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Heliatek installiert organische Solarfolien im BMW-Werk Dingolfing – Chancen, Grenzen und technische Fakten

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    Im BMW-Werk Dingolfing wurden die sonnenzugewandten Fassaden von drei über 45 Meter hohen Türmen mit den organischen Solarfolien HeliaSol von Heliatek beklebt. Das System liefert rund 22 kW und wird direkt im Werk zur Stromversorgung genutzt. Die Installation erfolgte innerhalb weniger Tage und demonstriert, wie bislang ungenutzte Gebäudeflächen im industriellen Maßstab zur Energieerzeugung beitragen können.

    Praktische Anwendung der HeliaSol-Solarfolien im BMW-Werk Dingolfing

    Die drei Türme des BMW-Fahrzeugwerks in Dingolfing besitzen betonierte Fassaden, die sich für konventionelle Solarpaneele kaum eignen. HeliaSol-Module bestehen aus einer flexiblen, organischen Solarfolie, die ohne Glas, Trägerstrukturen oder Bohrungen direkt auf die Oberfläche geklebt wird. Das Gesamtsystem hat eine installierte Leistung von etwa 22 kWp. Der erzeugte Solarstrom wird unmittelbar im Werk verbraucht, sodass keine zusätzlichen Netzeinspeisungen nötig sind.

    • Installation von drei Türmen mit einer Höhe von 45-48 m
    • Leistung des Systems: ca. 22 kW (22 kWp)
    • Installationsdauer: wenige Tage
    • Direkte Verklebung auf Betonfassaden ohne Bohrungen

    Technische Leistungsgrenzen der OPV-Module

    Obwohl die Flexibilität der Folien viele neue Anwendungsflächen eröffnet, liegen die Wirkungsgrade deutlich unter denen konventioneller Silizium-Module.

    • Modulwirkungsgrad HeliaSol: 5,7 %-6,3 % (Jahr 2026)
    • Apertur-Wirkungsgrad: 7,2 %-8,0 % (Jahr 2026)
    • Leistung pro Modul: 50 W-55 W bei einer aktiven Fläche von 0,69 m² (Jahr 2026)

    Zum Vergleich: Die konventionelle Flachdachanlage im selben Werk, die Ende 2025 in Betrieb ging, liefert 11,1 MW – also um ein Vielfaches mehr Leistung bei gleichen Standortbedingungen.

    Wirkungsgrad im Kontext

    Der Modulwirkungsgrad ist der praktisch relevante Wert für die Systemauslegung. Die Differenz zwischen Apertur- und Modulwirkungsgrad (etwa 1,5 % bis 2,3 % absolute Punkte) weist auf systembedingte Verluste hin, die bei der Planung berücksichtigt werden müssen.

    Material- und Herstellungsvorteile

    HeliaSol-Folien benötigen weder Glas noch schwere Trägerstrukturen. Dadurch wird der Materialeinsatz stark reduziert und das Gesamtgewicht der Installation minimiert.

    • Glas erforderlich: Nein
    • Trägerstrukturen erforderlich: Nein
    • Verwendung seltener oder toxischer Rohstoffe: Keine

    Diese Eigenschaften tragen zu einer kurzen Energie- und CO₂-Amortisationszeit (EPBT/CPBT) bei, weil sowohl Herstellung als auch Installation energiearm sind.

    Schnellinstallation und Arbeitsweise

    Die Installation folgt einem einfachen vier-Schritte-Verfahren, das ohne Bohrungen auskommt:

    1. Oberflächenvorbereitung
    2. Positionierung der Folie
    3. Entfernen der Schutzfolie
    4. Fixierung mit einer Rolle

    Durch das klebstoffbasierte „Sticker-Prinzip“ kann die PV-Folie auch während des laufenden Betriebs eines Werks angebracht werden, ohne die bestehende Infrastruktur zu beeinträchtigen.

    Zertifizierung und Qualitätssicherung

    HeliaSol-Module sind TÜV-zertifiziert und erfüllen die internationalen Photovoltaik -Normen IEC 61730 (Sicherheit) und IEC 61215 (Leistung). Diese Zertifizierungen bestätigen die Markttauglichkeit und Zuverlässigkeit der Folien, was insbesondere für industrielle Anwender wie BMW von Bedeutung ist.

