Ein Balkonkraftwerk wirkt auf den ersten Blick wie ein kleines Projekt: zwei Module, ein Wechselrichter, Stecker rein – fertig. Und dann kommt die Frage, die fast immer direkt danach fällt: Lohnt sich das wirklich? Genau darum geht es hier. Denn zwischen grobem Bauchgefühl („Strom ist teuer, das passt schon“) und einer Rechnung, die Sie wirklich beruhigt, liegen ein paar Stellschrauben, die viele unterschätzen: Ihr Eigenverbrauch, die Ausrichtung, Verschattung, die echte Jahresproduktion – und natürlich Ihr Strompreis.
Vielleicht kennen Sie die Situation: Die Anlage läuft, die App zeigt Ertrag, und trotzdem bleibt am Monatsende das Gefühl, dass „nicht so viel hängen bleibt“. Oder andersrum: Im Sommer ballert die Sonne mittags rein, die Leistung steht gefühlt „auf Anschlag“ – und Sie fragen sich, wie schnell sich das Ganze amortisiert. Mit einer sauberen, alltagstauglichen Rechnung lässt sich das ziemlich klar einordnen. Und ja: Das nimmt auch diese diffuse Unsicherheit raus, ob man sich da gerade etwas schönredet.
In diesem Artikel rechnen wir Mini-PV so durch, wie es im Alltag Sinn ergibt: mit typischen Annahmen, verständlichen Formeln und einem ehrlichen Blick auf die Zahlen. Dabei landen viele hochwertige Balkonkraftwerke bei einer Amortisation von etwa 3 bis 6 Jahren – und bei einer jährlichen Ersparnis von rund 231 bis 440 €, je nach Nutzung und Rahmenbedingungen.
Seiteninhalte
- Das Wichtigste in Kürze
- Welche Zahlen wirklich zählen: Ertrag, Eigenverbrauch, Strompreis
- Rechenweg, der im Alltag funktioniert (ohne Schönrechnen)
- Typische Annahmen für ein Balkonkraftwerk (damit Sie sich einordnen können)
- Balkonkraftwerk Ersparnis: So kommen 231 bis 440 € pro Jahr zustande
- Balkonkraftwerk Amortisation: Wann sind 3 bis 6 Jahre realistisch?
- Die größten Hebel für Ihren ROI (ohne gleich neue Hardware zu kaufen)
- Was viele in der Kalkulation vergessen (und wie Sie es richtig einbauen)
- ROI greifbar machen: Drei Szenarien, die Sie 1:1 nachbauen können
- Bewertung: Wann ein Balkonkraftwerk „sich lohnt“ – und wann Sie vorsichtiger sein sollten
- So machen Sie Ihre persönliche Rechnung in 10 Minuten (Checkliste)
- Fazit: Die ehrliche Balkonkraftwerk-Rechnung fühlt sich plötzlich einfach an
- FAQ zum Thema Balkonkraftwerk Amortisation & Ersparnis
Das Wichtigste in Kürze
- Realistische Amortisation: Viele Balkonkraftwerke rechnen sich nicht „irgendwann“, sondern häufig in 3 bis 6 Jahren – abhängig von Anschaffungskosten, Ausrichtung, Verschattung und Ihrem Nutzungsverhalten.
- Jährliche Ersparnis greifbar machen: Typische Werte liegen bei ca. 231 bis 440 € pro Jahr. Entscheidend ist, wie viel Solarstrom Sie direkt selbst verbrauchen (statt ihn ungenutzt abzugeben).
- Der größte Hebel ist Ihr Alltag: Wer tagsüber Grundverbrauch hat (Router, Kühlschrank, Homeoffice, Standby) oder gezielt Verbraucher in die Sonnenstunden legt, verbessert den ROI spürbar – oft ohne einen Cent extra zu investieren.
Welche Zahlen wirklich zählen: Ertrag, Eigenverbrauch, Strompreis
Wenn Sie die Mini-PV Wirtschaftlichkeit einschätzen wollen, brauchen Sie kein Zahlenfeuerwerk – sondern drei verlässliche Größen: Jahresertrag (kWh), Eigenverbrauchsquote (%) und Ihren Strompreis (€/kWh). Alles andere ist Feinschliff.
- Jahresertrag: Was Ihre Module pro Jahr tatsächlich liefern (abhängig von Standort, Ausrichtung, Neigung und Verschattung).
