroms im Vergleich zum zugekauften Strom signifikant steigt.
Eine deutliche Steigerung des Eigenverbrauchs ist möglich, wenn etwa eine Wärmepumpe oder der Pufferspeicher einer konventionellen Heizung elektrisch mit Solarstrom betrieben wird. Ebenso ist der Betrieb einer Ladesäule für ein Elektroauto mit Solarstrom sinnvoll.
Rendite und Ökologie
Wie hoch die Rendite mit oder ohne Stromspeicher ausfällt, lässt sich nur für die konkrete Anlage berechnen. Ein Speicher senkt die Rendite, wenn er im Verhältnis zur zusätzlich selbst genutzten Strommenge zu teuer ist, und kann sie erhöhen, wenn er gut zum Verbrauch passt. Den Speicher finanzieren Sie bei Bedarf zusammen mit der Anlage über den Förderkredit KfW 270.
Weiterhin ist anzumerken, dass ein Stromspeicher aus ökologischer Sicht sinnvoll sein kann, weil mehr selbst erzeugter Solarstrom direkt im Haus genutzt wird.

