Stromspeicher nachrüsten

Mit immer zurückgehenden Einspeisevergütungen, steigenden Energiepreisen und der immer größer werdenden Bedeutung von Unabhängigkeit hat die Nachrüstung von Stromspeichern als Supplementation zur eigenen Photovoltaikanlage eine immer größer werdende Bedeutung.

Vorgehensweise einer Nachrüstung

Zwecks der Aufstellung und Installation von Stromspeichern gibt es verschiedene Möglichkeiten und einiges zu beachten.
Neben den Herstellerangaben wie Brandschutzverordnungen und elektrische Sicherheitsrichtlinien, welche selbstständig und einfach überprüft werden können, sind Abwägungen bezüglich des Kosten-Nutzen-Verhältnisses nicht so simpel durchzuführen.

Installation nach dem Wechselrichter

Wenn ein Stromspeicher nach dem Wechselrichter angeschlossen wird, wird der Strom erst von Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt, um dann wieder in Gleichstrom zur Speicherung transformiert. Vorerst hört sich diese Methode eher suboptimal an, da durch die mehrfache Umwandlung ein nicht unbeträchtlicher Leistungsverlust vorherrscht.
Vorteil dieser Methode ist jedoch, dass der Stromspeicher Wechselstrom empfängt und damit unabhängig vom Wechselrichter ausgesucht werden kann. Diese Unabhängigkeit macht die Installation sehr viel einfacher, da das bestehende System nicht verändert werden muss.

Mit dieser Konstellation kann in den Stromspeicher ebenso Netz aus dem öffentlichen Versorgungsnetz eingespeist und gespeichert werden. Mit einem steigendem Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien, welche zunehmend nur tagsüber Energie produzieren, ist mit einem Anstieg der Energiepreise nachts zu rechnen. Wenn man jetzt tagsüber billig Strom zukauft und diesen speichert, kann zusätzlich Geld gespart werden.

Installation vor dem Wechselrichter

Der Wechselrichter arbeitet mit maximaler Effizienz nur auf einem geringen Spannungsband. Daher ist darauf zu achten, dass der Wechselrichter eine optimale Batteriespannung  verarbeitet. Da mit abnehmenden Ladestatus des Stromspeichers kann es zu Spannungsschwankungen kommen und der Wechselrichter kann somit nicht mehr effizient arbeiten.
Bei Komplettsystem ist das ein kleineres Problem, da die komplette Anlage ab Werk optimal eingestellt ist und alle Komponenten aufeinander abgestimmt sind.

Wirtschaftliche Förderungen

Durch die KfW werden Nachrüstungen von Stromspeichern zu einer bestehenden Photovoltaikanlage, welche ab dem 01.01.2021 in Betrieb genommen worden sind und eine maximale Nennleistung von 30 Kilowatt aufweisen, gefördert.
Wichtig ist zu betonen, dass eine gesetzlich anerkannte Nachrüstung erst ab sechs Monaten nach der Inbetriebnahme der Solaranlage erfolgen darf.

Das Förderungsprogramm der KfW dient als Initiative, um zum einen die Nutzung von erzeugten Solarstroms zu erhöhen, aber auch um die Integration von Solaranlagen in das bestehende  Stromnetz zu steigern. Um von der Förderung zu profitieren ist es Voraussetzung, dass die Einspeisung des erzeugten Stroms auf 50 % gedrosselt wird und dass der Wechselrichter vom Netzbetreiber fernsteuert werden kann. Weiterhin ist es wichtig, dass der Hersteller eine Zeitwertgarantie von 10 Jahren gewährleistet.

Lohnt sich eine Nachrüstung immer?

Eine Nachrüstung von Stromspeichern an eine bestehende Photovoltaikanlage lohnt sich in der heutigen Zeit sehr oft und ist aus vielen Gesichtspunkten durchaus rentabel.
Allerdings gibt es auch hier einige Ausnahmen. Falls eine Photovoltaikanlage schon seit 15 Jahren in Betrieb ist und eine hohe Einspeisevergütung genießt, kann die weitergehende Einspeisung vorerst finanziell lukrativer sein. Hier muss die Einspeisevergütung höher als der Strompreis und der Wartungsaufwand sein. Ebenfalls wird hier die Erweiterung bestehender Photovoltaikanlagen durch Stromspeicher nicht durch den Staat gefördert.
Im Jahr 2013 ist eine große Degression der Einspeisevergütungen passiert, weshalb sich bei diesen Anlagen in der heutigen Zeit nahezu immer eine Nachrüstung lohnt.

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