- Eigenverbrauch: Was davon direkt im Haushalt landet (und nicht einfach „durchrutscht“, wenn gerade niemand Strom braucht).
- Strompreis: Jede selbst genutzte kWh spart genau Ihren Arbeitspreis pro kWh. Nicht den Durchschnitt, nicht die Werbung – Ihren Tarif.
Das klingt simpel – ist aber genau der Punkt, warum zwei Nachbarn mit „fast gleicher Anlage“ komplett unterschiedliche Ergebnisse sehen. Der eine arbeitet im Homeoffice, hat Grundlast und lässt mittags die Spülmaschine laufen. Der andere ist bis 18 Uhr weg, in der Mittagszeit ist die Wohnung quasi im Schlafmodus. Gleiche Hardware, anderer Alltag – anderer ROI. Und genau da wird’s spannend: Sie können an Ihrem Alltag oft mehr drehen als an der Technik.
Rechenweg, der im Alltag funktioniert (ohne Schönrechnen)
Sie können die jährliche Ersparnis sehr greifbar berechnen:
Jährliche Ersparnis (€) = Jahresertrag (kWh) × Eigenverbrauchsquote × Strompreis (€/kWh)
Und für die Amortisation (also wann die Investition „wieder drin“ ist):
Amortisationszeit (Jahre) = Anschaffungskosten (€) ÷ jährliche Ersparnis (€)
Wichtig: Das ist bewusst die einfache Version – und genau deshalb so nützlich. Sie ist in der Praxis oft näher an der Realität als komplizierte Modellrechnungen, die am Ende doch auf Schätzwerten basieren. Optional können Sie später Dinge ergänzen wie: Wechselrichtertausch nach vielen Jahren, leichte Degradation der Module oder kleine Betriebskosten. Für eine ehrliche Erstbewertung ist das meistens nicht der Knackpunkt.
Typische Annahmen für ein Balkonkraftwerk (damit Sie sich einordnen können)
Damit Sie nicht im luftleeren Raum rechnen, hier realistische Bandbreiten, wie sie in vielen Haushalten auftauchen:
- Anschaffungskosten: grob 500-1.200 € (je nach Qualität, Halterung, Kabellängen, ggf. Speicher – ohne Speicher meist deutlich günstiger).
- Jahresertrag: häufig etwa 600-900 kWh/Jahr bei guten Bedingungen (Süd/West, wenig Schatten). Bei ungünstiger Lage oder flacher Aufstellung kann es deutlich weniger sein.
- Eigenverbrauchsquote: oft 50-80% ohne Speicher möglich, wenn Grundverbrauch da ist und Sie 1-2 Dinge in die Sonne schieben (Spülmaschine, Waschmaschine, Warmwasser über Boiler-Zeiten etc.).
- Strompreis: je nach Tarif oft 0,28-0,40 €/kWh (nehmen Sie den echten Arbeitspreis aus Ihrem Vertrag, nicht irgendeinen Online-Mittelwert).
Allein an diesen Punkten sehen Sie: Die Anlage „rechnet sich“ nicht, weil es irgendwo steht, sondern weil Ihr Setup in diese Bandbreiten passt. Und wenn es knapp ist, ist das nicht „Pech“ – dann lohnt es sich, zuerst die Stellschrauben zu prüfen, die Sie selbst beeinflussen können.
Balkonkraftwerk Ersparnis: So kommen 231 bis 440 € pro Jahr zustande
Viele suchen genau danach: eine Zahl, die nicht nach Marketing klingt. Eine praxisnahe Spanne für gute Mini-PV-Anlagen liegt häufig bei einer Balkonkraftwerk Ersparnis 231 Euro bis Balkonkraftwerk Ersparnis 440 Euro pro Jahr – je nachdem, wie gut Ertrag und Eigenverbrauch zusammenpassen.
Wichtig: Die Spanne ist groß, weil sie nicht nur „Sonne“ abbildet, sondern vor allem Verhalten. Wer mittags Strom braucht, sieht deutlich mehr als jemand, der die Wohnung tagsüber komplett stromarm lässt.
Beispiel 1: Solide Situation (die „normal gute“ Wohnung)
Angenommen:
- Jahresertrag: 750 kWh
- Eigenverbrauch: 70% → 525 kWh
- Strompreis: 0,33 €/kWh
Rechnung:
525 kWh × 0,33 € = 173,25 € pro Jahr
Das ist ordentlich – aber noch nicht in der 231-440-€-Zone. Was fehlt hier typischerweise? Meist entweder ein höherer Strompreis, mehr Ertrag (bessere Ausrichtung/Neigung, weniger Schatten) oder eine höhere Eigenverbrauchsquote. In der Praxis ist es oft die Quote: Wenn mittags kaum Verbraucher laufen, verschenken Sie den besten Teil der Kurve.
