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Entwicklung von Back-Contact-Perovskit-Solarzellen mit bilayer-SnO₂-Elektronentransportlayer

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    Im März 2026 präsentierten Forscher der University of Seoul (UOS) und der Jeonbuk National University (JNU) einen neuartigen Ansatz für Back-Contact -Perovskit-Solarzellen (BC-PSCs). Durch ein spin-coated bilayer SnO₂-Elektronentransportlayer (ETL) konnten sie die Ladungsextraktion verbessern, die Rekombinationsverluste senken und eine maximale Leistungsumwandlung Effizienz (PCE) von 4,52 % erreichen. Der Beitrag beleuchtet die technische Umsetzung, vergleicht die Ergebnisse mit dem aktuellen Stand der Perovskit-Solarzellen-Effizienzen und diskutiert die Perspektiven für flexible und großflächige Module.

    Aktueller Stand der Perovskit-Solarzellen-Effizienzen

    Laborzellen erreichen bereits über 26 % PCE, wobei zertifizierte Messungen für kleine Flächen (0,08 cm²) 26,5 % (2026) ausweisen (Quelle S1). Mini-Module von 24,8 cm² erzielen 22,56 % (2026, Quelle S2) und Tandem-Kombinationen aus Perowskit und Silizium überschreiten sogar 34,9 % (2026, Quelle S3). Diese Werte verdeutlichen das enorme Potenzial der Technologie, während die 4,52 % der vorgestellten BC-PSCs als früher Meilenstein in einem noch jungen Architekturbereich gelten.

    Bilayer-SnO₂-ETL in Back-Contact-Perovskit-Solarzellen

    Der Schlüssel zur Leistungssteigerung liegt im bilayer SnO₂-ETL, das aus einer Nanopartikel-SnO₂-Schicht und einer darüber liegenden Sol-Gel-Schicht besteht. Beide Schichten werden mittels einfacher Spin-Coating-Technik auf ein mit Mustern versehenes Indium-Tin-Oxide (ITO) aufgebracht. Die Kombination ermöglicht:

    • verbesserte interfaciale Kontakte,
    • reduzierte Rekombinationsverluste,
    • optimierte Energieniveaus für den Elektronentransport.

    Im direkten Vergleich mit rein kolloidalen bzw. Sol-Gel-SnO₂-ETLs zeigte das bilayer-Design den höchsten durchschnittlichen Photostrom von 33,67 pA, während das Sol-Gel-Design 26,69 pA und das kolloidale Design 14,65 pA erreichte.

    Gerätearchitektur und Funktionsweise

    Die BC-PSC-Architektur unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichen n-i-p-Strukturen. Das Gerät besteht aus:

    • einem Glas-Substrat mit gemustertem ITO,
    • dem bilayer SnO₂-ETL,
    • einem Perowskit-Absorber,
    • einem liniengeprägten Nickel-Elektroden-Pattern, thermisch zu Nickel-Oxid (NiOx) oxidiert, das als Hole-Transport-Layer (HTL) dient,
    • einer Aluminium-Oxid-Isolationsschicht zur Verhinderung von Kurzschlüssen,
    • einer dünnen Polymethylmethacrylat-(PMMA-)Passivierungsschicht zum Schutz der Perowskit-Oberfläche.

    Das Licht trifft ungehindert auf die Perowskit-Schicht von oben. Elektronen und Löcher werden seitlich über die SnO₂- bzw. NiOx-Elektroden gesammelt, was eine front-freie Oberfläche und damit ein hohes optisches Durchdringungsvermögen ermöglicht.

    Leistungsdaten und Vergleich zu konventionellen Zellen

    Das bilayer-SnO₂-BC-PSC erreichte eine maximale PCE von 4,52 % und zeigte gleichzeitig eine verbesserte operative Stabilität. Im Kontext der heutigen Benchmarks (26,5 % bei kleinen Flächen, 22,56 % bei Mini-Modulen) verdeutlicht dies den noch geringen, aber vielversprechenden Leistungsstand von Back-Contact-Designs. Die höhere Photocurrent-Ausbeute (33,67 pA) gegenüber anderen SnO₂-Varianten unterstreicht die Wirksamkeit der Schnittstellenoptimierung.

    Parallel dazu demonstrieren koreanische Studien mit PEI-modifiziertem SnO₂-ETL PCE-Werte von 24,49 % für Einzelzellen und 22,56 % für Mini-Module, wobei nach 500 h 94 % der Ausgangsleistung erhalten blieben. Diese einfachen, skalierbaren Verfahren ergänzen das bilayer-Konzept und zeigen, dass ETL-Optimierungen ein zentraler Hebel für die Effizienzsteigerung sind.

