Wenn Sie als Installateur arbeiten, stehen Sie regelmäßig vor der Herausforderung: Welche Solarmodule sind die richtige Wahl für meine Kunden – und für meinen Betrieb? Die Auswahl an Herstellern und Modultypen ist riesig, die gesetzlichen Vorgaben werden immer komplexer, und gleichzeitig verändern Preisentwicklungen, Marktmechanismen und globale Trends wie der CBAM (CO₂-Grenzausgleichsmechanismus) Ihre tägliche Arbeit.
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Qualitätskriterien von Solarmodulen im Überblick
Ein zentrales Auswahlkriterium ist der Wirkungsgrad. Moderne monokristalline Module erreichen heute Werte von 21–23 %, was sie besonders für kleine Dachflächen interessant macht, bei denen möglichst viel Leistung pro Quadratmeter benötigt wird. Dünnschichtmodule hingegen haben zwar einen geringeren Wirkungsgrad, sind aber oft bei diffusen Lichtverhältnissen im Vorteil und deutlich leichter, was sie für bestimmte Projektsituationen interessant macht.
Neben dem Wirkungsgrad spielt der Temperaturkoeffizient eine entscheidende Rolle. Je niedriger dieser ausfällt (z. B. -0,25 %/°C statt -0,35 %/°C), desto geringer ist der Leistungsverlust an heißen Sommertagen. Auch die Produkt- und Leistungsgarantien sind ein wichtiger Faktor: Während die Produktgarantie meist zwischen 12 und 25 Jahren liegt, sichern viele Hersteller eine lineare Leistungsgarantie über 25 bis 30 Jahre zu. Das bedeutet, dass nach 25 Jahren noch mindestens 80–85 % der ursprünglichen Leistung vorhanden sein müssen.
Gerade weil Kunden immer mehr auf die Langfristigkeit ihrer Investition achten, können Sie hier als Installateur durch fundierte Beratung punkten. Wer nicht nur Preise, sondern auch technische Daten und Garantieleistungen vergleicht, hebt sich von reinen Preiswettbewerbern ab.
Typen von Solarmodulen im Vergleich
Modultyp | Vorteile | Nachteile | Typische Einsatzbereiche |
Monokristallin | Höchster Wirkungsgrad, platzsparend, lange Lebensdauer | Höherer Preis | Wohnhäuser mit begrenzter Dachfläche |
Polykristallin | Günstiger, solide Technik | Niedrigerer Wirkungsgrad, Marktanteil rückläufig | Ältere Großprojekte, Restbestände |
Dünnschicht | Leicht, flexibel, gut bei diffusem Licht | Geringe Effizienz, mehr Fläche nötig | Carports, Fassaden, Leichtdächer |
Glas-Glas | Extrem robust, langlebig, hohe Garantiezeiten | Höherer Preis, schwerer | Premiumprojekte, gewerbliche Dächer |
Diese Übersicht zeigt: Für Sie als Installateur ist es entscheidend, die Stärken und Schwächen jedes Modultyps zu kennen. Nicht jedes Modul passt zu jedem Kundenprojekt – wer hier differenziert beraten kann, verschafft sich einen Wettbewerbsvorteil.
Solarmodule für Installateure müssen nicht nur effizient und langlebig sein, sondern auch rechtliche Vorgaben erfüllen und sich durch einfache Montage auszeichnen, damit Sie als Fachbetrieb wirtschaftlich und kundenorientiert arbeiten können.
Rechtliche Pflichten und Normen für Installateure
Ein oft unterschätztes Thema sind die gesetzlichen Vorgaben. Nach dem ElektroG sind Sie verpflichtet, alte Module ordnungsgemäß zurückzunehmen und sicherzustellen, dass neue Module beim Stiftung EAR registriert sind. Werden diese Vorschriften missachtet, drohen Abmahnungen und hohe Bußgelder.
Ebenso wichtig: Der Netzanschluss darf ausschließlich durch eine eingetragene Elektrofachkraft erfolgen. Auch die Anmeldung beim Netzbetreiber und eine lückenlose Dokumentation gehören zu Ihren Pflichten. Diese Aspekte sind nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern sichern Sie auch im Falle von Gewährleistungsansprüchen ab.
Kostenfaktoren und Markttrends 2025
Im Großhandel bewegen sich die Preise für monokristalline Module aktuell im Bereich von 140–300 €/kWp, der Durchschnitt liegt bei rund 240 €/kWp. Diese Schwankungen hängen stark von Hersteller, Lieferkette und Abnahmemengen ab.
Ein neuer Trend, den Sie im Blick behalten sollten, ist der CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism). Ab 2026 könnten zusätzliche Kosten von rund 10 % auf importierte Module aus bestimmten Ländern aufschlagen. Für Ihre Kundenberatung bedeutet das: Sie sollten frühzeitig auf mögliche Preissteigerungen hinweisen und Lösungen wie langfristige Lieferverträge oder den Bezug von EU-Modulen aufzeigen.
Darüber hinaus verändert die zunehmende Digitalisierung den Beschaffungsprozess in der Photovoltaikbranche. Neutrale Plattformen wie SolarTraders ermöglichen es Installateuren, Angebote verschiedener Anbieter tagesaktuell zu vergleichen – zentral, transparent und herstellerübergreifend. Für Installateure heißt das: bessere Planbarkeit und mehr Preisdruck im Wettbewerb.
Typische Fehler bei der Modulinstallation
Viele Reklamationen entstehen nicht durch schlechte Module, sondern durch Installationsfehler. Dazu zählen:
- Unzureichende Befestigungen, die bei Sturm Schäden verursachen können
- Fehlende Hinterlüftung, was zu Überhitzung und Leistungsverlusten führt
- Undichte Dachdurchdringungen, die langfristig Folgeschäden am Gebäude verursachen
Studien des Bauherren-Schutzbundes zeigen, dass 60 % der Mängel an PV-Anlagen auf unsachgemäße Installation zurückzuführen sind. Für Sie bedeutet das: Investitionen in Schulung, Zertifizierung und Dokumentation zahlen sich aus – nicht nur durch weniger Reklamationen, sondern auch durch einen besseren Ruf.
Handlungsempfehlungen für Ihren Betrieb
- Module bewusst auswählen:Nutzen Sie eine Checkliste mit zentralen Kriterien wie Wirkungsgrad, Temperaturkoeffizient, Garantielaufzeit und Herstellerzuverlässigkeit.
- Rechtliche Sicherheit schaffen:Prüfen Sie stets die EAR-Registrierung und dokumentieren Sie alle Arbeitsschritte für Netzanschluss und Inbetriebnahme.
- Kundenberatung stärken:Sprechen Sie offen über mögliche Preissteigerungen durch CBAM oder Rohstoffknappheit. Setzen Sie auf langfristige Wirtschaftlichkeit und Qualität statt auf kurzfristige Preisvorteile.
- Weiterbildung nutzen:Foren wie das Photovoltaikforum, Fachzeitschriften wie Photon und Schulungen von Herstellern helfen Ihnen, stets auf dem neuesten Stand zu bleiben.