Beispiel 2: Gute Lage + guter Tagesverbrauch (hier wird’s spannend)
Angenommen:
- Jahresertrag: 900 kWh
- Eigenverbrauch: 75% → 675 kWh
- Strompreis: 0,34 €/kWh
Rechnung:
675 kWh × 0,34 € = 229,50 € pro Jahr
Damit sind Sie praktisch an der Marke, die viele als „endlich greifbar“ empfinden. Das ist fast exakt die Größenordnung Balkonkraftwerk Ersparnis 231 Euro (je nach Rundung, Tarif und realem Ertrag). Und hier sieht man schön: Es ist kein Hexenwerk. 900 kWh plus ein Alltag, der mittags nicht komplett stillsteht, bringt Sie schon nah ran.
Beispiel 3: Sehr gute Bedingungen (die 400+ € sind möglich, aber nicht „immer“)
Angenommen:
- Jahresertrag: 1.100 kWh (sehr gute Ausrichtung, kaum Schatten, gute Module)
- Eigenverbrauch: 80% → 880 kWh
- Strompreis: 0,50 €/kWh (hoher Tarif oder perspektivisch steigende Preise)
Rechnung:
880 kWh × 0,50 € = 440,00 € pro Jahr
Das ist die Größenordnung hinter Balkonkraftwerk Ersparnis 440 Euro. Die ehrliche Einordnung dazu: Das klappt nicht überall. Aber wenn Standort und Verbrauch zusammenpassen (und der Strompreis hoch ist), ist es absolut realistisch. Gerade Haushalte mit viel Tagesverbrauch merken das oft schon im ersten Sommer sehr deutlich.
Balkonkraftwerk Amortisation: Wann sind 3 bis 6 Jahre realistisch?
Jetzt wird’s konkret. Wenn Sie die jährliche Ersparnis kennen, ist die Amortisation nur noch eine Division. Und ja: Balkonkraftwerk Amortisation 3 Jahre ist möglich – aber nicht als Automatismus. Ebenso ist Balkonkraftwerk 6 Jahre rentabel in vielen Fällen ein gutes Ergebnis, weil die Anlage danach weiter spart. Der „Aha-Moment“ kommt oft, wenn man sich klar macht: Nach der Amortisation läuft die Rechnung weiter – Jahr für Jahr.
Amortisation in 3 Jahren (sportlich, aber machbar)
Beispiel:
- Anschaffung: 900 €
- Ersparnis: 300 €/Jahr
900 € ÷ 300 € = 3 Jahre
Damit das klappt, brauchen Sie meistens eine Kombination aus: gutem Ertrag (Ausrichtung, wenig Schatten), hoher Eigenverbrauchsquote und/oder höherem Strompreis. In echten Haushalten ist es selten „nur ein Faktor“. Oft sind es mehrere kleine Dinge, die zusammen plötzlich nach viel aussehen.
Amortisation in 6 Jahren (häufig der „ehrliche“ Bereich)
Beispiel:
- Anschaffung: 1.080 €
- Ersparnis: 180 €/Jahr
1.080 € ÷ 180 € = 6 Jahre
Das ist ein typisches Szenario, wenn Sie eine gute Anlage haben, aber Eigenverbrauch oder Ausrichtung nicht optimal sind – oder wenn Sie bewusst konservativ rechnen. Und genau deshalb ist die Aussage Balkonkraftwerk 6 Jahre rentabel für viele Haushalte ziemlich realistisch. Es ist nicht „schlecht“, es ist schlicht normal – und danach wird’s zunehmend angenehm, weil jede weitere kWh echte Entlastung bringt.
Die größten Hebel für Ihren ROI (ohne gleich neue Hardware zu kaufen)
Wenn eine Rechnung „nicht schön aussieht“, liegt es selten daran, dass Balkonkraftwerke grundsätzlich keine gute Idee wären. Meist ist einfach ein Hebel ungenutzt. Und das Gute ist: Viele Hebel kosten nichts außer ein bisschen Aufmerksamkeit.
