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GIST erzielt 22,56 % Wirkungsgrad im Perowskit‑Mini‑Modul – Fortschritt für Skalierbarkeit und Stabilität

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    Ein Forschungsteam des Gwangju Institute of Science and Technology (GIST) hat ein Perowskit-Mini-Modul mit einer aktiven Fläche von 24,8 cm² und einem gemessenen Wirkungsgrad von 22,56 % vorgestellt. Durch die Modifikation der SnO₂-Elektronentransportschicht mit Polyethylenimin (PEI) konnten sowohl Effizienz als auch Stabilität deutlich verbessert werden – das Modul behält nach 500 Stunden kontinuierlichem Betrieb 94 % seiner Anfangsleistung. Diese Ergebnisse markieren einen wichtigen Schritt hin zu massenproduzierbaren Perowskit-Solarzellen, die im Wettbewerb mit kristallinem Silizium und anderen Hochleistungs-Perowskit-Rekorden stehen.

    Effizienz und Stabilität des GIST-Mini-Moduls

    Leistungskennzahlen im Überblick

    • Wirkungsgrad Mini-Modul: 22,56 % (2026)
    • Aktive Modulfläche: 24,8 cm²
    • Leistungs-Retention nach 500 h: 94 %
    • Wirkungsgrad Kleinflächenzelle (0,058 cm²): 24,49 %
    • Verwendetes ETL-Material: SnO₂, modifiziert mit PEI

    Der Unterschied zwischen der kleinen Einzelzelle (24,49 %) und dem größeren Mini-Modul (22,56 %) verdeutlicht die bekannten Effizienzverluste bei der Flächenskalierung – ein Verlust von etwa 1,9 % Punkt, der jedoch im Vergleich zu früheren Modulen als signifikante Verbesserung gilt.

    PEI-Modifikation der SnO₂-Elektronentransportschicht – Funktionsweise

    Wie PEI Oberflächendefekte reduziert

    • PEI füllt mikroskopische Risse und Defekte auf der SnO₂-Oberfläche.
    • Durch das Ausfüllen dieser Defekte wird die Oberflächenbenetzbarkeit (Wettability) verbessert.
    • Verbesserte Benetzbarkeit führt zu einer gleichmäßigeren Perowskit-Kristallisation über große Flächen.
    • Reduzierte Elektronenverluste an der Grenzfläche senken die Transportbarriere und erhöhen die Ladungsträger-Extraction.
    • Der Ansatz ist chemisch einfach und erfordert keinen zusätzlichen Verarbeitungsschritt.

    Die Studie „Dual-Function Interface Engineering of SnO₂ Electron Transport Layers: Wettability Enhancement and Work Function Tuning for Efficient and Stable Perovskite Solar Cells and Minimodules“ (Nano Micro Small, Wiley) beschreibt diese Mechanismen detailliert und bestätigt die Wirksamkeit des PEI-Additivs.

    Skalierbarkeit durch druckbasierte Dünnschichtprozesse

    • PEI-modifizierte SnO₂-Schichten lassen sich problemlos in druckbasierten Fertigungsverfahren integrieren.
    • Druckbasierte Dünnschichttechnologien ermöglichen die Herstellung großer Flächen bei niedrigen Produktionskosten.
    • Der Verzicht auf zusätzliche Prozessschritte reduziert die Gesamtausbeute- und Zeitkomplexität.
    • Kompatibilität mit bestehenden Fertigungslinien beschleunigt den Übergang von Labor- zu Pilot- und Serienproduktion.

    Diese Produktionsvorteile positionieren das GIST-Modul als vielversprechende Option für die kommerzielle Skalierung von Perowskit-Solartechnologien.

    Vergleich mit internationalen Rekorden und Modulen

    Einzelzellen-Rekorde

    • SolaEon – 27,87 % (0,076 cm², NPVM-zertifiziert, 2026)
    • SooChow University / UNSW – 26,95 % (0,0583 cm², NREL-zertifiziert, 2025)
    • Koreanische Wissenschaftler – 24,49 % (kleine Zelle, 2026)

    Modul-Rekorde

    • SolaEon – 20,7 % (1,2 × 0,6 m, 0,72 m², Juni 2025)
    • SolaEon – 21,88 % über 0,64 m² beleuchteter Fläche (2025)
    • GIST – 22,56 % (24,8 cm² Mini-Modul, 2026)

    Tandem-Technologien

    • LONGi – Perowskit-Silizium-Tandem-Modul, 34,85 % (1,0 cm², 2025)

    Der GIST-Mini-Modul liegt damit über den bisher veröffentlichten kommerziellen Perowskit-Modulen, bleibt aber unter den besten Labor-Einzelzellen. Der Effizienzunterschied zwischen Einzelzellen (bis zu 27,87 %) und Modulen (unter 23 %) verdeutlicht den aktuellen Engpass bei der Flächenskalierung.

