Die Tesvolt AG hat die Baugenehmigung für einen 190 MWh-Batteriepark im Ortsteil Apollensdorf von Lutherstadt Wittenberg erhalten. Das Projekt, das mit einem Volumen von rund 35 Millionen Euro ausgestattet ist, soll im März 2028 in Betrieb gehen und damit das größte Batteriespeicherprojekt in der Unternehmensgeschichte darstellen. Der neue Speicherpark wird nicht nur die Flexibilität des Stromnetzes in Sachsen-Anhalt erhöhen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Integration erneuerbarer Energien in Deutschland leisten.
Seiteninhalte
- Tesvolt erhält Baugenehmigung für 190 MWh-Batteriepark in Apollensdorf
- Batterieparks stärken das Stromnetz in Sachsen-Anhalt
- Wachstum von Batteriespeichern in Deutschland
- Batterieparks gewinnen im Strommarkt an Bedeutung
- Technologische Risiken und Gegenmaßnahmen
- FAQ: Wie wirken sich Batteriespeicher auf den Strommarkt aus?
- Fazit
Tesvolt erhält Baugenehmigung für 190 MWh-Batteriepark in Apollensdorf
Die Genehmigung umfasst die Errichtung einer mehr als 20.000 Quadratmeter großen Gewerbefläche, auf der 36 Großspeicher installiert werden. Mit einer Gesamtspeicherkapazität von 190 MWh und einer Leistung von 60 MW wird der Park zu den größten netzgekoppelten Batteriespeichern in Deutschland zählen.
Projektumfang und technische Daten
- Speicherkapazität: 190 MWh
- Leistung: 60 MW
- Anzahl der Großspeicher: 36
- Fläche: > 20.000 m²
- Netzanschluss: Nutzung einer bereits vorhandenen Hochspannungsleitung und Bau eines Umspannwerks
- Schallschutz: Errichtung einer Schallschutzwand zum Schutz eines nördlich angrenzenden Wohngebiets
- Netzanschlusskapazität: bereits von der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom mbH zugesagt
Finanzierung, Bau und Betrieb
Die Projektentwicklung bis zur Baureife sowie der eigentliche Bau des Speicherparks wird von Tesvolt selbst übernommen. Die Finanzierung und der spätere Betrieb liegen laut Unternehmen in den Händen eines bereits gefundenen Investors. Das Projektvolumen wird mit rund 35 Millionen Euro beziffert.
Der Speicher soll primär für den Energiehandel eingesetzt werden. Durch Arbitragehandel wird Strom in Niedrigpreisphasen gespeichert und bei höheren Marktpreisen wieder ins Netz eingespeist, wodurch Erlöse erwirtschaftet werden sollen.
Batterieparks stärken das Stromnetz in Sachsen-Anhalt
Der neue Batteriepark trägt zur Stabilisierung des Stromnetzes bei und unterstützt die Integration von Wind- und Solarenergie in der Region. Sachsen-Anhalt, laut Tesvolt-CEO Daniel Hannemann, gehört zu den Bundesländern mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien. Batteriespeicher ermöglichen es, Erzeugungsspitzen aus Wind- und Solarenergie besser zu integrieren und so die Netzsicherheit zu erhöhen.
Wachstum von Batteriespeichern in Deutschland
Die Bedeutung des Projekts wird deutlich, wenn man den nationalen Trend im Bereich Batteriespeicher betrachtet. In den letzten Jahren hat die installierte Speicherkapazität in Deutschland stark zugenommen.
Statistiken und Prognosen
- 2020: 2,1 GWh installierte Batteriespeicherkapazität
- 2021: 3,2 GWh installierte Batteriespeicherkapazität (Quelle S1, BDEW, 2022-02-15)
- Prognose für 2030: 16 GWh Gesamtkapazität (Quelle S2, Fraunhofer UMSICHT, 2022-10-01)
Die exponentielle Zunahme von 2,1 GWh auf 3,2 GWh innerhalb eines Jahres verdeutlicht den wachsenden Bedarf an flexiblen Speicherlösungen, um die zunehmende Einspeisung aus erneuerbaren Quellen auszugleichen. Die Prognose von 16 GWh bis 2030 unterstreicht die strategische Relevanz von Großbatteriespeichern wie dem Projekt in Wittenberg.