1) Eigenverbrauch hochziehen (das ist der Königsmacher)
Jede kWh, die Sie direkt nutzen, ist bares Geld. Praktische Maßnahmen, die wirklich funktionieren:
- Spülmaschine mittags starten (Timer reicht).
- Waschmaschine in die Sonnenstunden legen.
- Homeoffice-Tage: Laptop, Monitore, vielleicht der kleine Drucker – tagsüber laufen lassen, wenn es ohnehin passt.
- Warmwasserboiler (falls vorhanden): Laufzeiten in PV-Zeitfenster schieben.
- Standby-Fresser finden: Ein Zwischenstecker-Messgerät entlarvt oft mehr als jede App.
Eine kleine Szene aus dem Alltag: Ein Bekannter war erst enttäuscht („Die App zeigt doch Ertrag – warum merke ich’s kaum?“). Die Lösung war banal: Mittags lief fast nichts. Nach zwei Wochen „Spülmaschine nach dem Frühstück, Wäsche gegen 13 Uhr“ war die Kurve nicht nur hübscher – die Stromkosten fühlten sich plötzlich logisch an. Genau das ist der Effekt: Sie sehen dann einen Zusammenhang zwischen Sonne und Haushalt, statt nur Zahlen in einer App.
2) Verschattung ehrlich bewerten
Ein Geländer, ein Baum, ein Nachbarbalkon: Schatten kann mehr kaputtmachen, als man im ersten Moment denkt. Nicht, weil dann „gar nichts“ mehr geht – sondern weil oft genau die starken Stunden getroffen werden. Prüfen Sie:
- Wann fällt Schatten auf die Module (Uhrzeit + Jahreszeit)?
- Ist eine leicht andere Position möglich (z. B. 30-50 cm versetzen)?
- Bringt eine andere Neigung etwas (Sommer/Winter-Balance)?
Das ist nicht glamourös, aber es ist einer der häufigsten Gründe, warum Erwartungen und Realität auseinanderlaufen. Wer hier sauber hinschaut, spart sich später Frust – und oft auch Geld.
3) Ausrichtung und Neigung: „Nicht perfekt“ ist oft trotzdem gut
Süd ist top, West ist im Alltag oft sogar charmant (mehr Leistung am Nachmittag/Abend). Ost-West kann ebenfalls gut funktionieren, wenn Sie morgens und später am Tag Strom brauchen. Entscheidend ist nicht nur, was theoretisch den höchsten Jahresertrag liefert – sondern was zu Ihrem Verbrauch passt.
Für die Mini-PV Wirtschaftlichkeit zählt am Ende nicht die schönste Peak-Leistung, sondern der Anteil, den Sie wirklich selbst nutzen. Eine Anlage, die etwas weniger produziert, dafür aber besser zu Ihren Verbrauchszeiten passt, kann unterm Strich „mehr bringen“.
Was viele in der Kalkulation vergessen (und wie Sie es richtig einbauen)
Eine realistische Rechnung darf ruhig nüchtern sein. Diese Punkte gehen in vielen Kopf-Rechnungen unter:
- Strompreisänderungen: Wenn Strom teurer wird, steigt Ihre Ersparnis pro kWh automatisch. Wenn er fällt, wird die Amortisation länger. Wer unsicher ist, rechnet mit zwei Preisen (heute und „leicht höher“).
- Degradation: Module verlieren über die Jahre etwas Leistung. Das passiert meist langsam. Für eine Amortisation in 3-6 Jahren ist das selten entscheidend, aber über 15-20 Jahre merkt man es.
- Wechselrichter: Kann (muss nicht) irgendwann ersetzt werden. Für eine Erstkalkulation reicht ein kleiner Puffer im Hinterkopf.
- Einmalige Zusatzkosten: Halterung, längere Kabel, bessere Befestigung – das sind oft die „unsichtbaren“ 80-200 €.
Mein Tipp: Rechnen Sie zuerst simpel. Dann machen Sie eine zweite Rechnung mit einem Sicherheitsabschlag (z. B. 10-15% weniger Ertrag oder etwas niedrigere Eigenverbrauchsquote). Wenn es dann immer noch gut aussieht, ist das Ergebnis robust – und Sie müssen sich nicht auf perfekte Bedingungen verlassen.
ROI greifbar machen: Drei Szenarien, die Sie 1:1 nachbauen können
Damit Balkonkraftwerk ROI kein Buzzword bleibt, hier drei Szenarien als Blaupause. Sie können einfach Ihre Zahlen einsetzen – und merken sofort, wo Ihr Setup ungefähr landet.
