Seit März 2025 verkehrt die erste vollelektrische Personenfähre der deutschen Nordsee zwischen Norddeich Mole und der Insel Norderney. Das Projekt BIDI-EL, ein Gemeinschaftsvorhaben der Hochschule Osnabrück und der Reederei Norden-Frisia, nutzt bidirektionales Laden (Vehicle-to-Grid, V2G) und eine hauseigene Photovoltaik-Anlage, um die Mobilität nachhaltig zu transformieren und regionale Stromnetze zu entlasten.
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Bidirektionales Laden – Schlüsseltechnologie für die Energiewende
Bidirektionales Laden ermöglicht es Elektrofahrzeugen, nicht nur Energie zu beziehen, sondern sie auch wieder in das Stromnetz zurückzuspeisen. Durch diese Rückspeisung können Lastspitzen im Netz reduziert und die Stabilität erhöht werden. Eine Studie aus dem Jahr 2022 zeigt, dass V2G-Technologie die Netzstabilität um bis zu 30 % verbessern kann.
- Speichern von überschüssigem PV-Strom in Fahrzeugbatterien
- Rückspeisung bei Bedarf, z. B. für den Antrieb der Fähre
- Reduktion von Stromspitzen und Entlastung des öffentlichen Netzes
FAQ zum bidirektionalen Laden
- Was ist bidirektionales Laden? Bidirektionales Laden (V2G) ermöglicht es Elektrofahrzeugen, Energie sowohl zu speichern als auch ins Stromnetz zurückzuspeisen, wodurch die Netzstabilität gefördert wird.
- Welche Rolle spielt die Photovoltaik-Anlage? Die Photovoltaik-Anlage liefert erneuerbare Energie für das Laden der Elektrofahrzeuge und die Fähre und trägt zur Senkung von CO₂-Emissionen bei.
Photovoltaik-Anlage und geplante Erweiterung
Auf dem Gelände der Reederei Norden-Frisia befindet sich seit 2024 eine Photovoltaik-Anlage mit einer installierten Leistung von 1,7 MW. Im Rahmen des BIDI-EL-Projekts wird diese Anlage durch einen stationären Speicher und die Batterien der vor Ort parkenden Elektrofahrzeuge ergänzt.
Eine geplante Erweiterung soll die Gesamtleistung bis 2027 auf 5 MW steigern. Damit würde die Energieautarkie der Fährverbindung weiter erhöht und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert.
Die geplante Erweiterung der Photovoltaik-Anlage auf bis zu 5 Megawatt würde die Effizienz der Energieversorgung steigern und eine größere Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen ermöglichen. Solche Initiativen sind entscheidend, um langfristig auf nachhaltige Mobilitätslösungen umzusteigen und den CO₂-Ausstoß signifikant zu reduzieren.
Die Integration von bidirektionalem Laden in bestehende Energienetze könnte die Netzstabilität erheblich verbessern. Eine Studie zeigt, dass V2G-Technologie dazu beitragen kann, Stromspitzen um bis zu 30 % zu reduzieren, was wiederum die Belastung des öffentlichen Netzes verringert (Studie, 2022). Diese Stabilität ist besonders wichtig in Zeiten hoher Nachfrage oder bei schwankenden Erzeugungsmengen aus erneuerbaren Quellen.
Wissenschaftliche Begleitung und Fördermittel
Das Projekt wird wissenschaftlich von Prof. Hans-Jürgen Pfisterer (Elektrotechnik) und Prof. Kai-Michael Griese (Betriebswirtschaft) von der Hochschule Osnabrück geleitet. Pfisterer bringt Expertise in resilienten elektrischen Versorgungssystemen ein, während Griese die betriebswirtschaftliche Perspektive, insbesondere Nachhaltigkeitsmanagement und kreislaufwirtschaftliche Geschäftsmodelle, verantwortet.
Finanziert wird das Vorhaben bis Januar 2027 von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Ziel ist es, Erkenntnisse zu gewinnen, die über die anfänglichen Projektergebnisse hinausgehen und die Grundlage für langfristige, nachhaltige Geschäftsmodelle und Lösungen zur Energieversorgung schaffen.
Technologische Herausforderungen und Risiken
Obwohl die Potentiale groß sind, gibt es technologische Herausforderungen bei der Integration von V2G-Systemen. Diese können die Umsetzung der angestrebten Ziele verzögern und die Wirtschaftlichkeit des Projekts in Frage stellen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Wirtschaft ist deshalb unerlässlich, um die Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit des Projekts zu sichern.
Statistische Kennzahlen
- Kapazität der Photovoltaik-Anlage (2024): 1,7 MW (Quelle S1)
- Erwartete maximale Leistung nach Erweiterung (2027): 5 MW (Quelle S2)
- Prozentuale Verbesserung der Netzstabilität durch V2G (2022): bis zu 30 %
Fazit
Die erste vollelektrische Personenfähre in der deutschen Nordsee demonstriert, wie bidirektionales Laden und lokale erneuerbare Energiequellen gemeinsam die Mobilitäts- und Energiewende vorantreiben können. Durch die Kombination von einer 1,7 MW-Photovoltaik-Anlage, der geplanten Erweiterung auf 5 MW und der Nutzung von Elektrofahrzeugen als dezentrale Energiespeicher wird nicht nur der CO₂-Ausstoß reduziert, sondern auch das regionale Stromnetz entlastet. Trotz bestehender technischer Hürden bietet das BIDI-EL-Projekt ein praxisnahes Modell für die schrittweise Ablösung fossiler Energieträger im maritimen Verkehr und liefert wertvolle Erkenntnisse für zukünftige nachhaltige Mobilitätslösungen.