    Stabilitätsbenchmark im Kontext der Perowskit-Forschung

    • GIST-Modul: 94 % Retentionsrate nach 500 h kontinuierlichem Betrieb (keine Temperaturangabe).
    • Amidinium-Ligand-Ansatz (anderes Team): 95 % Retentionsrate nach 1 100 h bei 85 °C unter Vollsonnenbedingungen (2026).

    Obwohl beide Werte als solide gelten, zeigen sie, dass langfristige Stabilität – typischerweise 25-30 Jahre für kommerzielle Solarmodule – noch nicht vollständig nachgewiesen ist. Die unterschiedlichen Testbedingungen (Dauer, Temperatur, Lichtintensität) verdeutlichen die Notwendigkeit weiterführender Stabilitätsstudien.

    Ausblick: Kommerzialisierung und zukünftige Herausforderungen

    • Massenerzeugung: Die Kompatibilität mit druckbasierten Dünnschichtverfahren reduziert die Hürden für die industrielle Umsetzung.
    • Effizienzsteigerung: Weiteres Interface-Engineering oder alternative ETL-Materialien (z. B. TiO₂, organische ETLs) könnten den Modul-Wirkungsgrad weiter annähern.
    • Langzeit-Stabilität: Tests über 1 000 h und unter harschen Umweltbedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit, UV-Belastung) sind erforderlich, um die 25-Jahre-Lebensdauer zu erreichen.
    • Kosteneffizienz: Wirtschaftliche Kennzahlen wie €/Wp oder Produktionsausbeute wurden bislang nicht veröffentlicht – sie bleiben entscheidend für die Marktreife.
    • Konkurrenz durch Tandem-Architekturen: Perowskit-Silizium-Tandems mit über 34 % Effizienz könnten langfristig Single-Junction-Perowskite verdrängen.

    Die nächsten 3-7 Jahre werden entscheidend sein, um den Übergang von Labor- zu Pilot- und Serienmodulen zu vollziehen. Dabei spielen sowohl technische Optimierungen als auch wirtschaftliche Analysen eine zentrale Rolle.

    Fazit

    Das GIST-Team hat mit dem 22,56 % effizienten Perowskit-Mini-Modul einen bedeutenden Fortschritt in Richtung skalierbarer und stabiler Perowskit-Solartechnologie erzielt. Die PEI-Modifikation der SnO₂-Elektronentransportschicht verbessert sowohl die Oberflächenbenetzbarkeit als auch die Ladungsträger-Extraction, was zu höheren Wirkungsgraden und einer soliden Kurzzeit-Stabilität führt. Im internationalen Vergleich schließt das Modul die Lücke zwischen Labor-Einzelzellen-Rekorden und bisherigen kommerziellen Modulen, bleibt jedoch hinter den neuesten Tandem-Rekorden zurück. Weitere Forschung zu Langzeit-Stabilität, Kostenreduktion und alternativen Materialstrategien ist nötig, um die Technologie für den groß-flächigen Markt zu qualifizieren.

    Carsten Steffen
    Autor: Carsten Steffen
    Carsten Steffen, Gründer von photovoltaik.sh, bringt sein tiefes Verständnis für Photovoltaik und seine Begeisterung für erneuerbare Energien ein, um Kunden in Schleswig-Holstein seit 2021 schneller und kostengünstiger zu ihrer eigenen Photovoltaikanlage zu verhelfen. Ermöglicht wird das Dank der Zusammenarbeit mit lokalen Solarteuren. Regelmäßige Schulungen runden unsere Expertise ab. Mit der Gründung von photovoltaik.sh sind wir Ihr vertrauenswürdigen Partner für alle, die ihren Stromverbrauch nachhaltig gestalten möchten.
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