Szenario A: „Ich will nur wissen, ob es grundsätzlich Sinn ergibt“
- Anschaffung: 700 €
- Jahresertrag: 700 kWh
- Eigenverbrauch: 60% → 420 kWh
- Strompreis: 0,32 €/kWh
Ersparnis: 134,40 €/Jahr
Amortisation: ca. 5,2 Jahre
Interpretation: Sehr plausibel. Nicht spektakulär, aber solide – und danach sparen Sie weiter. Gerade wenn Sie eher vorsichtig rechnen wollen, ist das ein gutes „Baseline“-Szenario.
- Anschaffung: 900 €
- Jahresertrag: 900 kWh
- Eigenverbrauch: 75% → 675 kWh
- Strompreis: 0,35 €/kWh
Ersparnis: 236,25 €/Jahr (das liegt sehr nah an Balkonkraftwerk Ersparnis 231 Euro )
Amortisation: ca. 3,8 Jahre → klassischer Bereich für Balkonkraftwerk Amortisation 3 Jahre bis 4 Jahre (je nach tatsächlichen Preisen/Erträgen).
Interpretation: Hier sieht man, warum „Grundlast“ so wichtig ist. Wenn tagsüber ohnehin etwas läuft, muss man nicht tricksen – man nutzt einfach mehr von dem, was da ist.
Szenario C: „Ich will das Maximum rausholen, ohne mir etwas vorzumachen“
- Anschaffung: 1.100 €
- Jahresertrag: 1.050 kWh
- Eigenverbrauch: 80% → 840 kWh
- Strompreis: 0,45 €/kWh
Ersparnis: 378,00 €/Jahr
Amortisation: ca. 2,9 Jahre
Interpretation: Das ist schnell. Aber es hängt sichtbar an hohem Eigenverbrauch und einem eher hohen Tarif. Wenn der Strompreis eher bei 0,35 € liegt, sind es „nur“ 294 € Ersparnis und rund 3,7 Jahre Amortisation – immer noch stark, nur eben realistischer für viele Tarife.
Bewertung: Wann ein Balkonkraftwerk „sich lohnt“ – und wann Sie vorsichtiger sein sollten
„Lohnt sich“ ist am Ende eine Mischung aus Mathematik und Bauchgefühl. Rein rechnerisch lohnt es sich oft, wenn Sie die folgenden Punkte überwiegend abhaken können:
- Sie haben mindestens einige Verbraucher am Tag (Grundlast).
- Die Module stehen nicht dauerhaft im Schatten (kurzzeitig ist okay, aber nicht jeden Mittag).
- Sie können 1-2 Geräte in Sonnenstunden legen, ohne dass es nervt oder den Alltag dominiert.
- Sie kaufen nicht völlig überteuert ein (Preis-Leistung muss passen, sonst zieht es die Amortisation unnötig in die Länge).
Vorsichtiger wäre ich, wenn Sie praktisch keinen Tagesverbrauch haben, starke Verschattung nicht lösen können oder die Montage nur mit sehr teurer Sonderkonstruktion möglich ist. Dann wird’s zäh, und Balkonkraftwerk 6 Jahre rentabel ist eher das optimistische Ende der Skala. Heißt nicht, dass es „Unsinn“ ist – aber dann sollte man die Erwartungen sauber anpassen.
So machen Sie Ihre persönliche Rechnung in 10 Minuten (Checkliste)
Wenn Sie es konkret für Ihren Haushalt wollen, gehen Sie so vor:
- 1) Strompreis nachsehen: Arbeitspreis in ct/kWh aus Ihrem Vertrag (genau der zählt für die Ersparnis).
- 2) Jahresertrag schätzen: Herstellerangaben sind oft optimistisch. Lieber konservativ schätzen – oder Erfahrungswerte aus ähnlicher Ausrichtung/Region nutzen.
- 3) Eigenverbrauch abschätzen: Haben Sie tagsüber Grundlast? Wenn ja, starten Sie mit 60-75%. Wenn nein, eher 40-60%.
- 4) Ersparnis rechnen: kWh × Quote × Preis.
- 5) Amortisation rechnen: Kosten ÷ Ersparnis.
- 6) Sicherheit einbauen: Rechnen Sie zusätzlich mit 10-15% weniger Ertrag (oder etwas weniger Eigenverbrauch). Bleibt es attraktiv? Dann ist die Entscheidung deutlich entspannter.