Batterieparks gewinnen im Strommarkt an Bedeutung
Großbatteriespeicher werden im deutschen Stromsystem immer wichtiger, weil sie kurzfristige Schwankungen bei der Einspeisung aus Wind- und Solarenergie ausgleichen und zusätzliche Flexibilität für den Strommarkt bereitstellen. Gleichzeitig wächst die Zahl von Projekten, die ihre Wirtschaftlichkeit vor allem auf Erlöse aus dem Energiehandel stützen.
Mit dem Vorhaben in Wittenberg erweitert Tesvolt sein Engagement im Segment der netzgekoppelten Großspeicher. Die geplante Inbetriebnahme im März 2028 soll dazu beitragen, dass Sachsen-Anhalt seine Vorreiterrolle bei erneuerbaren Energien weiter ausbauen kann.
In den letzten Jahren hat die installierte Kapazität von Batteriespeichern in Deutschland erheblich zugenommen. Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) lag die Speicherkapazität im Jahr 2021 bei etwa 3,2 GWh, was einen signifikanten Anstieg gegenüber dem Vorjahr darstellt. Dies verdeutlicht die steigende Marktnachfrage und den dringenden Bedarf an flexiblen Speicherlösungen zur Unterstützung erneuerbarer Energien.
Prognosen deuten darauf hin, dass bis 2030 die Batteriespeicherkapazität in Deutschland auf bis zu 16 GWh anwachsen wird, was die wichtige Rolle dieser Technologien für die Energiewende unterstreicht. Mit größeren Projekten wie dem in Wittenberg wird die strategische Position Deutschlands im globalen Energiemarkt weiter gestärkt, besonders im Hinblick auf die Integration von Wind- und Solarenergie.
Des Weiteren gibt es technologische Herausforderungen, die mit der Einführung neuer Batteriespeicherlösungen verbunden sind. Innovationszyklen und die Entwicklung langanhaltender Lösungen bleiben entscheidend, um die Marktakzeptanz und Stabilität der Infrastruktur sicherzustellen. Daher ist die Vernetzung zwischen Forschung, Industrie und Politik unerlässlich.
Technologische Risiken und Gegenmaßnahmen
Ein wesentlicher Gegenpunkt ist das technologische Risiko bei Batteriespeichertechnologien. Neue Technologien können unerwartete Herausforderungen bei der Implementierung und im Betrieb mit sich bringen. Die kontinuierliche Weiterentwicklung und enge Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen, Herstellern und Netzbetreibern sind notwendig, um diese Risiken zu minimieren.
FAQ: Wie wirken sich Batteriespeicher auf den Strommarkt aus?
Frage: Wie wirken sich Batteriespeicher auf den Strommarkt aus?
Antwort: Batteriespeicher tragen zur Flexibilität im Strommarkt bei, indem sie Angebot und Nachfrage ausgleichen und Erzeugungsspitzen speichern.
Fazit
Der 190 MWh-Batteriepark von Tesvolt in Apollensdorf stellt ein zentrales Element im wachsenden Markt für Energiespeicher in Deutschland dar. Mit einem Projektvolumen von rund 35 Millionen Euro, einer geplanten Inbetriebnahme im März 2028 und einer klaren Ausrichtung auf den Energiehandel stärkt das Vorhaben die Netzstabilität, unterstützt die Integration erneuerbarer Energien und spiegelt den nationalen Trend wider, der von 3,2 GWh installierter Kapazität im Jahr 2021 auf prognostizierte 16 GWh bis 2030 ansteigt. Trotz technologischer Risiken zeigt die enge Zusammenarbeit zwischen Tesvolt, dem Investor und der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom mbH, dass die Branche gut positioniert ist, um die Herausforderungen der Energiewende zu meistern.