    Heliateks Installationsportfolio – ein Überblick

    Seit der Gründung im Jahr 2006 hat Heliatek weltweit über 75 Installationen realisiert. Bedeutende Projekte sind:

    • Wien-Energie-Kraftwerk Simmering (2024): über 330 Module – damals größte OPV-Anlage in Österreich
    • Flughafen Köln/Bonn (2025): 80 Module auf einem 27-Meter-Schornstein
    • BMW-Werk Dingolfing (2026): 22 kW auf drei 45-m-Türmen

    Das Portfolio zeigt ein wachsendes, aber nach wie vor begrenztes Marktsegment. Mit nur rund 75 Projekten in über 20 Jahren bleibt OPV eine Nischentechnologie, die vor allem spezialisierte Anwendungen adressiert.

    Wirtschaftliche und ökologische Bewertung

    Heliatek betont eine kurze Energie- und CO₂-Amortisationszeit. Durch den geringen Materialeinsatz und die energiearme Produktion können die Module bereits nach wenigen Wochen Betrieb die für ihre Herstellung aufgewendete Energiemenge zurückliefern. Konkrete Zahlen zur Amortisationsdauer oder zu den Installationskosten werden jedoch nicht veröffentlicht, sodass ein direkter Kosten-vergleich mit konventionellen Systemen nicht möglich ist.

    Der größte wirtschaftliche Vorteil liegt in der Nutzung von Flächen, die für schwere Silizium-Module nicht geeignet sind – etwa Fassaden, gekrümmte Oberflächen oder strukturell empfindliche Bauwerke.

    FAQ

    Warum sind organische Solarfolien (OPV) besser als konventionelle Module?

    Sie sind nicht grundsätzlich besser, sondern komplementär. OPV-Module überzeugen bei schwierigen Installationsgeometrien, weil sie ultraleicht, flexibel und ohne Trägerstrukturen auskommen. Der Nachteil ist ein deutlich niedrigerer Wirkungsgrad (5,7 %-6,3 % vs. 18 %-22 %).

    Wie schnell zahlt sich eine HeliaSol-Installation energetisch aus?

    Heliatek nennt eine „kurze Energie- und CO₂-Amortisationszeit“, konkretisiert jedoch nicht, ob es sich um Monate oder Jahre handelt. Die kurze Amortisation beruht auf geringem Materialbedarf und energiearmer Herstellung.

    Ist HeliaSol ein zertifiziertes Produkt?

    Ja, die Module sind TÜV-zertifiziert nach IEC 61730 und IEC 61215.

    Was kosten HeliaSol-Installationen?

    Öffentliche Quellen enthalten keine Kostenangaben für die BMW-Installation oder andere Projekte.

    Wie viele HeliaSol-Installationen gibt es weltweit?

    Über 75 Installationen (Stand 2026), darunter Projekte in Wien, Köln/Bonn und Dingolfing.

    Fazit

    Die HeliaSol-Installation im BMW-Werk Dingolfing veranschaulicht, wie organische Solarfolien ungenutzte Gebäudeflächen in Energiequellen verwandeln können. Die schnelle, bohrungsfreie Montage und die geringen Materialanforderungen machen die Technologie für spezielle Anwendungsfälle attraktiv. Gleichzeitig zeigen die niedrigen Modulwirkungsgrade von 5,7 %-6,3 % und das vergleichsweise geringe Leistungsvermögen im Verhältnis zu konventionellen Flachdachanlagen, dass OPV kein Massenersatz für Silizium-Module ist. Heliatek positioniert die Folien als Nischenlösung für schwer zu bedienende Flächen, während das wachsende, aber überschaubare Installationsportfolio die aktuelle Marktreife unterstreicht. Für Unternehmen, die vorhandene Fassaden oder andere strukturell sensible Oberflächen nachhaltig nutzen wollen, bietet HeliaSol eine praktikable Option – vorausgesetzt, die begrenzte Effizienz wird bei der Projektplanung berücksichtigt.

    Carsten Steffen
    Autor: Carsten Steffen
    Carsten Steffen, Gründer von photovoltaik.sh, bringt sein tiefes Verständnis für Photovoltaik und seine Begeisterung für erneuerbare Energien ein, um Kunden in Schleswig-Holstein seit 2021 schneller und kostengünstiger zu ihrer eigenen Photovoltaikanlage zu verhelfen. Ermöglicht wird das Dank der Zusammenarbeit mit lokalen Solarteuren. Regelmäßige Schulungen runden unsere Expertise ab. Mit der Gründung von photovoltaik.sh sind wir Ihr vertrauenswürdigen Partner für alle, die ihren Stromverbrauch nachhaltig gestalten möchten.
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