Wenn Sie dabei in der Spanne von 3 bis 6 Jahren landen, sind Sie in einem Bereich, den viele als realistisch empfinden – und der auch psychologisch angenehm ist: Man sieht relativ schnell, dass sich etwas bewegt. Und man hat nicht das Gefühl, man „hofft“ sich etwas zusammen.
Fazit: Die ehrliche Balkonkraftwerk-Rechnung fühlt sich plötzlich einfach an
Ein Balkonkraftwerk ist kein magischer Geldautomat. Aber es ist auch kein „Spielzeug“, das sich erst in ferner Zukunft lohnt. Wenn Ertrag und Eigenverbrauch zusammenpassen, sind 3 bis 6 Jahre Amortisation sehr realistisch – und genau deshalb liest man so oft von Balkonkraftwerk Amortisation 3 Jahre bis hin zu Balkonkraftwerk 6 Jahre rentabel. Die jährliche Entlastung kann dabei greifbar werden: von Balkonkraftwerk Ersparnis 231 Euro in soliden Setups bis hin zu Balkonkraftwerk Ersparnis 440 Euro in sehr guten Szenarien mit hohem Eigenverbrauch und höherem Strompreis. Der wichtigste Punkt ist dabei fast nie die Hardware, sondern Ihr Alltag: Wer tagsüber Grundlast hat und zwei, drei Gewohnheiten an die Sonnenstunden anpasst, verbessert den Balkonkraftwerk ROI spürbar – ohne Stress und ohne dass plötzlich alles um Solar kreisen muss.
Meine Empfehlung: Rechnen Sie erst konservativ, dann optimistisch. Wenn beide Ergebnisse für Sie passen, ist die Entscheidung meist leichter, als man denkt. Und jetzt Sie: Welche Verbraucher könnten bei Ihnen ganz unkompliziert in die Mittagszeit rutschen?
FAQ zum Thema Balkonkraftwerk Amortisation & Ersparnis
Wie berechne ich die jährliche Ersparnis realistisch?
Nehmen Sie drei Werte, mehr brauchen Sie nicht: Jahresertrag (kWh), Eigenverbrauchsquote und Ihren Strompreis (€/kWh). Formel: Ersparnis = kWh × Quote × Preis. Tipp aus der Praxis: Wenn Sie tagsüber selten zuhause sind, rechnen Sie erst mal eher vorsichtig (z. B. 50-60% Eigenverbrauch). Das fühlt sich ehrlicher an – und wenn’s am Ende besser läuft, ist das die angenehmere Überraschung.
Wann ist eine Amortisation von 3 Jahren wirklich drin?
Balkonkraftwerk Amortisation 3 Jahre klappt, wenn mehrere Dinge gleichzeitig passen: gute Ausrichtung, wenig Schatten, hoher Eigenverbrauch und oft auch ein höherer Strompreis. Typisch ist dann eine Ersparnis um 300 € pro Jahr bei moderaten Anschaffungskosten. Wenn Sie mittags Spülmaschine oder Waschmaschine laufen lassen (oder generell eine ordentliche Grundlast haben), zieht das die Rechnung spürbar nach oben.
Ist „6 Jahre rentabel“ noch gut?
Ja. Amortisation in 6 Jahren ist für viele Wohnungen der solide Normalfall. Und danach sparen Sie weiter – das ist der Teil, der gern unterschätzt wird. Denn die laufenden Kosten sind in der Praxis sehr niedrig, und jede selbst genutzte kWh entlastet Sie weiter.
Wie kommen 231 bis 440 € Ersparnis zustande?
Die Spanne entsteht durch Alltag und Tarif: Balkonkraftwerk Ersparnis 231 Euro erreichen viele bei gutem Ertrag und ordentlichem Eigenverbrauch. Balkonkraftwerk Ersparnis 440 Euro ist möglich, wenn viel PV-Strom direkt genutzt wird und der Strompreis entsprechend hoch liegt. Wenn Sie diese Werte für sich einordnen wollen, rechnen Sie einmal mit Ihrem aktuellen Tarif und einmal mit einem etwas höheren (als „Was-wäre-wenn“). So sehen Sie sofort, wie empfindlich die Rechnung auf den Preis reagiert. Eine Quelle zur Einordnung und für Hintergrundwissen finden Sie hier: https://www.ise.fraunhofer.de/