    Skalierbarkeit und Fertigungspotenzial

    Die Verwendung von Spin-Coating und photolithografischer Musterung erlaubt eine Integration in bestehende Druck- und Roll-to-Roll-Produktionslinien. Die Möglichkeit, das bilayer-SnO₂-ETL auf großen Flächen gleichmäßig zu depositieren, reduziert Defekte und unterstützt die Herstellung flexibler Module. Der Ansatz ist zudem kompatibel mit bereits etablierten PEI-SnO₂-Optimierungen, was die Transferierbarkeit in die Massenproduktion weiter erhöht.

    Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

    Obwohl das bilayer-Design die Rekombitionsverluste mindert, bleibt die absolute Effizienz von 4,52 % deutlich hinter den >26 % von konventionellen n-i-p-Perowskit-Zellen zurück. Weitere Optimierungen der Schichtdicken, Materialreinheit und Kontaktgeometrie sind nötig, um die Lücke zu schließen.

    Ein zentrales Hindernis ist die Langzeit Stabilität von Perowskit-Materialien. Zielvorgaben von >25 Jahren Lebensdauer, wie bei Silizium-Solarzellen, sind noch nicht erreicht. Aktuelle Studien betonen, dass die Stabilität nach 500 h bei 94 % Retention bereits ein Fortschritt ist, jedoch weit von industriellen Anforderungen entfernt bleibt.

    Die Kombination aus verbesserter Ladungstrennung durch Nanostrukturen, passivierenden Schichten (Al₂O₃, PMMA) und skalierbaren ETL-Methoden dürfte die nächste Entwicklungsstufe prägen. Wenn diese Aspekte weiter verfeinert werden, könnten BC-PSCs zu einer Schlüsseltechnologie für flexible, leichtgewichtige und großflächige Solarmodule werden.

    FAQ

    Warum ist die Effizienz hier nur 4,52 %, obwohl Perowskit-Zellen >26 % erreichen?

    Back-Contact-Designs sind ein neuer Ansatz, der zunächst Stabilität und Skalierbarkeit priorisiert. Die State-of-the-Art-n-i-p-Strukturen (z. B. XJTU 2026, 26,5 % PCE, Quelle S1) setzen auf optimierte Schichtstapelungen, während das bilayer-SnO₂-Konzept die Rekombination reduziert, aber noch nicht die absoluten Effizienzen erreicht.

    Sind Back-Contact-PSCs marktreif?

    Derzeit befinden sie sich noch in der Forschungsphase. Sie bieten Vorteile für flexible Module, jedoch muss die Stabilität auf >25 Jahre skaliert werden (Park 2026, Quelle S4). Skalierbare ETLs wie PEI-SnO₂ unterstützen jedoch die Massenproduktion (GIST 2026, Quelle S2).

    Fazit

    Die südkoreanische Studie demonstriert, dass ein bilayer SnO₂-ETL die Rekombinationsverluste in Back-Contact-Perowskit-Solarzellen deutlich senken und die Effizienz auf 4,52 % steigern kann. Im Vergleich zu den derzeitigen Spitzenwerten von über 26 % für konventionelle Perowskit-Zellen zeigt das Ergebnis, dass BC-Designs noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen. Gleichzeitig bieten sie klare Vorteile für flexible und großflächige Anwendungen sowie eine hohe Skalierbarkeit dank einfacher Spin-Coating-Methoden. Die nächsten Schritte müssen sich auf die Steigerung der absoluten Effizienz und die langfristige Stabilität konzentrieren, um das volle Potenzial dieser Architektur für kommerzielle Solarmodule zu realisieren.

    Carsten Steffen
    Autor: Carsten Steffen
    Carsten Steffen, Gründer von photovoltaik.sh, bringt sein tiefes Verständnis für Photovoltaik und seine Begeisterung für erneuerbare Energien ein, um Kunden in Schleswig-Holstein seit 2021 schneller und kostengünstiger zu ihrer eigenen Photovoltaikanlage zu verhelfen. Ermöglicht wird das Dank der Zusammenarbeit mit lokalen Solarteuren. Regelmäßige Schulungen runden unsere Expertise ab. Mit der Gründung von photovoltaik.sh sind wir Ihr vertrauenswürdigen Partner für alle, die ihren Stromverbrauch nachhaltig gestalten möchten.
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